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Deutscher E-Mail-Schachclub

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Spielordnung

Spielordnung des Deutschen E-Mail-Schachclubs (DESC)

1. Grundsatz

Die Spielordnung bestimmt die Regeln für jede im DESC ausgetragene E-Mail-Schachpartie. Sofern in der Spielordnung keine abweichenden Regelungen getroffen werden, gelten zugleich die Schachregeln der FIDE, soweit sie anwendbar sind. Für einzelne Turnierformen können in der jeweiligen Turnierausschreibung ergänzende Festlegungen getroffen werden.

2. Organisation und Leitung

2.1 Turnierleiter

Die Turniere werden von Turnierleitern (TL) organisiert und durchgeführt. Sie legen den Ablauf der einzelnen Turnierformen fest und koordinieren den unmittelbaren Turnierbetrieb. Die Turnierleiter treffen ihre Entscheidungen im Rahmen der Spielordnung und der jeweiligen Turnierausschreibung. Soweit keine Regelung getroffen wurde, entscheiden die Turnierleiter nach ihrem Ermessen unter Berücksichtigung aller Interessen und im Sinne der Sportlichkeit. In Turnieren mit mehreren Gruppen (Open, Meisterschaft, Liga und VM) werden die Turnierleiter so zugeteilt, daß sie nicht in den Gruppen als Turnierleiter fungieren, an denen sie selbst als Spieler teilnehmen.

Die Turnierleiter können von den Spielern ihrer Turniere/Gruppen Auskünfte über den Start, Verlauf und das Ende von Partien sowie über alle in Zusammenhang mit dem Turnier stehenden Tatsachen verlangen, soweit dies in der Spielordnung vorgesehen oder für die Durchführung des Turniers erforderlich ist. Die Spieler sind verpflichtet, den Turnierleitern die Auskünfte in einer angemessenen Frist zu erteilen.

2.2 Turnierdirektoren

Soweit erforderlich, werden für einzelne Turnierformen Turnierdirektoren (TD) ernannt, die in Zusammenarbeit mit den zuständigen Turnierleitern die zentrale Koordination einer Turnierform übernehmen. Soweit in dieser Spielordnung der Begriff »Turnierleiter« benutzt wird, so sind damit in den entsprechenden Turnierformen auch die Turnierdirektoren gemeint.

3. Spielformen

3.1 Einzelmatches

Jedes Clubmitglied kann jedes andere Clubmitglied zu einem Einzelwettkampf herausfordern; wird die Herausforderung angenommen, spielen beide Spieler gleichzeitig zwei Partien mit wechselndem Anzug. Die Einzelwettkämpfe werden von einem Turnierleiter betreut; er ist Ansprechpartner der Spieler in allen Fragen rund um die Einzelmatches.

3.2 Ständige Turniere

Die ständigen Turniere starten, sobald sich die vorgesehene Zahl von Mitspielern angemeldet hat.

Der DESC veranstaltet folgende ständigen Turniere:

  1. Rundenturniere mit drei, vier, sieben oder 15 Teilnehmern
  2. Rundenturniere mit fünf Teilnehmern für Spieler mit einer DESC-Wertzahl unter 1800
  3. Turniere im KO-Modus und im Schweizer System
  4. Thematurniere
  5. Siegerturniere
  6. die DESC-Pyramide
  7. die DESC-Mannschaftspyramide
3.3 Sonderturniere

Die Sonderturniere werden jährlich ausgerichtet.

Der DESC veranstaltet folgende Sonderturniere:

  1. DESC-Meisterschaft
  2. DESC-Pokal
  3. DESC-Open
  4. DESC-Mannschaftsopen
  5. DESC-Liga

Das Admin-Team kann darüber hinaus Turniere aus besonderem Anlass ausschreiben.

3.4 Mannschaftswettkämpfe

Der DESC nimmt mit Mannschaften an Vergleichswettkämpfen, Länderkämpfen und Mannschaftsturnieren teil.

