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Deutscher E-Mail-Schachclub

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Wahl 2003

E N T W U R F

 

Spielordnung des Deutschen E-Mail-Schachclubs (DESC)

 

 

1.                 Grundsatz

 

Die Spielordnung bestimmt die Regeln für jede im DESC ausgetragene E-Mail-Schachpartie. Sofern in der Spielordnung keine abweichenden Regelungen getroffen werden, gelten zugleich die Schachregeln der FIDE, soweit sie anwendbar sind. Für einzelne Turnierformen können in der jeweiligen Turnierausschreibung ergänzende Festlegungen getroffen werden.

 

 

2.       Organisation und Leitung

 

2.1        Turnierleiter

 

Die Turniere werden von Turnierleitern (TL) organisiert und durchgeführt. Sie legen den Ablauf der einzelnen Turnierformen fest und koordinieren den unmittelbaren Turnierbetrieb. Die Turnierleiter treffen ihre Entscheidungen im Rahmen der Spielordnung und der jeweiligen Turnierausschreibung. Soweit keine Regelung getroffen wurde, entscheiden die Turnierleiter nach ihrem Ermessen unter Berücksichtigung aller Interessen und im Sinne der Sportlichkeit.

 

Die Turnierleiter können von den Spielern ihrer Turniere/Gruppen Auskünfte über den Start, Verlauf und das Ende von Partien sowie über alle in Zusammenhang mit dem Turnier stehenden Tatsachen verlangen, soweit dies in der Spielordnung vorgesehen oder für die Durchführung des Turniers erforderlich ist. Die Spieler sind verpflichtet, den Turnierleitern die Auskünfte in einer angemessenen Frist zu erteilen.

 

            2.2    Turnierdirektoren

 

Soweit erforderlich, werden für einzelne Turnierformen Turnierdirektoren (TD) ernannt, die in Zusammenarbeit mit den zuständigen Turnierleitern die zentrale Koordination einer Turnierform übernehmen. Soweit in dieser Spielordnung der Begriff "Turnierleiter" benutzt wird, so sind damit in den entsprechenden Turnierformen auch die Turnierdirektoren gemeint.

 

 

3.       Spielformen

 

3.1        Einzelmatches

 

Jedes Clubmitglied kann jedes andere Clubmitglied zu einem Einzelwettkampf herausfordern; wird die Herausforderung angenommen, spielen beide Spieler gleichzeitig 2 Partien mit wechselndem Anzug. Die Einzelwettkämpfe werden von einem Turnierleiter betreut; er ist Ansprechpartner der Spieler in allen Fragen rund um die Einzelmatches.

 

            3.2    Ständige Turniere

 

Die ständigen Turniere starten, sobald sich die vorgesehene Zahl von Mitspielern angemeldet hat.

 

Der DESC veranstaltet folgende ständigen Turniere:

 

a)      Rundenturniere mit drei, vier, sieben oder 15 Teilnehmern

b)      Klassenturniere mit jeweils 7 Teilnehmern (Einsteiger-, Aufsteiger- und Königsklasse)

c)      Turniere im KO-Modus und im Schweizer System

d)      Thema- und Endspielturniere

e)      Siegerturniere

f)       die DESC Pyramide

g)      Schnellturniere

 

            3.3    Sonderturniere

 

Die Sonderturniere werden jährlich oder alle 2 Jahre ausgerichtet.

 

Der DESC veranstaltet folgende Sonderturniere:

 

a)      DESC-Meisterschaft

b)      DESC-Pokal

c)      DESC-Open

d)      Mannschaftsturnier für Vereine

e)      weitere Turniere aus besonderem Anlass

 

            3.4    Mannschaftswettkämpfe

 

Der DESC nimmt mit Mannschaften an Vergleichswettkämpfen, Länderkämpfen und Mannschaftsturnieren teil.

 

            3.5    Blitzturniere

 

Der DESC veranstaltet auf dem Chessbase-Server regelmäßig Blitzturniere.

 

 

4.       Anmeldung und Spielbeginn; Ersetzung von Spielern

 

            4.1    Anmeldung

 

Jeder Spieler der an einer Turnierform teilnehmen möchte, meldet sich beim Turnierbüro an. Abweichend davon melden sich Spieler, die Einzelmatches spielen wollen, die an der DESC-Pyramide oder an einem Blitzturnier teilnehmen wollen direkt beim zuständigen Turnierleiter an.

