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Revisionskommission

Revisionskommission

Verfahren

Das Revisionsverfahren ist im § 7 der Satzung des DESC geregelt.

Alle Revisionsanträge sind an revision@desc-online.de zu richten, sie erreichen so unmittelbar den Sprecher der Revisionsinstanz. Bitte beachtet dabei unbedingt, dass Revisionsanträge nur gegen abschließende Entscheidungen zulässig sind und begründet werden müssen. Wenn Ihr Fragen zum Revisionsverfahren habt, wendet Euch bitte ebenfalls an revision@desc-online.de

 

Mitglieder der Revisionskommission sind:

Kontakt: Sprecher der Revisionskommission

 

Ihr könnt gerne Kommentare/Anmerkungen an den Sprecher der Revisionskommission mailen - ihr erreicht ihn unter heiko.langhans@desc-online.de

Entscheidungen der Revisionskommission

Liebe Schachfreunde, die Revisionskommission stellt sich - Wir werden auf dieser Seite die Fälle, in denen die Revisionskommission aktiv geworden ist, dokumentieren. Uns geht es darum, unsere Arbeit möglichst transparent und nachvollziehbar zu machen. Natürlich werden die Daten anonymisiert, so dass (hoffentlich) keine Rückschlüsse auf die tatsächlich beteiligten Schachfreunde gezogen werden können.

 

Revi 01/03 (Zeitüberschreitung nach Regeländerung)

Vorgang:

In einem Turnier nach Schweizer System überschritt Schachfreund XY die Zeit. Der Turnierleiter stellte auf Antrag diese ZÜ fest und wertete die Partie zuungunsten von XY. XY hingegen war der Ansicht, dass für diese Runde, auch wenn nach dem 31.12.02 gestartet, noch die "alte" Regelung galt, nach der erst die 2. ZÜ zum Partieverlust führt, da die erste Runde dieses Turniers lange vor dem 1.1.03 gestartet worden war.

Die Entscheidung:

Die Revisionskommission stellte einstimmig fest, dass die Entscheidung des TL korrekt war.

Begründung:

  1. Unstreitig war, dass eine ZÜ vorliegt.
  2. Strittig war, ob hier die neue Regel nach Ziffer 5.6 der DESC-Spielregeln (bereits die 1. ZÜ führt zum Verlust der Partie) oder noch die davor geltende Regel unter Anwendung von Ziffer 5.7 der Spielregeln (erst die 2. ZÜ führt zum Verlust der Partie) Anwendung findet.
  3. Die Ziffer 5.7 der Spielregeln "Übergangsregelung zur Zeitüberschreitung" lautet: "In allen Gruppen, die bis einschließlich 31.12.02 gestartet sind/werden (offizielles Startdatum), gelten statt des Art. 5.6 die Art. 5.7a bis 5.7b.". Es ist also von Gruppen nicht von Turnieren die Rede. Und der Klammerzusatz ("offizielles Startdatum") läßt eindeutig darauf schließen, dass alles, was nach dem 31.12.02 gestartet wird, unter Ziffer 5.6 der Spielregeln fällt, also bereits die 1. ZÜ führt zum Verlust der Partie. Ein weiterer Hinweis, dass in diesem Falle nicht nur in Turnieren, sondern eben in allen Runden, die in 2003 starten, nach der neuen Regel verfahren wird, finden wir im DESC Weihnachtsnewsletter vom 23.12.2002 - dort heißt es: "Die sog. 1. ZÜ fällt weg, das bedeutet, dass in Turnieren/Gruppen, die ab dem 1.1.03 starten (offizielles Startdatum) die 1. Zeitüberschreitung eines Spielers unmittelbar zum Partieverlust führt, vgl. dazu die Art. 5.6. bis 5.7b".

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Revi 04/05 (Meldungen, Wechsel der Mail-Adresse)

Vorgang:

Der TL hatte gegen den Spieler A wegen Verstoß gegen Art. 2.1 der SpielO (Auskunft an den TL) und wegen Nichtbeachtung des Art. 5.5 der SpielO (Mahnpflicht mit cc an den TL) eine Disqualifikation ausgesprochen, weil Spieler A auf Anfragen des TL vom 02.03. und 11.03. nicht geantwortet hat. - Spieler A legte hiergegen Widerspruch bei der Revision ein, mit der Begründung, er habe die Mails des TL nicht erhalten und konnte deshalb auch nicht antworten.

Entscheidung:

Im Verhalten von Spieler A sind Verfahrensfehler aufgetreten, die so nicht toleriert werden können, da sie dem TL die Arbeit erschweren und seine freiwillig und ehrenamtlich eingebrachte Zeit über Gebühr strapazieren. Insbesondere sind das die nicht erfolgte Bestätigung der Zugwiederholung (Art. 5.5 der SpielO) sowie die nicht erfolgte Antwort auf die Anfragen des TL (Art. 2.1 der SpielO). Somit wäre eine Disqualifikation gerechtfertigt. Im vorliegenden Fall erscheint es der Revision jedoch glaubhaft, dass keine böswillige Verletzung der SpielO vorliegt, sondern nur fahrlässig durch Wechsel der Mailadresse sowie die nicht erfolgte Meldung dieses Wechsels (bzw. des Rückwechsels) Mails verlorengegangen sind.

Daher wird Folgendes beschlossen:

  1. Dem Widerspruch wird insoweit stattgegeben, dass die Disqualifikation gegen den Spieler A aufgehoben wird. Die Partie kann fortgesetzt werden.
  2. Gegen Spieler A wird eine VERWARNUNG ausgesprochen. Insbesondere wird er darauf hingewiesen, in Zukunft mehr Sorgfalt bei der Beachtung der Regeln anzuwenden, da ihn Unwissenheit nicht noch einmal schützen wird.

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Revi 08/05 (Zeitüberschreitung, nicht angekommene Mail)

Vorgang:

Spieler A hatte dem Spieler B ein Remisangebot gemacht. Spieler B hatte das Angebot mit Mail vom 09.07. angenommen, was er auch beweisen konnte. Spieler A behauptete jedoch, die Mail vom 09.07. vom Spieler B nicht erhalten zu haben und stellte am 11.07. beim TL einen Antrag auf Gewinn der Partie wegen Zeitüberschreitung von Spieler B. Darauf gab der TL dem Spieler B Gelegenheit, sich zu dem Antrag des Spielers A auf ZÜ zu äußern, worauf Spieler B den TL auf das Remisangebot des Spielers A hinwies und dem TL auch seine Mail mit der (rechtzeitigen) Annahme des Remisangebotes übermittelte. Daraufhin teilte der TL beiden Spielern mit, dass die Partie mit Remis gewertet wird. - Spieler A stellte sich jedoch auf den Standpunkt, die Partie sei für ihn als gewonnen zu werten, weil er vom Spieler B bis zum 11.07. (Tag der ZÜ) keine Annahme seines Remisangebotes erhalten habe und legte daher Widerspruch bei der Revision gegen die Remis-Entscheidung des TL ein.

Entscheidung:

In der Partie der Spieler A u. B war nach Ansicht der Revision zunächst zu klären, ob Spieler B das Remisangebot von Spieler A rechtzeitig angenommen hat oder nicht. Hierzu lagen uns von beiden Spielern unterschiedliche Angaben vor. Spieler B konnte uns aber eine Mail vom 09.07. weiterleiten, in welcher er das Remisangebot annimmt. Diesen Beweis hielt die Revisionskommission für angemessen und ausreichend; keinem Spieler ist zuzumuten, weitere Beweise zu führen. Somit ist die Partie vom TL zurecht mit Remis gewertet worden.