4. Anmeldung und Spielbeginn; Ersetzung von Spielern

4.1 Anmeldung

Jeder Spieler, der an einer Turnierform teilnehmen möchte, meldet sich beim Turnierbüro an. Abweichend davon melden sich Spieler, die Einzelmatches spielen wollen oder die an den DESC-Pyramiden teilnehmen wollen direkt beim zuständigen Turnierleiter an.

4.2 Herausforderung und Startbestätigung in Einzelmatches

Ein Einzelwettkampf wird begonnen, indem ein Spieler einem anderen Spieler den ersten Zug seiner weißen Partie übermittelt und ihn zu einem Einzelwettkampf herausfordert. Der Herausgeforderte entscheidet, ob er die Herausforderung annimmt oder ablehnt. Wird die Herausforderung abgelehnt, setzt der Herausgeforderte den Herausforderer von der Ablehnung in Kenntnis; das Spiel wird nicht fortgesetzt.

Akzeptiert der Herausgeforderte die Herausforderung, sendet er seine erste E-Mail in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter für Einzelmatches; auf diese Weise wird der Wettkampf angemeldet. In der ersten E-Mail erwidert der herausgeforderte die erste Partie mit Schwarz und eröffnet gleichzeitig die zweite Partie mit Weiß. Ergänzend sendet der Herausforderer seine darauf folgende Antwort ebenfalls in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter. Partien aus nicht angemeldeten Wettkämpfen werden nicht für die Rangliste gewertet und nicht in das Spielarchiv aufgenommen. Clubmitglieder, die ein besonderes Interesse an Einzelmatches haben, können sich in die Spielersuchliste eintragen lassen.

4.3 Turnierstart

Der Turnierleiter versendet mindestens zehn Tage vor dem offiziellen Beginn eines Turniers oder einer Runde eine Teilnehmerliste an alle Teilnehmer und nennt dort auch den Turnierbeginn. Die Bedenkzeitrechnung beginnt erst am Tag des Turnierbeginns; die Partien können bereits vorher begonnen werden, für diesen Zeitraum fällt keine Bedenkzeit an.

Wird bereits bei der Ausschreibung eines Sonderturniers für die erste Runde ein fester Starttag festgelegt, so bedarf es keiner weiteren Frist zwischen dem Versand der Teilnehmerliste und dem Turnierbeginn; dasselbe gilt, wenn bei der Ausschreibung auch die Starttage weiterer Runden festgelegt wurden.

4.4 Startbestätigung in Turnieren

In Turnieren informieren alle Spieler den zuständigen Turnierleiter, sobald alle Partien, an denen sie beteiligt sind, begonnen haben. Die Meldung erfolgt spätestens am zehnten Tag nach dem Starttermin des Turniers. Haben zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Partien begonnen, ist der Turnierleiter auch hierüber unter Angabe der betroffenen Partien zu informieren (bitte Partienummer/Gegner angeben).

4.5 Ersetzung eines Spielers zu Beginn eines Turniers

Tritt ein Spieler zu einem Turnier nicht an, so kann der Turnierleiter ihn innerhalb der ersten vier Wochen seit Beginn des Turniers nach seinem Ermessen durch einen anderen Spieler ersetzen. Soweit ein Spieler nach dem Starttermin eines Turniers ersetzt wird, legt der Turnierleiter für alle Partien des Ersatzspielers einen abweichenden Starttermin fest, ab dem in diesen Partien die Bedenkzeit beginnt; das Ende dieser Partien bemisst sich nicht nach dem abweichenden Starttermin.

4.6 Ersetzung eines Spielers zu Beginn einer Folgerunde

Tritt in einem mehrrundigen Turnier, in dem die Teilnehmer einer Runde nicht vollständig auch an der nächsten Runde teilnehmen, ein Spieler, der sich für die Folgerunde qualifiziert hat, nicht an, so nimmt sein letzter Gegner bzw. der Nächstplatzierte der letzten Runde seinen Platz ein.

Die besonderen Turniere für Turniersieger sind keine Folgerunden in diesem Sinne; dasselbe gilt für Turniere mit besonderen Zugangsvoraussetzungen, die sich aus den Ergebnissen in anderen Turnieren ergeben.