 

            4.2    Herausforderung und Startbestätigung in Einzelmatches

 

Ein Einzelwettkampf wird begonnen, indem ein Spieler einem anderen Spieler den ersten Zug seiner weißen Partie übermittelt und ihn zu einem Einzelwettkampf herausfordert. Der Herausgeforderte entscheidet, ob er die Herausforderung annimmt oder ablehnt. Wird die Herausforderung abgelehnt, setzt der Herausgeforderte den Herausforderer von der Ablehnung in Kenntnis; das Spiel wird nicht fortgesetzt.

 

Akzeptiert der Herausgeforderte die Herausforderung, sendet er seine erste E-Mail in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter für Einzelmatches; auf diese Weise wird der Wettkampf angemeldet. In der ersten E-Mail erwidert der herausgeforderte die erste Partie mit Schwarz und eröffnet gleichzeitig die zweite Partie mit Weiß. Ergänzend sendet der Herausforderer seine darauf folgende Antwort ebenfalls in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter. Partien aus nicht angemeldeten Wettkämpfen werden nicht für die Rangliste gewertet und nicht in das Spielarchiv aufgenommen. Clubmitglieder, die ein besonderes Interesse an Einzelmatches haben, können sich in die Spielersuchliste eintragen lassen.

 

            4.3    Turnierstart

 

Der Turnierleiter versendet mindestens 10 Tage vor dem offiziellen Beginn eines Turniers oder einer Runde eine Teilnehmerliste an alle Teilnehmer und nennt dort auch den Turnierbeginn. Die Bedenkzeitrechnung beginnt erst am Tag des Turnierbeginns; die Partien können bereits vorher begonnen werden, für diesen Zeitraum fällt keine Bedenkzeit an.

 

Wird bereits bei der Ausschreibung eines Sonderturniers für die erste Runde ein fester Starttag festgelegt, so bedarf es keiner weiteren Frist zwischen dem Versand der Teilnehmerliste und dem Turnierbeginn; dasselbe gilt, wenn bei der Ausschreibung auch die Starttage weiterer Runden festgelegt wurden.

 

            4.4    Startbestätigung in Turnieren

 

In Turnieren informieren alle Spieler den zuständigen Turnierleiter, sobald alle Partien, an denen sie beteiligt sind, begonnen haben. Die Meldung erfolgt spätestens am 10. Tag nach dem Starttermin des Turniers. Haben zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Partien begonnen, ist der Turnierleiter auch hierüber unter Angabe der betroffenen Partien zu informieren (bitte Partienummer/Gegner angeben).

 

            4.5    Ersetzung eines Spielers zu Beginn eines Turniers

 

Tritt ein Spieler zu einem Turnier nicht an, so kann der Turnierleiter ihn innerhalb der ersten 4 Wochen seit Beginn des Turniers nach seinem Ermessen durch einen anderen Spieler ersetzen. Soweit ein Spieler nach dem Starttermin eines Turniers ersetzt wird, legt der Turnierleiter für alle Partien des Ersatzspielers einen abweichenden Starttermin fest, ab dem in diesen Partien die Bedenkzeit beginnt; das Ende dieser Partien bemisst sich nicht nach dem abweichenden Starttermin.

 

            4.6    Ersetzung eines Spielers zu Beginn einer Folgerunde

 

Tritt in einem KO-Turnier oder einem anderen mehrrundigen Turnier, in dem die Teilnehmer einer Runde nicht vollständig auch an der nächsten Runde teilnehmen, ein Spieler, der sich für die Folgerunde qualifiziert hat, nicht an, so nimmt sein letzter Gegner bzw. der nächstplazierte der letzten Runde seinen Platz ein.

 

Diese Regelung gilt uneingeschränkt für alle Turniere, die nach dem 30.11.99 begonnen haben; in Turnieren, die bis zu diesem Tag begonnen haben, darf diese Regelung angewendet werden, sofern der oder die betroffenen Teilnehmer der Folgerunde zustimmt/zustimmen.