Die weitere Frage, die sich der Revision stellte, ob durch den Spieler A überhaupt ordnungsgemäß ein Antrag auf ZÜ beim TL gestellt wurde (der Antrag war nämlich mehr in Frageform gehalten), stellt sich dem Grunde nach nicht mehr und wurde von der Revision nicht weiter untersucht.

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Revi 08/05 (Remisangebot bei Spielerwechsel im Mannschaftsturnier)

Vorgang:

Zu entscheiden war über die Frage: "Ist/bleibt ein Remisangebot verbindlich bzw. bindend?" - Spieler A hatte seinem Spielpartner ein Remisangebot gemacht und war gleichzeitig vom Turnier zurückgetreten (begründet). Der Ersatzmann des Spielers A war nun der Meinung, er müsse sich nicht an das Remisangebot halten, weil er die Möglichkeit sah, die Partie zu gewinnen. Der TL lehnte dies jedoch ab mit dem Hinweis, das Remisangebot des Spielers A habe auch für den Ersatzspieler Geltung behalten. - Hiergegen legte der Ersatzspieler des A bei der Revision Widerspruch ein.

Entscheidung:

Unabhängig von unserem Regelwerk haben wir uns explizit an die FIDE-Regeln gebunden, soweit diese auf das Fernschach sinnvoll übertragbar sind. Darin ist geregelt, dass ein Remisangebot in jedem Fall bindend ist und nicht zurückgenommen werden kann. Eine neue Situation, sei es durch Spielerwechsel, plötzliche Krankheit o.ä. ändert daran nichts, höchstens eine Situation, die das Spiel beendet, z.B. Matt mit dem letzten Zug oder Plättchenfall.

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Revi 10/05 (Zeitüberschreitung nach Urlaubsmeldung an falsche Adresse)

Vorgang:

Spieler A beantragte Urlaub vom 04.08. - 17.08. und kurzfristig vom 23.08. - 06.09. Er informierte hiervon den TL und auch seine Mitspieler, allerdings benutzte er für den Mitspieler B eine falsche E-Mail Adresse (die Adresse des Spielers B hatte sich im Laufe des Turniers geändert, was vom Spieler B ordnungsgemäß an alle Beteiligten mitgeteilt wurde). - Nachdem der TL bei der 1. Urlaubsmeldung (04.08.-17.08.) den Fehler (die falsche Adresse) bemerkt hatte, teilte er dies dem Spieler A mit. Bei der 2. Urlaubsmeldung (23.8.-06.09.) passierte dem Spieler A derselbe Fehler (also falsche Adresse) wieder, was dazu führte, dass Spieler B von diesem Urlaub wieder keine Kenntnis erhielt. Am 08.09. reklamierte Spieler B beim TL mit Kopie an Spieler A Zeitüberschreitung(ZÜ). Der TL kam nach ausgiebiger Diskussion mit Spieler A zu der Ansicht, dass Spieler A nicht aufgrund eines offensichtlichen Versehens die Partie wegen ZÜ verloren gegeben werden dürfe und erkannte aus diesem Grunde den Antrag auf ZÜ des Spielers B nicht an und teilte diesem seine Gründe dafür wie folgt mit:

"Ich stelle fest, dass Spieler A entsprechend den Regeln seine Urlaubsmeldung an die Mitspieler u. den TL verschickt hat. Der Fehler mit der E-Mail Adresse beruhte auf einem Versehen, das Spieler A natürlich nicht zweimal hätte unterlaufen sollen. Ich bin aber nicht bereit, aufgrund eines offensichtlichen Versehens eine ZÜ anzuerkennen".

Gegen diese Entscheidung des TL legte Spieler B bei der Revision Widerspruch ein mit folgender Begründung: "Die Entscheidung des TL entspricht nicht den Regeln. Spieler A hat mir 2-mal seinen Urlaub nicht angekündigt, obwohl er jeweils vor beiden Terminen schon gezogen hatte u. meine neue Adresse daher kannte. Außerdem hatte der TL den Spieler A nach seinem 1. Urlaub schon auf die falsche Adresse hingewiesen, daher hätte er spätestens beim 2. Urlaub an die richtige Adresse senden müssen".

Entscheidung:

An der Länge der Zeit, die bis zu diesem Urteil verstrichen ist, könnt ihr ermessen, wie schwer die Revisionskommission sich diese Entscheidung gemacht hat und wie viele Diskussionen nötig waren. Der entsprechende Artikel 5.8 der SpielO (Urlaub) läßt viel Raum für Interpretationen, die von uns vorzunehmen waren. Wir werden daher auch eine Präzisierung des Artikels vorschlagen.

Auf der Basis der Fakten sind wir zu folgenden Entschlüssen gelangt:

  1. Dem Widerspruch des Spielers B wird nicht stattgegeben. Nach Artikel 5.8 der SpielO wird vom Spieler A verlangt, den Urlaub beim TL und den Gegnern anzumelden. Das hat Spieler A eindeutig vorgehabt und auch entsprechende Mails abgeschickt. Die zweimalige Benutzung einer falschen Adresse verschiebt die Erfüllung seiner Pflicht zwar in einen grenzwertigen Bereich, jedoch sieht die Revisionskommission sein Versäumnis nicht als gleichwertig mit einer vergessenen/nicht erfolgten Urlaubsmeldung an.
  2. Gegen den Spieler A wird eine  VERWARNUNG  ausgesprochen. Insbesondere wird er aufgefordert, in Zukunft mehr Sorgfalt bei der Abgabe seiner Meldungen anzuwenden.

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Revi 03/06 (Zeitüberschreitung nach Urlaub des Gegners)

Vorgang:

Spieler A hatte bis einschließlich 26. Urlaub beantragt und/aber bereits am 25. den nächsten Zug an Spieler B zugemailt. Spieler B hatte am 27. geantwortet. Darauf machte Spieler A Zeitüberschreitung (ZÜ) geltend mit der Begründung, Spieler B habe um 1 Tag die Bedenkzeit überschritten: für 10 Züge = 31 Tage, wobei Spieler A für den letzten Zug von Spieler B 2 Tage Bedenkzeit berechnete(25. - 27. +2). Der TL folgte dieser Berechnung und erklärte die Partie für Spieler B als verloren. - Spieler B legte hiergegen bei der Revision Widerspruch ein mit der Begründung, dass eine ZÜ nicht vorliege, weil Spieler A bis zum 26. Urlaub beantragt hatte und somit die Bedenkzeit erst mit dem 27. und nicht schon mit dem 25. zu laufen beginne, so dass kein Bedenkzeittag verbraucht worden sei.

Entscheidung:

Der Widerspruch von Spieler B ist abzulehnen.
Im Artikel 5.7 der SpielO (Urlaub) ist klar geregelt, dass die gegnerische Bedenkzeit vom Urlaub eines Spielers unberührt bleibt und dass insbesondere der Urlaub endet, wenn ein Spieler während seiner Urlaubszeit einen Zug abgibt. Streng nach den Buchstaben der Regeln läuft also die Bedenkzeit von Spieler B am 25. und nicht erst am 27. wieder an, auch wenn Spieler A Urlaub bis einschließlich 26. beantragt hatte. Damit hat Spieler B die Bedenkzeit überschritten.