5. Bedenkzeit; Urlaub; Höchstspieldauer

5.1 Grundsatz; Ausnahmen für Einzelmatches

Grundsätzlich sollen alle Regelungen zu Urlaub und Bedenkzeit den Sinn erfüllen, möglichst alle Partien innerhalb der Höchstspieldauer zu einem sportlichen Ergebnis zu führen. Die Turnierleiter und das Turnierbüro sind angehalten, ihre Entscheidungen im Rahmen ihres Entscheidungsspielraumes diesem Ziel unterzuordnen. Die Regelungen zu Bedenkzeit und Urlaub gelten für alle Einzelwettkämpfe und Turniere. Die beiden Teilnehmer eines Einzelmatches können mit Beginn des Wettkampfes Abweichungen von diesen Regelungen gemeinsam beschließen, der zuständige Turnierleiter ist von den beschlossenen Abweichungen zu informieren.

5.2 Berechnung der Bedenkzeit

Bedenkzeit ist die Zeitdifferenz zwischen dem Tag, an dem ein Spieler einen Zug erhält (Ankunftstag), und dem, an dem er die Antwort an seinen Gegner abschickt (Absendetag). Antwortet ein Spieler am selben Tag, beträgt die Bedenkzeit für diesen Zug null Tage.

Jeder Spieler teilt seinem Gegner bei Abgabe eines Zuges den Ankunftstag des letzten gegnerischen Zuges sowie den Abgangstag des eigenen Zuges, die für diesen Zug sowie die insgesamt verbrauchte Bedenkzeit mit. Als Ankunftstag der E-Mail gilt der Tag entsprechend gültiger mitteleuropäischer Zeit, an dem sie den Mailserver des Spielers erreicht hat; der Zeitpunkt des Abrufs durch den Spieler ist unerheblich; als Absendetag gilt der Tag entsprechend gültiger mitteleuropäischer Zeit, an dem die E-Mail tatsächlich losgeschickt wurde.

5.3 Reklamation der Bedenkzeit

Ist ein Spieler der Ansicht, dass die Bedenkzeitangaben seines Spielpartners nicht korrekt sind, so muß er dieses unverzüglich mit seinem Spielpartner abstimmen. Geschieht das nicht, ist die Reklamation einer Zeitüberschreitung nicht möglich. Wenn die Spieler sich nicht über die verbrauchte Bedenkzeit einigen können, so ist der Turnierleiter einzuschalten, der dann für beide Spieler die Bedenkzeitangaben verbindlich festlegt.

5.4 Dauer der Bedenkzeit

Die Bedenkzeit beträgt 30 Tage für 10 Züge. Nicht verbrauchte Bedenkzeit wird gutgeschrieben.

5.5 Maximale Bedenkzeit pro Zug

Pro Zug stehen jedem Spieler höchstens zehn Tage Bedenkzeit zu. Benötigt ein Spieler mehr als zehn Tage, teilt er dies seinem Gegner mit. In Notfällen kann eine Mitteilung auch per Fax, telefonisch oder per Post erfolgen.

Verbraucht ein Spieler für einen Zug mehr als zehn Tage, ohne dies anzukündigen, so zählt seine weitere Bedenkzeit doppelt, sobald er eine Erinnerungsmail des Gegners gemäß Punkt 5.6 erhalten hat. Dabei zählt bereits derjenige Tag doppelt, an dem er die Erinnerungsmail erhält (siehe Beispiel). Eine Verlängerung der Bedenkzeit für einen einzelnen Zug auf mehr als 30 Tage ist ausgeschlossen; gibt ein Spieler innerhalb von 30 Bedenkzeit-Tagen keinen Zug ab, so wird dies als Zeitüberschreitung im Sinne des Artikels 5.7 gewertet, auch wenn der Spieler die Bedenkzeit nach Art. 5.4 noch nicht überschritten hat.