 

Die besonderen Turniere für Turniersieger sind keine Folgerunden in diesem Sinne; dasselbe gilt für Turniere mit besonderen Zugangsvoraussetzungen, die sich aus den Ergebnissen in anderen Turnieren ergeben, und für Klassenturniere.

 

 

5.       Bedenkzeit; Urlaub; Höchstspieldauer

 

            5.1    Grundsatz; Ausnahmen für Einzelmatches

 

Die Regelungen zu Bedenkzeit und Urlaub gelten für alle Einzelwettkämpfe und Turniere. Die beiden Teilnehmer eines Einzelmatches können mit Beginn des Wettkampfes Abweichungen von diesen Regelungen gemeinsam beschließen, der zuständige Turnierleiter ist von den beschlossenen Abweichungen zu informieren.

 

            5.2    Berechnung der Bedenkzeit

 

Bedenkzeit ist die Zeitdifferenz zwischen dem Tag, an dem ein Spieler einen Zug erhält (Ankunftstag), und dem, an dem er die Antwort an seinen Gegner abschickt (Absendetag). Antwortet ein Spieler am selben Tag, beträgt die Bedenkzeit für diesen Zug 0 Tage.

 

Jeder Spieler teilt seinem Gegner bei Abgabe eines Zuges den Ankunftstag des letzten gegnerischen Zuges sowie den Abgangstag des eigenen Zuges, die für diesen Zug sowie die insgesamt verbrauchte Bedenkzeit mit. Als Ankunftstag der E-Mail gilt der Tag, an dem sie den Mailserver des Spielers erreicht hat; der Zeitpunkt des Abrufs durch den Spieler ist unerheblich; als Absendetag gilt der Tag, an dem die E-Mail tatsächlich losgeschickt wurde.

 

            5.3    Dauer der Bedenkzeit

 

Die Bedenkzeit beträgt 30 Tage für 10 Züge. Nicht verbrauchte Bedenkzeit wird gutgeschrieben.

 

            5.4    Maximale Bedenkzeit pro Zug

 

Pro Zug stehen jedem Spieler höchstens 10 Tage Bedenkzeit zu. Benötigt ein Spieler mehr als 10 Tage, teilt er dies seinem Gegner mit. In Notfällen kann eine Mitteilung auch per Fax, telefonisch oder per Post erfolgen.

 

Verbraucht ein Spieler für einen Zug mehr als 10 Tage, ohne dies anzukündigen, so zählt seine Bedenkzeit ab dem 11. Tag doppelt. Eine Verlängerung der Bedenkzeit für einen einzelnen Zug auf mehr als 30 Tage ist ausgeschlossen; gibt ein Spieler innerhalb von 30 Tagen keinen Zug ab, so wird dies als Zeitüberschreitung im Sinne des Artikels 5.6 gewertet, auch wenn der Spieler die Bedenkzeit nach Art. 5.3 noch nicht überschritten hat. Die Regelung des vorangegangenen Satzes gilt für alle Turniere und Runden, die nach dem 15.11.2002 gestartet sind.

 

            5.5    Mahnpflicht bei ausstehenden Antworten

 

Wartet ein Spieler länger als 10 Tage auf die Antwort seines Gegners und hat keine Information darüber erhalten, warum eine solche Verzögerung eintritt, so sendet er seinem Gegner zunächst eine Erinnerungsmail, in der er auch seinen letzten Zug nochmals vermerkt; die Erinnerungsmail und eine darauf erfolgende Antwort sind in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter zu senden. Erfolgt keine Reaktion innerhalb von weiteren 10 Tagen, so ist der Turnierleiter zu informieren; dieser setzt dem Spieler, dessen Züge ausstehen, eine angemessene Frist zur Wiederaufnahme der Partie(n).

 

            5.6    Zeitüberschreitung

 

Ist ein Spieler der Ansicht, sein Gegner habe die Bedenkzeit überschritten, so teilt er dies dem zuständigen Turnierleiter mit; die E-Mail ist in Kopie (CC) auch an den Gegner zu übermitteln. Stellt der Turnierleiter eine Zeitüberschreitung fest, so wird die Partie des betroffenen Spielers als verloren gewertet.