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Revi 05/06 (Ersetzung eines Spielers in Mannschaftsturnieren)

Vorgang:

In der Zwischenrunde eines Mannschaftsturniers wollte das Team Z einen Spieler einsetzen, der vorher in dem Team X-Zwei gespielt hatte u. das in der Vorrunde ausgeschieden war. Das Besondere daran war, dass das Team X-Eins (derselbe Schachverein wie Team X-Zwei) in die Zwischenrunde eingezogen war u. auch gegen das Team Z anzutreten hatte (mit anderen Worten: der vom Team Z einzusetzende Spieler hätte im Grunde gegen das Team X-Eins des eigenen Vereins gespielt). Dieses missfiel dem Team X-Eins und deshalb wandte sich der Mannschaftskapitän (MK) des Teams an den TL u. beantragte, dass der für das Team X-Zwei in der Vorrunde gestartete Spieler nicht für das Team Z eingesetzt werden darf.

Es wurde dazu das Folgende vorgetragen:

"Es ist nach unserer Auslegung der Spielregeln nicht erlaubt, dass ein Spieler in einem Turnier in 2 oder mehr Teams eingesetzt wird. Im vorliegenden Fall spielt der von Team Z einzusetzende Spieler gegen den Verein, für den er in der Vorrunde eingesetzt wurde. Dies zudem bei einem Team, gegen das er in der Vorrunde ausschied. Es wäre einem Spieler grundsätzlich möglich, das Ausscheiden seines eigenen Teams zu befördern, indem er eigene Partien verliert, um sich dann einem anderen/stärkeren Team anzuschliessen, was in unseren Augen eine klare  WETTBEWERBSVERZERRUNG  bedeutet. Diese Umstände hinterlassen bei allen Spielern in unserem Team X-Eins einen äußerst negativen, um nicht zu sagen einen zwiespältigen Eindruck".

Der TL lehnte den Antrag des Teams X-Eins mit folgender Begründung ab:

"Selbstverständlich darf ein Spieler während eines Turniers nicht für 2 Teams gleichzeitig eingesetzt werden. Die Zwischenrunde eines Mannschaftsturniers stellt aber einen separaten Turnierabschnitt dar. Da ich außerdem keine Nachteile für das Team X-Eins erkennen kann, dass der vorher für das Team X-Zwei gestartete Spieler nun in der Zwischenrunde für das Team Z spielt, genehmige ich hiemit seinen Spieleinsatz im vorgenannten Team".

Hinweis: Die Auffassung des TL's, dass jede Runde in einem Mannschaftsturnier einen separaten Turnierabschnitt darstellt, mit der Folge, dass ein Spieler, der mit seinem Team in einer vorherigen Runde ausgeschieden war in einer der Folgerunden in einem anderen Team spielen darf, war zu dem damaligen Zeitpunkt durchaus möglich. Diese Möglichkeit ist jetzt jedoch unterbunden worden durch Hinzufügung des folgenden letzten Satzes im Artikel 8.4 der SpielO: "Ein Spieler, dessen Mannschaft aus dem Turnier ausgeschieden ist, darf in keiner der nachfolgenden Runden am Turnier teilnehmen".

Gegen die Entscheidung des TL legte der MK des Teams X-Eins Widerspruch bei der Revision ein.

Entscheidung:

In der Sache wurde entschieden, dass der dem ausgeschiedenen Team X-Zwei angehörende Spieler nicht beim Team Z eingesetzt werden darf. Unsere SpielO, die sich im Artikel 8 mit den "Besonderen Regeln für Mannschaftsturniere" befasst und insbesondere in 8.4 "Ersetzung eines Spielers in Mannschaftsturnieren", ist für den hier zu entscheidenden Fall nicht unmittelbar aussagefähig. Dort heißt es: "Abweichend von Art. 4.5 und 4.6 ist die Ersetzung eines Spielers auch während einer laufenden Partie mit Zustimmung des TL möglich, wenn hierfür wichtige Gründe vorliegen". Wenn aber danach die Ersetzung eines Spielers sogar während einer laufenden Partie möglich ist (wenn wichtige Gründe vorliegen), dann sollte dieses erst recht Geltung haben, wenn ein separater Turnierabschnitt beginnt. Die Ersetzung eines Spielers z.B. in der Zwischenrunde ist daher unseres Erachtens grundsätzlich zulässig und insofern konnte der TL dem Team Z den vorher für das Team X-Zwei gestarteten Spieler zuordnen. [Hinweis: siehe jedoch Änderung der SpielO!] Unseres Erachtens muß aber der TL in derartigen Fällen insbesondere dabei beachten ob  INTERESSENKONFLIKTE  zu befürchten sind.
Da der Spieler in der Vorrunde für das ausgeschiedene Team X-Zwei gespielt hatte, besteht in der Tat eine wenn auch nur vage Vermutung, dass er (einige) seiner Partien nicht so gespielt hat, wie man es von ihm hätte erwarten können, um sich dann einem stärkeren Team anzuschließen. Der MK des Teams X-Eins spricht daher aus seiner Sicht nicht zu unrecht von einer möglichen WETTBEWERBSVERZERRUNG.

Dem Widerspruch des MK's vom Team X-Eins war daher zu entsprechen, aber nicht etwa weil - wie er in seiner Begründung darstellt - das Mannschaftsturnier als ein "einziges" Turnier anzusehen ist, sondern weil der TL den in diesem Falle bestehenden/zu befürchtenden INTERESSENKONFLIKT nicht beachtet hat.

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Revi 09/06 (uneindeutige Zugübermittlung)

Vorgang:

Spieler A hatte Bxf4+ als Zug übermittelt, wobei aber auf dem Feld f4 keine zu schlagende Figur stand u. auch ein Schachgebot war nicht möglich. Da der Zug Bf4 als solcher aber möglich war, ging Spieler B davon aus, dass Bf4 auch gemeint war u. die Zeichen x="schlägt" u. + = "Schach" ohne Bedeutung blieben. Nachdem Spieler A bemerkte, dass Spieler B als Zug Bf4 notiert hatte, mailte er ihm, dass er nicht Bf4 spielen wollte und teilte ihm einen anderen Zug mit. Spieler B war damit nicht einverstanden u. bat den TL um eine Entscheidung.

Der TL entschied wie folgt:

"Der Zug Bf4 ist einer den Schachregeln entsprechender Zug und somit auch regulär möglich. Das Weglassen oder Hinzusetzen schachlicher Zeichen ist ohne Bedeutung; ein Zug wird dadurch nicht unmöglich".

Gegen diese Entscheidung des TL legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein.

Entscheidung:

Dem Widerspruch von Spieler A wird stattgegeben. Im ehemaligen Artikel 6.5 (Notation) der SpielO stand u.a. folgender Text: "Das Weglassen oder Hinzusetzen schachlicher Zeichen (wie z.B. + für "Schach" oder x für "schlägt") ist ohne Bedeutung. Ein Zug wird dadurch nicht unmöglich". Diesen Text hatte der TL bei seiner Entscheidung wohl im Gedächtnis. Jedoch hat er dabei nicht beachtet, dass der Artikel 6.5 der SpielO laut Mitgliederversammlung in 2005 aus der SpielO gestrichen wurde. Dieses wohl nicht zuletzt deshalb, weil es aufgrund des Textes immer wieder zu Ungereimtheiten zwischen den Spielern bei den Turnieren kam (siehe den hier zu entscheidenden Fall!). Der Spieler A hat in seiner Notation eindeutig Bxf4+ (B schlägt f4, Schach) u. nicht Bf4 (B zieht nach f4) notiert und hat damit zu erkennen gegeben, dass er eine Figur schlagen u. Schach bieten wollte. Es soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Zeichen x für "schlägt" u. + für "Schach" von beiden Spielern während der Partie verwendet worden sind. Da auf dem Feld f4 aber keine Figur geschlagen u. von dort ein Schachgebot ebenfalls nicht möglich gewesen ist, war zu vermuten, dass nicht Bxf4+ gemeint sein konnte und es sich somit um einen Zug handelt, der nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden kann (siehe Art. 6.4 Abs. 1 der SpielO - "Übermittlungsfehler"). Der Spieler B hatte daher den Spieler A darauf hinzuweisen, dass der Zug Bxf4+ nicht zweifelsfrei notiert ist (siehe Art. 6.4 Abs. 2 der SpielO).