Beispiel:

5.6 Mahnpflicht bei ausstehenden Antworten

Wartet ein Spieler länger als zehn Tage auf die Antwort seines Gegners und hat keine Information darüber erhalten, warum eine solche Verzögerung eintritt, so sendet er seinem Gegner zunächst eine Erinnerungsmail, in der er auch seinen letzten Zug nochmals vermerkt; die Erinnerungsmail und eine darauf erfolgende Antwort sind in Kopie (CC) an den zuständigen Turnierleiter zu senden. Erfolgt keine Reaktion innerhalb von weiteren fünf Kalendertagen, so ist der Turnierleiter zu informieren; dieser setzt dem Spieler, dessen Züge ausstehen, eine angemessene Frist zur Wiederaufnahme der Partie(n).

5.7 Zeitüberschreitung

Ist ein Spieler der Ansicht, sein Gegner habe die Bedenkzeit überschritten, so teilt er dies unverzüglich dem zuständigen Turnierleiter mit; die E-Mail ist in Kopie (CC) auch an den Gegner zu übermitteln. Die Reklamation der Zeitüberschreitung muss eine einwandfreie, alle Einzelheiten berücksichtigende Aufstellung der Bedenkzeiten enthalten. Diese Aufstellung muss dem Turnierleiter innerhalb einer E-Mail zugesandt werden. Mailanhänge sind dabei nicht zulässig. Mit der Reklamation der Zeitüberschreitung ruht die Bedenkzeit, ein Weiterspielen der Partie ist nicht gestattet. Stellt der Turnierleiter eine Zeitüberschreitung fest, so wird die Partie des betroffenen Spielers als verloren gewertet. Stellt der Turnierleiter keine Zeitüberschreitung fest, teilt er den Spielern mit, ab welchem Datum die Bedenkzeit wieder startet und die Partie fortzusetzen ist.

5.8 Urlaub

Auf Wunsch kann jeder Spieler in einem Turnierjahr bis zu sechs Wochen Urlaub nehmen; in besonderen Fällen kann zusätzlich Sonderurlaub nach 5.9 beantragt werden. Das Turnierjahr beginnt in dem Monat, in dem der Turnierstart erfolgt. Der Urlaub muss für alle Partien eines Turniers gleichzeitig genommen werden und muss zusammenhängend mindestens sieben Kalendertage betragen; er führt für den Beurlaubten zum Ruhen aller Bedenkzeiten und aller Fristen dieser Spielordnung. Für die nach Urlaubsbeginn am Zuge befindlichen Partner des Beurlaubten läuft deren Bedenkzeit jeweils bis zur Zugabgabe weiter. Eine im Urlaub erhaltene Zugantwort gilt für den Beurlaubten als am Tage nach Urlaubsende zugegangen.

Für die Kontrolle und Reklamation der Inanspruchnahme von Urlaub sind die Spieler selbst bzw. deren Gegenspieler verantwortlich.

Jeder Spieler teilt allen Gegnern und zuständigen Turnierleitern seinen Urlaub im voraus mit, anderenfalls gilt der Urlaub als nicht genommen, die Bedenkzeit berechnet sich dann nach Artikel 5.2. Dies gilt auch dann, wenn der Spieler in einem mehrrundigen Turnier gerade keine offenen Partien hat. Hat ein Spieler keine laufenden Turniere, möchte jedoch in Hinblick auf solche Turniere Urlaub nehmen, zu denen er sich angemeldet hat, teilt er dies dem Turnierbüro mit. Gibt der Spieler einen Zug in einer der Partien ab, so gilt der Urlaub insgesamt als beendet.

Beim Start eines jeden Turniers hat der zuständige Turnierleiter den nachfolgenden Text zusammen mit den Spielpaarungen, den E-Mail-Adressen der beteiligten Spieler und den weiteren für das Turnier wichtigen Daten an jeden der beteiligten Spieler zu senden:

Urlaub: Geregelt ist der »Urlaub in Mannschaften und Einzel-Turnieren« in der Spielordnung im Abschnitt 5.8 (Urlaub). Pro Turnierjahr stehen jedem Spieler sechs Wochen Urlaub zu. Wer Urlaub machen will, der muss eine Mail mit den entsprechenden Angaben an alle Gegner, alle betroffenen Turnierleiter und an das Turnierbüro (tb@desc-online.de) schicken. Während des Urlaubs darf man keine Züge schicken, oder anders formuliert: der Urlaub endet sofort, wenn man in einer Partie einen Zug macht. Es wäre aber nett, wenn ein Spieler, der seinen Urlaub - aus welchem Grund auch immer - abbrechen will, dies in einer Mail an den oben genannten Personenkreis kundtut.