 

            5.7    Übergangsregelung zur Zeitüberschreitung

 

In allen Gruppen, die bis einschließlich 31.12.02 gestartet sind/werden (offizieles Startdatum), gelten statt des Art. 5.6 die Art. 5.7.1 bis 5.7.2.

 

5.7.1    Erste Zeitüberschreitung

 

Jeder Spieler darf die Bedenkzeit höchstens einmal überschreiten. Eine weitere Überschreitung führt zum Verlust der Partie.

Ist ein Spieler der Ansicht, sein Gegner habe die Bedenkzeit zum ersten Mal überschritten, so teilt er ihm dies mit. Stimmt der Gegner zu, wird dessen Zeitrechnung ab dem folgenden Zug von Neuem begonnen, er darf die Bedenkzeit nicht nochmals überschreiten; stimmt er nicht zu, ist der Turnierleiter zu informieren, der eine abschließende Entscheidung trifft.

 

5.7.2    Zweite Zeitüberschreitung

 

Die Reklamation einer zweiten Zeitüberschreitung ist direkt an den Turnierleiter zu senden; die E-Mail ist in Kopie (CC) auch an den Gegner zu übermitteln. Stellt der Turnierleiter die zweite Zeitüberschreitung fest, so wird die Partie für die betroffene Person als verloren gewertet.

 

            5.8    Urlaub

 

Jedem Spieler stehen pro Kalenderjahr bis zu 5 Wochen (35 Tage) Urlaub zu. Urlaub darf nur in allen laufenden Turnieren / Gruppen gleichzeitig genommen werden. Der Urlaub unterbricht nur die Bedenkzeit des betreffenden Spielers, die Bedenkzeit seiner Gegner bleibt davon unberührt.

 

Jeder Spieler teilt allen Gegnern und zuständigen Turnierleitern rechtzeitig seinen Urlaub im voraus mit, anderenfalls gilt der Urlaub als nicht genommen, die Bedenkzeit berechnet sich dann nach Artikel 5.2. Dies gilt auch dann, wenn der Spieler in einem mehrrundigen Turnier gerade keine offenen Partien hat. Hat ein Spieler keine laufenden Turniere, möchte jedoch in Hinblick auf solche Turniere Urlaub nehmen, zu denen er sich angemeldet hat, teilt er dies dem Turnierbüro mit. Gibt der Spieler einen Zug in einer der Partien ab, so gilt der Urlaub insgesamt als beendet.

 

            5.9    Sonderurlaub

 

Benötigt ein Spieler mehr Urlaub, so hat er dies zu begründen. Sonderurlaub wird nur gewährt, wenn der reguläre Urlaub verbraucht ist, und in der Regel höchstens im Umfang von 5 Wochen pro Jahr. Über die Gewährung von Sonderurlaub und seine Dauer entscheidet das Turnierbüro.

 

5.9.1    Unerwartete Ereignisse, rückwirkender Urlaub

 

Bei technischen Problemen mit dem Online-Zugang oder bei anderen Notfällen kann eine Mitteilung über notwendigen Urlaub/Sonderurlaub auch per Fax, telefonisch, per Post oder per Mail an das Turnierbüro erfolgen, wenn der Spieler an einer üblichen Urlaubsmeldung gehindert ist.

 

Urlaub/Sonderurlaub kann auf Antrag in ausreichend begründeten Fällen bis zum Gesamtumfang rückwirkend genehmigt werden; dies gilt jedoch nur, wenn der beantragende Spieler die Beantragung des Urlaubs nicht schuldhaft verzögert hat, dies hat er glaubhaft zu machen. Ein Antrag auf rückwirkenden Urlaub/Sonderurlaub ist an das Turnierbüro zu richten.

 

            5.10  Höchstspieldauer in Turnieren

 

Um den Ablauf von Turnieren in einem angemessen zeitlichen Rahmen zu gewährleisten, gilt für Partien, die innerhalb eines Turniers gespielt werden, eine Höchstspieldauer. Für eine Partie steht beiden Spielern zusammen (einschließlich Urlaubszeiten) ab dem offiziellen Beginn maximal 1 Jahr zur Verfügung.