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Revi 10/06 (ungenehmigter Rücktritt vom Turnier)

Vorgang:

Spieler A hatte mit Spieler B in einem Turnier Ärger. Wie es nun der Zufall so wollte, wurden die beiden Streithähne wieder in dieselbe Gruppe eines neu startenden Turniers gelost. Spieler A nahm daher Kontakt zum TD und zum TL des Turniers auf und bat in einer anderen Gruppe starten zu dürfen. Der TD lehnte dies jedoch ab, indem er darauf hinwies, dass er auf die Zusammensetzung der Gruppen keinen Einfluß habe. Der TL wies darauf hin, dass die Startschreiben schon abgesandt worden seien und machte Spieler A darauf aufmerksam, dass er nicht bereit sei einen Spieler aus einem Turnier zu nehmen, nur weil ihm die Nase eines anderen Spielers nicht passt. Spieler A wurde daraufhin "bockig" und trat zu den Partien nicht an; dieses führte dazu, dass in der Folge laufend Kopien von Erinnerungsmails der Gegner des A beim TL ankamen. Der TL hat daraufhin dem Spieler A nochmals erklärt, dass er nicht einfach aus dem Turnier aussteigen kann u. er das Verhalten vom Spieler A zum Anlaß nehmen würde, dieses als ungenehmigten Rücktritt vom Turnier zu ahnden mit den entsprechenden Konsequenzen. Spieler A war jedoch nicht einsichtig und reagierte nicht auf gesetzte Fristen des TL. Die Folge war, dass der TL alle Partien des Spielers A genullt und ihm wegen unsportlichen Verhaltens eine VERWARNUNG erteilt hat. - Spieler A legte hiergegen Widerspruch bei der Revision ein mit dem Hinweis, dass er dem TD und dem TL vor dem Turnierbeginn klargestellt habe, dass er nicht spielen möchte und diesen auch den Grund dafür genannt habe. Im übrigen hätte er den Vorschlag gemacht, ihn aus dem Turnier draußen zu lassen u. für ihn einen Nachrücker einzuladen. Bei alldem stelle er deshalb den Antrag, dass die VERWARNUNG des TL zurückgenommen wird.

Entscheidung:

Der Widerspruch des Spielers A wird abgewiesen.
Es kann nicht sein, dass ein Spieler, aufgrund welcher Vorfälle auch immer, Einfluss auf die Gruppenzusammensetzung in den Turnieren nimmt. Weiterhin ist ein Aufeinandertreffen mit einem "ungeliebten" Spieler kein Grund, auch weitere Partien kampflos aufzugeben. Somit waren die nicht gespielten Partien als ungenehmigte Rücktritte zu betrachten und entsprechend zu ahnden.

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Revi 12/06 (30 Tage-Regel/Mahnpflicht)

Vorgang:

Spieler A stellte daraufhin beim TL einen Antrag auf Gewinn der Partie wegen Ablaufs der 30 Tage-Regel. Der TL lehnte den Antrag ab und begründete dies mit dem Hinweis auf die Verwendung der falschen Mail-Adresse und dass deshalb ja Spieler B habe nicht antworten können. Hiergegen legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein mit der Begründung, seine Mails vom 21.10., 01.11. u. 16.11. seien nicht zurück gekommen u. deshalb sei davon auszugehen, dass Spieler B die Mails auch erhalten habe; aber selbst wenn nicht, so hätte Spieler B ihm sehr viel früher eine Erinnerungsmail senden müssen.

Entscheidung:

Dem Widerspruch von Spieler A wird stattgegeben.
Die Revisionskommission ist mehrheitlich davon überzeugt, dass Spieler B die Mails des Spielers A erhalten hat, zumal Spieler A bei der Versendung jeweils die korrekte E-Mail Adresse des Spielers B benutzt hat; aber selbst wenn man unterstellt, Spieler B habe die Mails nicht erhalten, so hat er es dann aber versäumt, dem Spieler A rechtzeitig eine Erinnerung zu senden und nicht erst nach Ablauf von 33 Tagen ( Nichtbeachtung des Artikels 5.5 [jetzt 5.6] der SpielO "Mahnpflicht bei ausstehenden Antworten"). Auch ist die Revision mehrheitlich der Meinung, dass die 30 Tage-Regel des Artikels 5.4 [jetzt 5.5] der SpielO "Maximale Bedenkzeit pro Zug" durch begangene Fehler des TL (hier: Verwendung einer falschen Mail-Adresse) nicht aufgehoben wird.

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Revi 01/07 (Bedenkzeitaufzeichnung)

Vorgang:

In einem Mannschaftsturnier wurde ein Spieler durch den Spieler X ersetzt; dabei wurden vom Spieler X die Bedenkzeiten seines Vorgängers übernommen. Nachdem dann mehrere Züge gemacht worden waren, bemängelte Spieler A = Gegner vom Spieler X die Bedenkzeitaufzeichnungen vom Spieler X wegen Unübersichtlichkeit bzw. Nichtnachvollziehbarkeit und verlangte vom TL eine nachträgliche Korrektur der verbrauchten Bedenkzeit (Abweichung = ca. 20 Tage). - Der TL entschied, dass die Bedenkzeit nicht nachträglich korrigiert werden dürfe u. somit die bisher aufgezeichnete Bedenkzeit maßgeblich sei. - Gegen diese Entscheidung legte der Mannschaftsführer des Spielers A Widerspruch bei der Revision ein und begründete diesen wie folgt:

Entscheidung:

Vorweg folgender Hinweis:
Es geht hier nicht um einen Antrag betreffend Feststellung einer Bedenkzeitüberschreitung!

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Revi 09/07 (Änderung der Mail-Adresse)

Vorgang:

Spieler Z hatte sich zu einem Turnier mit festem Termin angemeldet und in seiner Meldung a) seinen Urlaub und b) seine neue Mail-Adresse (allerdings ohne auf die Änderung besonders hinzuweisen) angegeben. Das Turnierbüro bzw. der für das Turnier zuständige TD hat aus diesem Grunde den Urlaub u. die neue Mailadresse nicht an den TL weiter gegeben (auch eine Änderung auf der HP erfolgte nicht). In seiner Startmail an die Teilnehmer gab der TL daher eine nicht mehr gültige Mailadresse des Spielers Z an, was dazu führte, dass Spieler Z die Startmail nicht erhalten hat u. ebenfalls spätere Erinnerungen seiner Spielpartner nicht. Nach Erhalt der Kopien von wiederholten Erinnerungsmails, setzte sich der TL mit Spieler Z in Verbindung indem er diesem mehrere Mails sandte u. ihm eine Frist zur Beantwortung setzte. Diese Mails erhielt Spieler Z (natürlich) ebenfalls nicht. Der TL ging wegen Nichtbeantwortung seiner Mails davon aus, dass ein stillschweigender Rücktritt von Spieler Z vorliegt u. teilte diesem das auch mit; außerdem sprach er eine Verwarnung gegen ihn aus und nullte alle seine Partien. Zwischenzeitlich (nach Beendigung seines Urlaubs) meldete sich Spieler Z bei dem TL u. fragte an, wann das Turnier gestartet wird denn er habe bisher keine Startmail erhalten. Auf diese Weise stellte es sich jetzt heraus, dass die gemachten Angaben über Urlaub und neuer Mailadresse nicht beim TL u. den Spielpartnern angekommen waren. Der TL stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass Spieler Z Versäumnisse begangen habe weil es
a) nicht ausreichend ist, wenn bei der Turnieranmeldung eine neue Mailadresse eingetragen wird, ohne dass auf die Änderung besonders hingewiesen wird und
b) nicht ausreichend ist, wenn bei der Anmeldung der Urlaub angegeben wird, weil in der SpielO eindeutig geregelt ist, wer alles über den Urlaub unterrichtet werden muß.