5.9 Sonderurlaub

Benötigt ein Spieler mehr Urlaub, so hat er dies zu begründen. Sonderurlaub wird in der Regel höchstens im Umfang von fünf Wochen pro Jahr gewährt. Achtung: Abweichend von der »normalen« Urlaubsregelung kann Sonderurlaub nur in allen DESC-Turnieren gleichzeitig genommen werden! Über die Gewährung von Sonderurlaub und seine Dauer entscheidet das Turnierbüro. Das Turnierbüro berücksichtigt bei seiner Entscheidung, ob dadurch der reibungslose Turnierverlauf ungebührlich beeinträchtigt wird oder nicht.

5.9.1 Unerwartete Ereignisse, rückwirkender Urlaub

Bei technischen Problemen mit dem Online-Zugang oder bei anderen Notfällen kann eine Mitteilung über notwendigen Urlaub/Sonderurlaub auch per Fax, telefonisch, per Post oder per Mail an das Turnierbüro erfolgen, wenn der Spieler an einer üblichen Urlaubsmeldung gehindert ist.

Urlaub/Sonderurlaub kann auf Antrag in ausreichend begründeten Fällen bis zum Gesamtumfang rückwirkend genehmigt werden; dies gilt jedoch nur, wenn der beantragende Spieler die Beantragung des Urlaubs nicht schuldhaft verzögert hat; dies hat er glaubhaft zu machen. Ein Antrag auf rückwirkenden Sonderurlaub ist an das Turnierbüro zu richten.

5.10 Höchstspieldauer in Turnieren

Um den Ablauf von Turnieren in einem angemessen zeitlichen Rahmen zu gewährleisten, gilt für Partien, die innerhalb eines Turniers gespielt werden, eine Höchstspieldauer. Für eine Partie steht beiden Spielern zusammen (einschließlich Urlaubszeiten) ab dem offiziellen Beginn maximal ein Jahr zur Verfügung.

Ist eine Partie nach einem Jahr nicht beendet, so teilen beide Spieler dem Turnierleiter nach Aufforderungden Stand der Partie mit einschließlich der Notation aller Züge gemäß 7.1 und beantragen die Wertung entsprechend der Abschätzungsrichtline.

Partien, in denen die Spieler innerhalb eines Jahres nicht mindestens 30 Züge getätigt haben, werden Remis gewertet. Im Übrigen entscheidet die Wertungskommission entsprechend der Abschätzungsrichtlinie über den Ausgang der Partie, sofern die Abschätzung nicht entfällt. Die Regelungen gelten analog für Partien, für die durch abweichende Regeln oder die Turnierausschreibung eine andere Höchstspieldauer festgelegt wurde.

In der jeweiligen Finalrunde eines Einzel- oder Mannschaftsopens oder der DESC-Meisterschaft kann die Turnierleitung im Einzelfall mit Einverständnis der beteiligten Spieler eine Verlängerung der Höchstspieldauer beschließen, so es sich um eine Partie handelt, die direkten Einfluss auf die Vergabe des ersten Platzes besitzt.

6. Zugübermittlung

6.1 HTML-Verbot

Die Züge werden per E-Mail übermittelt. Die Verwendung des HTML-Formats, sog. "Briefpapier" u.ä. ist nicht erwünscht; insbesondere ist die Verwendung auf Wunsch des Gegners unbedingt zu unterlassen; dies gilt nicht, wenn zwingende technische Gründe vorliegen.

6.2 PGN-Pflicht

Die E-Mail enthält neben den in 5.2 vorgeschriebenen Angaben die vollständige bisherige Partie im PGN-Format.