 

Ist eine Partie nach einem Jahr nicht beendet, so teilen beide Spieler dem Turnierleiter den Stand der Partie mit (einschließlich der Notation aller Züge gemäß 7.1 und beantragen die Wertung. Beantragt ein Spieler als Wertung Remis oder seinen Sieg, so hat er dies zu begründen.

 

Partien, in denen die Spieler innerhalb eines Jahres nicht mindestens 30 Züge getätigt haben, werden Remis gewertet. Im Übrigen entscheidet das Bewertungsgremium über den Ausgang der Partie, sofern nicht beide Spieler denselben Antrag stellen. Hierfür wird ein einheitliches Verfahren verwendet.

 

Die Regelungen gelten analog für Partien, für die durch abweichende Regeln oder die Turnierausschreibung eine andere Höchstspieldauer festgelegt wurde.

 

 

6.       Zugübermittlung

 

            6.1    HTML-Verbot

 

Die Züge werden per E-Mail übermittelt. Die Verwendung des HTML-Formats, sog. "Briefpapier" u.ä. ist nicht erwünscht; insbesondere ist die Verwendung auf Wunsch des Gegners unbedingt zu unterlassen; dies gilt nicht, wenn zwingende technische Gründe vorliegen.

 

            6.2    PGN-Pflicht

 

Die E-Mail enthält neben den in 5.2 vorgeschriebenen Angaben die vollständige bisherige Partie im PGN-Format.

Die PGN-Info-Seite ist Bestandteil der Spielordnung, ihr Inhalt ist bindend für alle Mitglieder. Von dieser Regelung darf nur aus zwingenden Gründen abgewichen werden; die Abweichung muss vom Turnierleiter genehmigt werden.

 

            6.3    Eventualzüge

 

Es können Eventualzüge ("Falls ... dann ...") angegeben werden; sie sind klar als solche zu kennzeichnen.

 

6.4        Übermittlungsfehler

 

Die Züge sind in einer zweifelsfreien Notation zu übermitteln. Übermittelt ein Spieler einen unmöglichen, regelwidrigen oder einen Zug, der nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, so fällt ihm der dadurch entstandene Zeitverlust als Bedenkzeit zur Last. Ihm werden außerdem 5 Tage Bedenkzeit als Strafe angerechnet.

 

Der Gegner hat den Übermittler des Zuges unverzüglich darauf hinzuweisen, dass sein Zug unmöglich, regelwidrig oder nicht zweifelsfrei notiert ist; die Zeit bis zur Reklamation durch den Gegner gilt nicht als Bedenkzeit des übermittelnden Spielers.

Diese Regelung ist sinngemäß auf die Wiederholung der gegnerischen Züge anzuwenden; ohne korrekte Wiederholung des letzten gegnerischen Zuges (oder im Falle angenommener Eventualzüge der gesamten Eventualzugfolge) kann kein gültiger Zug erfolgen.

 

            6.5    Notation

 

Als Figurenabkürzungen sind sowohl die Deutschen (KDTLS) als auch die Englischen (KQRBN) zulässig; die Rochade ist einheitlich mit 0-0 bzw. 0-0-0 zu notieren. Bei Bauernumwandlung ist hinter dem Zug die Figur anzugeben, in die der Bauer umgewandelt werden soll. Das Weglassen oder Hinzusetzen schachlicher Zeichen (z.B. + für "Schach" oder x für "schlägt") ist ohne Bedeutung. Ein Zug wird dadurch nicht unmöglich oder unklar.

 

            6.6    Unzulässigkeit der Zugrücknahme

 

Die Rücknahme eines gültigen Zuges ist auch mit Zustimmung des Gegners unzulässig.

 

 

7.       Ergebnismeldung; Wertung und Archiv

 

            7.1    Ergebnismeldung an den Turnierleiter

 

Nach Abschluss einer Partie sind beide Spieler unabhängig von einander dazu verpflichtet, unverzüglich einen Spielbericht an den zuständigen Turnierleiter zu senden; dieser ist als Kopie (CC) auch jeweils an den Gegner zu senden. Der Spielbericht enthält eine Aufzeichnung aller gespielten Züge und muss unbedingt im PGN-Format vorliegen. Erst nach Eingang des Berichts, wird das Spiel gewertet. Berichte, die nicht dem PGN-Format entsprechen, können und sollen auch in der Regel vom Turnierleiter zurückgewiesen werden. Weist der Turnierleiter den Spielbericht zurück, so ist dieser unverzüglich zu korrigieren und erneut in korrigierter Fassung an den Turnierleiter zu übermitteln.