Aus diesen Gründen hielt der TL seine Entscheidungen aufrecht, also Nullen der Partien und Verwarnung. Hiergegen legte Spieler Z Widerspruch bei der Revision ein mit folgender Begründung:

1. Vor u. nach meinem Urlaub sind bei mir keine Startunterlagen eingegangen, auch von meinen Gegnern habe ich weder Eröffnungszüge noch Erinnerungsmails erhalten.
2. Ich habe mich auf der HP dann über die Gruppenaufteilungen informiert u. ob bereits Spielergebnisse vorlagen, was der Fall war; darauf habe ich den TL angeschrieben u. angefragt, warum ich keine Startmail erhalten habe.
3. Auf Mails des TL u. meiner Spielpartner konnte ich nicht antworten, da ich diese nicht erhalten habe.

Entscheidung:

Begründung:

Das Verschulden vom Spieler Z ist geringfügig. Es handelt sich um eine unglückliche Verkettung von Umständen, die er zwar selbst ausgelöst hat, jedoch mit Hilfe der Verwaltung. Deshalb war die Verwarnung aufzuheben, aber die als verloren gewerteten Partien nicht, weil er doch auch ein Teilverschulden mitträgt. Spieler Z wird außerdem  e r m a h n t,  in Zukunft mit Adresswechsel sorgfältiger umzugehen, sowie bei Turnieren mit festem Starttermin darauf zu achten, dass spätestens am 10. Tag nach dem angekündigten Starttermin bei Nichterhalt von Turnierunterlagen, beim TL nachzufragen ist.

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Revi 11/07 (Feststellung einer Zeitüberschreitung)

Vorgang:

Spieler A machte in einer Partie beim Spieler B Zeitüberschreitung (ZÜ) geltend, was Spieler B auch bestätigte. Spieler A mailte daher seine Partienotation an den TL mit dem Hinweis, er habe die Partie durch ZÜ gewonnen. Der TL machte daraufhin Spieler A aufmerksam, dass er sich im Hinblick auf die SpielO des Artikels 5.7 (Zeitüberschreitung) nicht korrekt verhalten habe, denn erst wenn der TL eine ZÜ festgestellt hat, dürfe er das entsprechende Ergebnis melden u. schrieb dazu nach Rücksprache mit dem TD das Folgende:

"Das eigenmächtige Reklamieren eines Sieges wegen ZÜ ohne TL-Entscheidung könnte man streng genommen auch als unsportliches Verhalten mit all den daraus folgenden Konsequenzen werten". -

Hierüber war Spieler A so sehr verärgert, dass er dem TL folgendes zurück mailte:

"Ich verbitte mir derartige Unterstellungen! Vielleicht hättest du dir erst eine Stellungnahme vom Spieler B einholen sollen, bevor du mir solche Zeilen schreibst. Im übrigen kann eine ZÜ auch durch beide Spieler festgestellt werden!" -

Dieses wiederum ärgerte den TL und er wandte sich auch damit an den TD. Der TD mailte daraufhin folgendes an Spieler A:

"Du hast dich nicht an die SpielO gehalten, der Entscheidung des TL durch deine Ergebnismeldung vorgegriffen und dich anschließend sogar noch in unangemessener Weise darüber beschwert. Das ist unsportliches Verhalten und ich spreche deshalb eine  VERWARNUNG  gegen dich aus".

Gegen diese Verwarnung legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein mit der Begründung: "Ich sehe kein unsportliches Verhalten, was eine  VERWARNUNG  wirklich rechtfertigen würde. Für mich ist der Vorwurf des unsportlichen Verhaltens ein unobjektiver Schnellschuss".

Entscheidung:

Die Revisionskommission gibt dem Widerspruch vom Spieler A statt.
Die vom TD ausgesprochene  VERWARNUNG  wird zurückgenommen. Bei dieser Entscheidung wurde berücksichtigt, dass gegen den Spieler A in diesem Falle eine Verwarnung als zu hart und überzogen erschienen wäre. Wir möchten/müssen Spieler A allerdings darauf hinweisen, dass er in dem zur Entscheidung stehenden Falle, die Vorschrift der SpielO, nämlich Artikel 5.6 (Zeitüberschreitung) nicht so beachtet hat, wie man es von jemandem bei einer sehr langen Mitgliedschaft erwarten sollte/könnte. Nach der vorgenannten Vorschrift muß jeder Spieler, der eine ZÜ reklamieren will, dieses dem TL mitteilen mit Kopie an den Gegner u. der TL muß die ZÜ feststellen (eine ZÜ wird nicht von den beiden Spielern festgestellt!). Das Verhalten des Spielers A war insofern nicht korrekt u. er ist zu Recht vom TL und auch vom TD darauf hingewiesen worden. Wegen des vorgenannten unkorrekten Verhaltens erteilt daher die Revisionskommission dem Spieler A einstimmig eine  ERMAHNUNG  verbunden mit der Bitte, sich in Zukunft strikt an die Vorschriften der SpielO zu halten. Auch wird Spieler A darauf hingewiesen, sich in seinem Schriftverkehr, insbesondere mit den TL's eines höflicheren Tons zu bedienen, denn die Ausdrucksweise vom Spieler A ist zwar nicht beleidigend, aber in so mancher Hinsicht als unangemessen anzusehen. Er wird gebeten zu bedenken, dass wir alle, auch die TL's, ehrenamtlich tätig sind u. dass es den DESC ohne sie nicht geben würde.

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Revi 11/07 (persönliche Angriffe in einem Antrag an die MV)

Vorgang A:

Spieler A hatte im Rahmen der Mitgliederversammlung einen Antrag zur Satzungsänderung vorgelegt u. in der Begründung dazu u.a. folgenden Satz verwandt: "Spieler B will mit seinem Antrag 2 die Basisdemokratie wieder abschaffen". - Spieler B wandte sich deshalb an die Revision und die Wahlkommission u. stellte den Antrag, diesen Satz zu streichen.

Entscheidung A:

Die Revisionskommission teilte Spieler A folgendes mit: Die Revisionskommission ist einstimmig dafür, dass der von Spieler B beanstandete Satz: "Spieler B will ....." aus deinem Antrag gestrichen wird. Dieses kannst du selbst veranlassen, indem du den Antrag neu formulierst. Dieser Satz ist eine Feststellung von dir, die nicht zu beweisen ist. Du hast zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, wie z.B. ich denke.....ich vermute u.s.w. Nur unbewiesene Behauptungen werden insbesondere in einem Antrag zur Wahl nicht zugelassen. Solltest du deinen Antrag bis Sonntag 12 Uhr nicht abändern, wird die Wahlkommission hiermit beauftragt, den beanstandeten Teil von deinem Antrag zu streichen.