Die PGN-Info-Seite ist Bestandteil der Spielordnung, ihr Inhalt ist bindend für alle Mitglieder. Von dieser Regelung darf nur aus zwingenden Gründen abgewichen werden; die Abweichung muss vom Turnierleiter genehmigt werden.

6.3 Eventualzüge

Es können Eventualzüge (»Falls … dann …«) angegeben werden; sie sind klar als solche zu kennzeichnen. Es gibt keine ausdrückliche Pflicht, Eventualzüge zu beachten. Durch eine Eventualzugabgabe kann eine Zeitüberschreitung nicht verhindert werden. Für den Absender der Eventualzugfolge geht die Bedenkzeit zu Lasten des ersten abgegebenen Zuges, für den Empfänger zu Lasten des Antwortzuges auf den letzten angenommenen Eventualzug.

6.4 Übermittlungsfehler

Die Züge sind in einer zweifelsfreien Notation zu übermitteln. Übermittelt ein Spieler einen unmöglichen, regelwidrigen oder einen Zug, der nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, so fällt ihm der dadurch entstandene Zeitverlust als Bedenkzeit zur Last. Ihm werden außerdem fünf Tage Bedenkzeit als Strafe angerechnet.

Der Gegner hat den Übermittler des Zuges unverzüglich darauf hinzuweisen, dass sein Zug unmöglich, regelwidrig oder nicht zweifelsfrei notiert ist; die Zeit bis zur Reklamation durch den Gegner gilt nicht als Bedenkzeit des übermittelnden Spielers, dieser ist bei seiner erneuten Zugabgabe nicht verpflichtet, die »berührt-geführt-Regelung« zu beachten.

Diese Regelung ist sinngemäß auf die Wiederholung der gegnerischen Züge anzuwenden; ohne korrekte Wiederholung des letzten gegnerischen Zuges (oder im Falle angenommener Eventualzüge der gesamten Eventualzugfolge) kann kein gültiger Zug erfolgen.

6.5 Unzulässigkeit der Zugrücknahme

Die Rücknahme eines gültigen Zuges ist auch mit Zustimmung des Gegners unzulässig.

7. Ergebnismeldung; Wertung und Archiv

7.1 Ergebnismeldung an den Turnierleiter

Nach Abschluss einer Partie sind beide Spieler unabhängig von einander dazu verpflichtet, unverzüglich einen Spielbericht an den zuständigen Turnierleiter zu senden; dieser ist als Kopie (CC) auch jeweils an den Gegner zu senden. Der Spielbericht enthält eine Aufzeichnung aller gespielten Züge und muss unbedingt im PGN-Format vorliegen. Erst nach Eingang des Berichts, wird das Spiel gewertet. Berichte, die nicht dem PGN-Format entsprechen, können und sollen auch in der Regel vom Turnierleiter zurückgewiesen werden. Weist der Turnierleiter den Spielbericht zurück, so ist dieser unverzüglich zu korrigieren und erneut in korrigierter Fassung an den Turnierleiter zu übermitteln.

7.2 Datensicherungspflicht der Spieler

Die Spieler sind verpflichtet, die Partienotation und alle übrigen wesentlichen Daten zum Partieverlauf mindestens bis sechs Wochen nach dem vom Turnierleiter förmlich bekannt gegebenen Ende eines Turniers bzw. einer Runde so zu sichern, dass sie sie dem zuständigen Turnierleiter oder dem Turnierbüro auf Anfrage kurzfristig übermittelt werden können. Übermittelt ein Spieler die Daten auf Anfrage nicht, so gehen Unklarheiten im Zweifel zu seinen Lasten.

7.3 Turniersieger

Sieger eines Turniers oder einer Runde ist, wer die meisten Punkte erzielt hat. Erzielen zwei oder mehr Spieler dieselbe Punktzahl, so belegen sie gemeinsam die ihren Punkten entsprechenden Plätze. Erzielen zwei oder mehr Spieler dieselbe Punktzahl in einer Vor- oder Zwischenrunde, ohne dass alle in die nächste Runde aufsteigen können, entscheidet eine Wertung nach dem Sonneborn-Berger-System; erzielen auch hierbei zwei oder mehr Spieler dasselbe Ergebnis, entscheiden zunächst die Ergebnisse zwischen den betroffenen Spielern, danach das Los.