 

            7.2    Datensicherungspflicht der Spieler

 

Die Spieler sind verpflichtet, die Partienotation und alle übrigen wesentlichen Daten zum Partieverlauf mindestens bis 6 Wochen nach dem vom Turnierleiter förmlich bekannt gegebenen Ende eines Turniers bzw einer Runde so zu sichern, dass sie sie dem zuständigen Turnierleiter oder dem Turnierbüro auf Anfrage kurzfristig übermittelt werden können. Übermittelt ein Spieler die Daten auf Anfrage nicht, so gehen Unklarheiten im Zweifel zu seinen Lasten.

 

            7.3    Turniersieger

 

Sieger eines Turniers oder einer Runde ist, wer die meisten Punkte erzielt hat. Erzielen 2 oder mehr Spieler dieselbe Punktzahl, so belegen sie gemeinsam die ihren Punkten entsprechenden Plätze. Erzielen 2 oder mehr Spieler dieselbe Punktzahl in einer Vor- oder Zwischenrunde, ohne dass alle in die nächste Runde aufsteigen können, entscheidet eine Wertung nach dem Sonneborn-Berger-System; erzielen auch hierbei 2 oder mehr Spieler dasselbe Ergebnis, entscheiden zunächst die Ergebnisse zwischen den betroffenen Spielern, danach das Los.

Die Ausführungen zur Folgerunde in Artikel 4.4 gelten entsprechend.

 

            7.4    Rangliste

 

Der DESC führt eine Rangliste nach dem Elo-Verfahren. Für die Rangliste werden alle Turnierspiele und angemeldeten Einzelmatches ausgewertet, die im Rahmen des DESC per E-Mail gespielt und deren Ergebnisse korrekt gemeldet werden; hiervon können begründete Ausnahmen gemacht werden.

 

            7.5    Archiv

 

Alle Partien, die im Rahmen von Einzelwettkämpfen und Turnieren im DESC gespielt werden, werden im Rahmen des den Administratoren des DESC Möglichen archiviert und auf der Homepage veröffentlicht; hiervon können begründete Ausnahmen gemacht werden. Jedes Mitglied des DESC stimmt der Veröffentlichung seiner Partien unter Nennung seines Namens zu.

 

 

8.       Besondere Regeln für Mannschaftsturniere

 

            8.1    Grundsatz

 

Für Mannschaftsturniere gelten die allgemeinen Spielregeln im vollem Umfang, soweit sie anwendbar sind und in diesem Artikel keine abweichenden Regelungen getroffen werden.

 

            8.2    Mannschaftskapitän

 

Soweit ein Mannschaftskapitän (MK) vorgesehen ist, ist dieser bei der Anmeldung von der Mannschaft zu bezeichnen, anderenfalls wird der Spieler an Brett 1 als MK herangezogen; der MK sollte Mitglied der Mannschaft sein; ist er nicht Mitglied der Mannschaft, so darf er nur dann Mitglied einer anderen Mannschaft sein, wenn keine Interessenkonflikte zu befürchten sind.

 

Soweit ein Mannschaftskapitän bestimmt wurde, vertritt dieser die Mannschaft insbesondere gegenüber dem Turnierleiter; die einzelnen Pflichten des Mannschaftskapitäns regelt die Turnierausschreibung. Wird ein Mannschaftsturnier ohne Mannschaftskapitäne gespielt, kann die Mannschaft bei besonderen Anlässen (z.B. im Falle einer Revision) einen Vertreter benennen.