Vorgang B:

Die Wahlkommission hatte, ohne sich mit der Revision abzustimmen u. ohne Einschaltung von Spieler A, den Satz: " Spieler B will....." von sich aus gestrichen u. den Antrag von Spieler A entsprechend abgeändert. Spieler A wandte sich deshalb an die Revision und verlangte, dass diese der Wahlkommission eine Rüge erteilen möge, weil die Wahlkommission eigenmächtig gehandelt u. ohne seine Zustimmung seinen Antrag abgeändert habe.

Entscheidung B:

Die Revision teilte Spieler A folgendes mit:

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Revi 11/07 (Zuständigkeit der Revision für das Forum)

Vorgang:

Im Rahmen von Änderungsanträgen zur Satzung u. zur SpielO bei der Mitgliederversammlung wurde im Forum von Mitgliedern heftigst diskutiert u.a. auch von den Mitgliedern A und B, die sich ein ganz besonders heftiges Wortgefecht (zum Teil an der Grenze von Beleidigungen) lieferten. Einer der beiden Streithähne wandte sich zunächst an den Forumsmoderator u. stellte die Forderung, bestimmte Sätze/Satzformulierungen aus den Forumstexten zu streichen, mit der Begründung, diese würden seine Persönlichkeitsrechte u.s.w. verletzen. - Der Forumsmoderator lehnte die Forderung ab, worauf sich das betreffende Mitglied damit an die Revisionskommission wandte.

Entscheidung:

Der Antrag wird wegen Nichtzuständigkeit der Revision zurückgewiesen. Die Revisionskommission ist der Meinung, dass alles, was im DESC-Forum abläuft, nicht in die Zuständigkeit der Revision fällt. Die Revision ist nur zuständig für Widersprüche/Streitigkeiten/Meinungsverschiedenheiten, die im Zusammenhang mit dem Spielbetrieb des DESC stehen. Dieses ist bei Beiträgen u. Diskussionen im DESC-Forum nicht der Fall. Das ergibt sich allein schon daraus, dass sich nicht nur Mitglieder mit Beiträgen u. Diskussionen im Forum zu Wort melden können, wobei lediglich Werbung kommerzieller Art untersagt ist. Jeder Schachinteressierte, der etwas zu einem bereits angesprochenen Thema im Forum zu sagen hat oder der ein neues Thema ansprechen möchte, kann dies im DESC-Forum tun. Dabei übernehmen weder der DESC oder die Administratoren des Clubs die Verantwortung für die entsprechenden Beiträge und auch nicht die Revisionskommission. Beiträge die gegen Gesetze verstossen, werden im Forum gelöscht. Verantwortlich hierfür ist allein der zuständige Moderator oder Admin aber nicht die Revisionskommission.

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Revi 12/07 (Ausschluss aus dem DESC)

Vorgang:

Am 01.12. stellte das Admin-Team einen Antrag auf Ausschluß des Spielers X aus dem DESC aufgrund wiederholter Verwarnungen wegen stillschweigenden Rücktritts. Diesem Antrag wurde am 03.12. von der Revision entsprochen. Am 06.12. erhielt die Revision vom Spieler X eine Mail mit folgendem Wortlaut: "Dann lege ich nun gegen die Entscheidung des TL Widerspruch ein und bitte die Revision, die Entscheidung des TL erst mal auf Richtigkeit zu prüfen und nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen".

Entscheidung:

Am 03.12. hat die Revision dem Antrag auf Ausschluß vom Spieler X zugestimmt, damit ist er nicht mehr Mitglied des DESC und kann nicht mehr einer TL Entscheidung widersprechen; dieses wäre nur in einem Open-Turnier möglich gewesen, wo eine Teilnahme ohne Mitgliedschaft möglich ist. - Für eine Verwarnung oder Ausschluß aus dem DESC genügt bereits, wenn sich ein Spieler weigert, gegen andere DESC-Mitglieder zu spielen (dafür hatte Spieler X u.a. auch eine Verwarnung erhalten). Eine Verwarnung war daher fällig, egal mit welcher Begründung auch immer. Die Revisionskommission betrachtet daher die Angelegenheit endgültig als erledigt und es werden keine weiteren Stellungnahmen an den Spieler X abgegeben.

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Revi 01/08 (Höchstspieldauer)

Vorgang:

Für Spieler A u. Spieler B war in einem Turnier die Höchstspieldauer abgelaufen u. Spieler A beantragte, die Partie mit Remis zu werten. Spieler B war damit jedoch nicht einverstanden und brachte vor, er habe vor einiger Zeit mit dem TL darüber gesprochen, dass diese Partie evtl. entscheidend für den Turniersieg sein könnte (so war es dann auch) und deshalb habe er beim TL angefragt, ob angesichts der vielen Unterbrechungen in der Partie - und sein Urlaub stehe ja auch noch an - eine Verlängerung der Höchstspieldauer möglich sei. - Der TL ging hierauf ein u. teilte Spieler B mit, dass er die Höchstspieldauer bis zum X-Tag, um 1,5 Monate, verlängert. Leider wurde es dabei versehentlich versäumt, dieses auch mit Spieler A abzustimmen. Spieler A akzeptierte somit die Verlängerung des TL nicht und legte bei der Revision Widerspruch ein mit der Begründung, dass die Höchstspieldauer abgelaufen und eine Verlängerung nach der SpielO nicht vorgesehen sei; außerdem habe keine Abstimmung der Verlängerung mit ihm stattgefunden.

Entscheidung:

Die Revisionskommission gibt dem Widerspruch von Spieler A statt.
Im Artikel 5.9 (Höchstspieldauer in Turnieren) heißt es: "Um den Ablauf von Turnieren in einem angemessenen zeitlichen Rahmen zu gewährleisten, gilt für Partien, die innerhalb eines Turniers gespielt werden, eine Höchstspieldauer. Für eine Partie steht beiden Spielern zusammen (einschließlich Urlaubszeiten) ab dem offiziellen Beginn  m a x i m a l  1 Jahr zur Verfügung".

Die Revisionskommission hat Verständnis für die vom TL angewandte Regelung, sieht aber derzeit keine Grundlage dafür in der SpielO. - Auf dem Weg der an das Admin-Team gesandten Kopie der Entscheidung regt die Revisionskommission eine entsprechende Regelerweiterung für Turniere ohne Zeitdruck durch spätere Runden an. Sonderurlaube (die ja per Definition berechtigt sind) können zu zusätzlicher Belastung der Abschätzer führen. Dies könnte durch eine entsprechende Regelung in entsprechenden Turnieren verhindert werden.

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Revi 10/08 (Annahmefrist in der Pyramide)

Vorgang:

Spieler A hatte in der Pyramide den Spieler B herausgefordert und nachdem er von diesem nach 14 Tagen noch keine Reaktion erhalten hatte, setzte er sich mit dem Pyramidenwächter in Verbindung und verlangte, dass die Herausforderung für ihn als gewonnen gewertet wird und verwies dabei auf die Nr. 5 und Nr. 7 der "Ergänzenden Regelungen" für die Pyramide.

Der Pyramidenwächter lehnte den Antrag ab unter Hinweis auf Artikel 4.3 (Turnierstart) der DESC-SpielO und führte dazu aus:
"Ich bin der Meinung, dass die Pyramide-Herausforderung dem Startschreiben für ein Turnier entspricht. Ich betrachte daher 14 Tage nach dem Eingang auf dem DESC-Server die Partie als gestartet und die Bedenkzeit beginnt zu laufen; dieses entspricht dem normalen Turnierbeginn. Wenn innerhalb von 10 Tagen nach Partiebeginn kein Antwortzug des Herausgeforderten erfolgt ist, wird die Partie als verloren für den Herausgeforderten gewertet. Da dieser Termin im folgenden Falle noch nicht abgelaufen ist, kann ich dem vorliegenden Antrag nicht nachkommen".