Die Ausführungen zur Folgerunde in Artikel 4.6 gelten entsprechend.

7.4 Rangliste

Der DESC führt eine Rangliste nach dem Elo-Verfahren. Für die Rangliste werden alle Turnierspiele, angemeldeten Einzelmatches und Mannschaftswettkämpfe, die im Rahmen des DESC per E-Mail oder auf einem Server gespielt und deren Ergebnisse korrekt gemeldet werden; hiervon können begründete Ausnahmen gemacht werden.

7.5 Archiv

Alle Partien, die im Rahmen von Einzelwettkämpfen und Turnieren im DESC gespielt werden, werden im Rahmen des den Administratoren des DESC Möglichen archiviert und auf der Homepage veröffentlicht; hiervon können begründete Ausnahmen gemacht werden. Jedes Mitglied des DESC stimmt der Veröffentlichung seiner Partien unter Nennung seines Namens zu.

8. Besondere Regeln für Mannschaftsturniere

8.1 Grundsatz

Für Mannschaftsturniere gelten die allgemeinen Spielregeln im vollem Umfang, soweit sie anwendbar sind und in diesem Artikel keine abweichenden Regelungen getroffen werden.

8.2 Mannschaftskapitän

Soweit ein Mannschaftskapitän (MK) vorgesehen ist, ist dieser bei der Anmeldung von der Mannschaft zu bezeichnen, anderenfalls wird der Spieler an Brett 1 als MK herangezogen; der MK sollte Mitglied der Mannschaft sein; ist er nicht Mitglied der Mannschaft, so darf er nur dann Mitglied einer anderen Mannschaft sein, wenn keine Interessenkonflikte zu befürchten sind.

Soweit ein Mannschaftskapitän bestimmt wurde, vertritt dieser die Mannschaft insbesondere gegenüber dem Turnierleiter; die einzelnen Pflichten des Mannschaftskapitäns regelt die Turnierausschreibung. Wird ein Mannschaftsturnier ohne Mannschaftskapitäne gespielt, kann die Mannschaft bei besonderen Anlässen (z.B. im Falle einer Revision) einen Vertreter benennen.

8.3 Turniersieger in Mannschaftsturnieren

Sieger eines Mannschaftsturniers oder einer Runde in einem solchen ist die Mannschaft, die die meisten Mannschaftspunkte geholt hat. Die Mannschaftspunkte berechnen sich aus den Ergebnissen der einzelnen Mannschaften untereinander, wobei ein Sieg (höhere Summe der Brettpunkte) über eine andere Mannschaft zwei Mannschaftspunkte einbringt, ein Remis (gleiche Summe der Brettpunkte) einen Mannschaftspunkt und eine Niederlage null. Erzielen zwei oder mehr Mannschaften dieselbe Mannschaftspunktzahl, so bestimmt sich die Reihenfolge anhand der erzielten Brettpunkte. Sind diese auch gleich, so belegen sie gemeinsam die ihren Mannschaftspunkten entsprechenden Plätze. Erzielen zwei oder mehr Mannschaften dieselbe Mannschafts- und Brettpunktzahl in einer Vor- oder Zwischenrunde, ohne dass alle in die nächste Runde aufsteigen können, entscheiden zunächst die Ergebnisse zwischen den betroffenen Mannschaften (bei Punktegleichheit unter Einbeziehung der Berliner Wertung), danach das Los.

8.4 Ersetzung eines Spielers in Mannschaftsturnieren

Abweichend von Artikel 4.5. und 4.6. ist die Ersetzung eines Spielers auch während einer laufenden Partie mit Zustimmung des Turnierleiters möglich, wenn hierfür wichtige Gründe vorliegen. In diesem Fall hat der MK unverzüglich Sonderurlaub nach Artikel 5.9 zu beantragen. Der neue Spieler darf nicht bereits an dem Turnier teilnehmen; er übernimmt die laufenden Partien vom ersetzten Spieler insbesondere einschließlich Bedenkzeit, etwaigen Zeitüberschreitungen und verbrauchtem Urlaub.