 

            8.3    Turniersieger in Mannschaftsturnieren

 

Sieger eines Mannschaftsturniers oder einer Runde in einem solchen ist die Mannschaft, die die meisten Mannschaftspunkte geholt hat. Die Mannschaftspunkte berechnen sich aus den Ergebnissen der einzelnen Mannschaften untereinander, wobei ein Sieg (höhere Summe der Brettpunkte) über eine andere Mannschaft 2 Mannschaftspunkte einbringt, ein Remis (gleiche Summe der Brettpunkte) 1 Mannschaftspunkt und eine Niederlage 0. Erzielen 2 oder mehr Mannschaften dieselbe Mannschaftspunktzahl, so belegen sie gemeinsam die ihren Mannschaftspunkten entsprechenden Plätze. Erzielen 2 oder mehr Mannschaften dieselbe Mannschaftspunktzahl in einer Vor- oder Zwischenrunde, ohne dass alle in die nächste Runde aufsteigen können, entscheidet zunächst die Summe der Brettpunkte; erzielen auch hierbei 2 oder mehr Mannschaften dasselbe Ergebnis, entscheiden zunächst die Ergebnisse zwischen den betroffenen Mannschaften (bei Punktegleichheit unter Einbeziehung der Berliner Wertung), danach das Los.

 

            8.4    Ersetzung eines Spielers in Mannschaftsturnieren

 

Abweichend von Artikel 4.5. und 4.6. ist die Ersetzung eines Spielers auch während einer laufenden Partie mit Zustimmung des Turniersleiters möglich, wenn hierfür wichtige Gründe vorliegen. In diesem Fall hat der MK unverzüglich Sonderurlaub nach Artikel 5.9a. zu beantragen. Der neue Spieler darf nicht bereits an dem Turnier teilnehmen; er übernimmt die laufenden Partien vom ersetzten Spieler insbesondere einschließlich Bedenkzeit, etwaigen ZÜs und verbrauchtem Urlaub.

 

Setzen Spieler Partien nicht fort, verstoßen anderweitig in erheblichen Umfang gegen die Regeln, antworten dem Turnierleiter nicht oder verstoßen gegen die Grundsätze der Sportlichkeit, kann der Turnierleiter die Ersetzung auch anordnen und der Mannschaft hierfür eine Frist setzen. Der zuständige Turnierleiter bestimmt, ob und in welchem Umfang die ersetzende Mannschaft während der Ersetzung mit der angefallenen Bedenkzeit belastet wird.

 

 

9.       Sportlichkeit des Spiels; Sanktionen

 

            9.1    Entschuldigter Rücktritt

 

Ein Spieler kann in begründeten Fällen von einem Spiel oder Turnier zurücktreten. Er teilt dies mit Begründung seinen Gegnern und dem zuständigen Turnierleiter mit; dieser entscheidet, ob ein hinreichender Grund vorliegt. Wird der Rücktritt vom Turnierleiter genehmigt, werden die betroffenen Spiele für den Spieler als verloren gewertet.

 

            9.2    Turnierleiter-Entscheidung bei Regelverstößen

 

Bricht ein Spieler eine Partie oder ein Turnier ohne (hinreichende) Begründung ab, verstößt anderweitig gegen die Spielordnung bzw. die Turnierausschreibung oder verhält sich in anderer Weise unsportlich, kann der zuständige Turnierleiter eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen gegen den Spieler verhängen:

 

a)      Verwarnung des Mitglieds

b)      Disqualifikation für die aktuell betroffene Partie mit Wertung der Partie zugunsten des reklamierenden Gegners

c)      Disqualifikation für das laufende Turnier mit Wertung aller restlichen Partien gegen den entsprechenden Spieler.

 

9.3        Auflagen durch die Revisionskommission

 

In besonders schwerwiegenden bzw. bei wiederholten Fällen von Verstößen gegen die Spielordnung bzw. von unsportlichem Verhalten kann der TL beim Admin-Team eine Behandlung der Angelegenheit durch die Revisionskommission (entsprechend § 7 (4) der Satzung des DESC) beantragen. Die Revisionskommission kann dem betroffenem Mitglied Auflagen erteilen, eine Maßnahme nach Artikel 9.2. und/oder eine Startsperre für die Dauer von einem bis zu 12 Monaten verhängen. Eine Startsperre verbietet dem Mitglied, sich zu irgendeinem Turnier des DESC anzumelden. Sie beeinträchtigt nicht die laufenden Turniere des Mitglieds.

 

 

10.     Inkrafttreten der Spielordnung

 

Diese Spielordnung tritt durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom ... in Kraft.

Zuletzt geändert am 20.04.2010