Gegen diese Entscheidung des Pyramidenwächters legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein mit der Begründung, dass der Pyramidenwächter die "Ergänzenden Regelungen" für die Pyramide nicht vorschriftsmäßig angewandt habe.

Entscheidung und Begründung:

Die Revisionskommission hat einstimmig entschieden, dass der Widerspruch von Spieler A gegen die Entscheidung des Pyramidenwächters gerechtfertigt ist.
Spieler A nimmt daher in der Pyramide den Platz von Spieler B und dieser den Platz von Spieler A ein, und zwar ohne Partieverlust- und ohne ELO-Wertung, also lediglich Tausch der Pyramidenplätze.

Die Entscheidung beruht auf den zur Zeit bestehenden "Ergänzenden Regelungen" für die Pyramide:

Unter  a n n e h m e n  ist dabei zu verstehen, dass der Herausgeforderte innerhalb von 14 Tagen nach dem Zugang der Herausforderungsmail mit dem 1. Zug, dem Herausforderer eine Mail mit seinem Antwortzug zu übermitteln hat und nicht etwa erst innerhalb von 10 Tagen nach dem vom Pyramidenwächter mitgeteilten Spielbeginndatum. Der vom Pyramidenwächter bei seiner Entscheidung berücksichtigte Artikel 4.3 (Turnierstart) der SpielO kann hier keine Anwendung finden, da in der Pyramide keine Startschreiben versandt werden.

Hinweis: Das Vorbringen des Herausgeforderten, er habe erst nach Ablauf des 14-Tage-Termins die Herausforderung in seinem Spamordner entdeckt, kann als Entschuldigung nicht akzeptiert werden, denn die Herausforderungsmail ist eindeutig in seinem Mail-Postfach eingegangen und gilt somit als zugestellt; eine etwaige Fristversäumnis und deren Folgen, die sich aus der Nichtdurchsicht des Spamordners ergeben, hat der Betroffene selbst zu verantworten und deren Folgen zu tragen.

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Revi 11/08 (Annahmefrist in der Pyramide)

Vorgang:

In der Revisionsentscheidung 10/08 hat(te) die Revision die Herausforderungs-Partie in der Pyramide für den Spieler A als gewonnen gewertet, weil Spieler B die Annahmefrist von 14 Tagen nicht eingehalten hat(te). - Kurz danach verlor jedoch Spieler A eine Partie als Herausgeforderter und nahm dadurch einen Pyramidenplatz ein, der wiederum unter dem des Spielers B lag. Spieler A forderte daraufhin Spieler B erneut zu einer Pyramiden-Partie heraus. Diese Herausforderung lehnte Spieler B jedoch gegenüber dem Pyramidenwächter ab mit dem Hinweis auf die 90-Tage-Regel der "Ergänzenden Regelungen" für die Pyramide. Der Pyramidenwächter folgte dem jedoch nicht, weil er der Meinung war, dass es zwischen Spieler A und Spieler B vorher keine PARTIE im Sinne der Pyramidenregeln gegeben habe. Hiergegen legte Spieler B bei der Revision Widerspruch ein und beantragte, dass er die Herausforderung des Spielers A wegen der zu beachtenden 90-Tage-Regel zu Recht ablehnen durfte.

Entscheidung:

Dem Antrag von Spieler B wird stattgegeben. - Die Entscheidung des Pyramidenwächters wird hierdurch aufgehoben.

Begründung:

Es war zu entscheiden, ob bei dem in der Revisions-Entscheidung 10/08 zu beurteilenden Sachverhalt (eine Herausforderungs-Partie in der Pyramide wurde für den Herausgeforderten als verloren gewertet, weil dieser die Annahmefrist nach den ergänzenden Regelungen für die Pyramide versäumt hatte), eine "PARTIE" (hier: im Sinne der Pyramideregelungen) vorgelegen hat.

Der Pyramidenw. hat dies in seiner Entscheidung mit folgender Begründung verneint:

"Nach der Revisionsentscheidung 10/08 gab es  k e i n e  PARTIE, denn die Entscheidung der Revision lautet: Spieler A nimmt in der Pyramide den Platz von Spieler B und dieser den Platz von Spieler A ein, und zwar ohne Partieverlust und ohne ELO-Wertung, also lediglich Tausch der Pyramidenplätze. Für mich heißt das, die Herausforderung wurde abgeschlossen, ein Platztausch wurde verfügt, aber eine "PARTIE" wurde  NICHT  gespielt, da der Partieverlust ausdrücklich erwähnt und verneint wurde!"

Der Meinung des Pyramidenw., dass es  k e i n e  PARTIE  gegeben hat, vermag die Revisionskommission einstimmig nicht zu folgen. In der Revisionsentscheidung 10/08 wird ausdrücklich von "PARTIE"-Verlust gesprochen, woraus sich bereits ergibt, dass eine "PARTIE" vorgelegen hat, die als verloren gegeben wurde. Der Pyramidenw. hat anscheinend aus dem Wort "ohne", das vor dem Wort Partieverlust steht geschlossen, dass dadurch die "PARTIE" verneint wurde, was jedoch nicht zutreffend ist. Es wurde/wird dadurch lediglich zum Ausdruck gebracht, dass die "PARTIE" nicht gespielt, sondern anderweitig (in dem gegebenen Fall durch die Revision) als verloren gewertet wurde und zu keiner VERLUSTWERTUNG führt.
Die Revisionskommission ist einstimmig der Auffassung, dass man von einer PARTIE (hier: im Sinne der Pyramidenregelungen) bereits sprechen kann, sobald der Herausforderer dem Herausgeforderten seinen 1. Zug (Eröffnungszug) übermittelt hat. Es ist daher für die Anwendung der 90-Tage-Regel nicht erforderlich, dass eine PARTIE "gespielt" worden ist, sondern es ist ausreichend, dass eine PARTIE vorgelegen hat, die z.B. wegen Nichtannahme als verloren gewertet wurde, bzw. wie es ja sogar (entsprechend) unter dem Punkt "Die Herausforderung" in den ergänzenden Regelungen für die Pyramide heißt: "Wenn der herausgeforderte Spieler ablehnt, wird die PARTIE als  k a m p f l o s g e w o n n e n  für den Herausforderer gewertet". Nach alledem war die Entscheidung des Pyramidenw. aufzuheben und die zweite Herausforderung von Spieler A ist wegen der zu beachtenden 90-Tage-Regel für unberechtigt zu deklarieren.

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Revi 01/09 (korrekte Zugabgabe)

Vorgang:

Spieler A war der Meinung, Spieler B habe ihm zusammen mit der Übermittlung eines Zuges einen Virus geschickt. Er fragte daher beim Spieler B an, warum er ihm einen Virus geschickt hätte und gab als Zugnotation "C111" an. Spieler B reagierte nicht auf die Sache mit dem Virus aber forderte Spieler A wiederholt auf, ihm einen korrekten Zug zu übersenden, was dieser jedoch nicht machte. Spieler B wandte sich daher mit der Angelegenheit an den Turnierleiter und dieser sandte Spieler A eine Mail mit folgendem Wortlaut: "Da du der wiederholten Aufforderung deines Gegners einen unmöglichen Zug zu korrigieren nicht nachgekommen bist, sondern mit unsportlichen Bemerkungen reagiert hast, bin ich der Ansicht, dass eine Fortsetzung der Partie für deinen Gegner nicht mehr zumutbar ist. Wegen dieses unsportlichen Verhaltens, spreche ich hiermit eine Verwarnung gegen dich aus und erkläre die Partie vorzeitig für beendet und für deinen Gegner als gewonnen." Gegen diese Entscheidung des TL's legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein und gab als Begründung an, dass ihm Spieler B einen Virus geschickt habe und weil dieser ihm auf seine Frage warum er den Virus geschickt hätte keine Antwort gegeben habe, er der Meinung war die Partie deshalb nicht fortsetzen zu müssen.