Setzen Spieler Partien nicht fort, verstoßen anderweitig in erheblichen Umfang gegen die Regeln, antworten dem Turnierleiter nicht oder verstoßen gegen die Grundsätze der Sportlichkeit, kann der Turnierleiter die Ersetzung auch anordnen und der Mannschaft hierfür eine Frist setzen. Der zuständige Turnierleiter bestimmt, ob und in welchem Umfang die ersetzende Mannschaft während der Ersetzung mit der angefallenen Bedenkzeit belastet wird. Ein Spieler, dessen Mannschaft aus dem Turnier ausgeschieden ist, darf in keiner der nachfolgenden Runden am Turnier teilnehmen.

9. Sportlichkeit des Spiels; Sanktionen

9.1 Entschuldigter Rücktritt

Ein Spieler kann in begründeten Fällen von einem Spiel oder Turnier zurücktreten. Er teilt dies mit Begründung seinen Gegnern und dem zuständigen Turnierleiter mit; dieser entscheidet, ob ein hinreichender Grund vorliegt. Wird der Rücktritt vom Turnierleiter genehmigt, werden die betroffenen Spiele auf Entscheidung der Turnierleitung entsprechend der Abschätzungsrichtlinie abgeschätzt, annulliert oder als verloren gewertet.

9.2 Turnierleiter-Entscheidung bei Regelverstößen

Bricht ein Spieler eine Partie oder ein Turnier ohne (hinreichende) Begründung ab, verstößt anderweitig gegen die Spielordnung bzw. die Turnierausschreibung oder verhält sich in anderer Weise unsportlich, kann der zuständige Turnierleiter eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen gegen den Spieler verhängen:

  1. Verwarnung des Mitglieds
  2. Disqualifikation für die aktuell betroffene Partie mit Wertung der Partie zugunsten des reklamierenden Gegners
  3. Disqualifikation für das laufende Turnier mit Wertung aller restlichen Partien gegen den entsprechenden Spieler
9.3 Stillschweigender Rücktritt

Ein stillschweigender Rücktritt liegt vor, wenn ein Spieler weder auf Erinnerungen seiner Gegenspieler noch auf Anfragen oder Aufforderungen des Turnierleiters antwortet. Dies ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Spielordnung und ein grob unsportliches Verhalten. Ein Spieler, der einen stillschweigenden Rücktritt begeht, kann eine Startsperre für die Dauer von bis zu 12 Monaten, im Wiederholungsfall für die Dauer von 24 Monaten und beim dritten Mal eine dauerhafte Startsperre auf Lebenszeit erhalten. Ein stillschweigender Rücktritt muss durch den Turnierleiter an das Admin-Team gemeldet werden und dieses entscheidet über die Verhängung einer Startsperre. Eine Startsperre verbietet dem gesperrten Spieler, sich zu irgendeinem Turnier des DESC anzumelden, dies gilt ausdrücklich auch für Turniere, bei denen für eine Teilnahme die Mitgliedschaft im DESC nicht erforderlich ist. Dabei ist es auch unerheblich, ob dieser Spieler Mitglied des DESC ist oder nicht. Eine Startsperre beeinträchtigt nicht die laufenden Turniere des Spielers.

9.4 Auflagen durch die Revisionskommission

In besonders schwerwiegenden bzw. bei wiederholten Fällen von Verstößen gegen die Spielordnung bzw. von unsportlichem Verhalten kann der Turnierleiter beim Admin-Team eine Behandlung der Angelegenheit durch die Revisionskommission (entsprechend § 7 (4) der Satzung des DESC) beantragen. Die Revisionskommission kann dem betroffenem Mitglied Auflagen erteilen, eine Maßnahme nach Artikel 9.2. und/oder eine Startsperre für die Dauer von einem bis zu 12 Monaten verhängen.

10. Inkrafttreten der Spielordnung

Diese Spielordnung tritt durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom Oktober 2003 in Kraft.