Entscheidung:

Der Widerspruch wird von der Revisionskommission mit 4 Stimmen bei 1 Enthaltung abgelehnt.

Begründung:

Der Aufforderung von Spieler B einen korrekten Zug abzugeben bist du leider nicht nachgekommen und hast wiederholt als Zug "C111" angegeben was einem Abbruch der Partie gleichkommt. Es kann nicht sein, dass die Aufforderung deines Gegners einen korrekten Zug abzugeben, von dir einfach ignoriert wird. Nach deinen eigenen Angaben hast du keinen korrekten Zug abgegeben, weil dein Gegner dir angeblich einen Virus geschickt hat und dieser auf deine Frage warum er das gemacht hat, keine Antwort gab. Dies ist jedoch kein ausreichender Grund für dein Verhalten. Es gibt viele Viren, die sich automatisch unter einer falschen Absenderadresse selbst verbreiten, so dass es so gut wie nicht nachweisbar ist, wer den Virus wirklich verschickt hat. Statt die Partie nicht fortzuführen, hättest du dich mit deinem Problem an den Turnierleiter wenden müssen.

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Revi 02/09 (Nicht-Empfang von eMails)

Vorgang:

Spieler A hatte in der Pyramide eine Herausforderung vom Spieler B erhalten und auch die Mail des Pyramidenwächters, in der ihm dieser das Partiebeginndatum mitteilte. Da er am Partiebeginndatum und der Folgezeit keinen Eröffnungszug des Spielers B erhielt, ging Spieler A davon aus, dass Spieler B ihn nicht herausfordern möchte und setzte sich weder mit dem Pyramidenwächter noch mit Spieler B dieserhalb in Verbindung. Spieler B hatte aber seinen Eröffnungszug an Spieler A übermittelt und auch eine Erinnerung geschrieben, was auch der Pyramidenwächter machte. Diese Mails - Eröffnungszug und Erinnerungen -sind jedoch beim Spieler A nicht angekommen. Als Grund nannte Spieler A, dass er eine Weiterleitungsadresse eingerichtet habe, die leider nicht funktionierte. Nachdem der in den Pyramideregeln genannte Annahmetermin verstrichen war und vom Spieler A keine Reaktion erfolgte, entschied der Pyramidenwächter auf kampflosen Gewinn der Partie durch Spieler B und entsprechenden Platztausch. Spieler A legte hiergegen Widerspruch bei der Revisionskommission ein und beantragte, den Platztausch rückgängig zu machen. Als Begründung gab er an, dass er wegen der nicht funktionsfähigen Weiterleitungsadresse nicht in den Besitz der Mail mit dem Eröffnungszug und den Erinnerungsmails gekommen sei und somit davon keine Kenntnis erhalten habe.

Entscheidung:

Der Widerspruch des Spielers A wird einstimmig abgewiesen.

Begründung:

Der Pyramidenwächter hat Spieler A mit einer Mail das Partiebeginndatum mitgeteilt, wodurch eindeutig zu erkennen war, dass eine Herausforderung des Spielers B vorlag. Dadurch ist die Annahme des Spielers A, dass ihn Spieler B eventuell doch nicht herausfordern wolle, sehr unverständlich. Nachdem der Eröffnungszug des Herausforderers nicht beim Spieler A eintraf, wäre es logisch gewesen, beim Pyramidenwächter nachzufragen was denn los sei. Wenn ein Spieler seine Mails von einem Postfach in ein anderes umleitet, ist es erforderlich, dass er testet, ob die Umleitung auch funktioniert. Jeder Spieler ist selbst dafür verantwortlich, dass er unter der angegebenen Mailadresse auch erreichbar ist. Stellt er technische Probleme fest, kann er Sonderurlaub - eventuell sogar rückwirkend - beantragen. Da Spieler A im vorliegenden Falle es selbst verschuldet hat, dass die Partie nicht zum Laufen kam, bleibt die Entscheidung des Pyramidenwächters bestehen und der Widerspruch des Spielers A wird abgewiesen.

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Revi 04/10 (Abschätzungs-Richtlinie; hier: Unterstützung des Wertungsantrags durch Analysen)

Vorgang:

Wegen Ablaufs der Höchstspieldauer hatte der TL Spieler A und Spieler B aufgefordert, die Turnierniederschrift bis zum Abbruch abzugeben und den Wertungsantrag (Gewinn oder Remis) zu stellen und den Antrag mit Analysen zu unterstützen. Spieler A stellte einen Antrag auf Gewinn der Partie und fügte eine kurze Analyse mit Angabe von möglichen Varianten bei. Spieler B stellte einen Remisantrag mit folgender Begründung: "Der Mehrbauer von Spieler A ist in dieser Art von Turmendspielen nicht realisierbar." Der TL leitete beide Anträge an die Wertungskommission weiter, da er auch die vom Spieler B abgegebene Begründung zum Remisantrag als Analyse zur Unterstützung des Antrags ansah (wenn auch mit Bedenken!). Die Wertungskommission folgte zunächst dem Gewinnantrag von Spieler A, indem die von Spieler A unterstützenden (Gewinn-)Varianten nachvollzogen wurden. Spieler B legte hiergegen jedoch Beschwerde bei der Wertungskommission ein und fügte nun seiner Beschwerde weitere Hinweise bei, die seinen Remisantrag untermauerten. Die Wertungskommission gab daraufhin der Beschwerde von Spieler B statt, wodurch das Gewinn-Resultat für den Spieler A zurückgenommen und in ein Remis abgeändert wurde. Spieler A, der mitbekommen hatte, dass Spieler B seinen 1. Antrag auf Remis lediglich mit dem Satz begründet hatte: "Der Mehrbauer ist in dieser Art von Turmendspielen nicht realisierbar", legte nun Widerspruch bei der Revision ein und begründete diesen damit, dass der Remisantrag von Spieler B keine Analysen zur Unterstützung des Antrages enthalten habe denn die von Spieler B beigefügte Begründung (siehe vorstehend), sei keine Analyse im Sinne der Abschätzungs-Richtlinie und deshalb hätte der TL laut Abschätzungs-Richtlinie seinen Gewinnantrag werten müssen. Somit läge hier ein Verstoß gegen das Regelwerk der Abschätzungs-Richtlinie vor, wofür die Revision zuständig sei.

Entscheidung und Begründung:

Die Revisionskommission gab dem Widerspruch einstimmig statt (ein Mitglied hat an der Abstimmung nicht teilgenommen).
Nach Ablauf der Höchstspieldauer ist nach der Abschätzungs-Richtlinie der Antrag auf Gewinn oder Remis durch eine Analyse zu begründen indem es dort heißt:
"Die Anträge müssen nachstehende Angaben enthalten:
1. die Partieniederschrift bis zum Abbruch,
2. einen verbindlichen Antrag (Gewinn oder Remis) zur Wertung der Partie,
3. A n a l y s e n zur Unterstützung des Antrags."
Bemerkungen wie z.B. "Der Mehrbauer ist in dieser Art von Turmendspielen nicht realisierbar" oder "Durch den Mehrbauern werde ich in der Partie einen entscheidenden Vorteil erzielen" und ähnliches, sind keine Analysen im Sinne der Abschätzungs-Richtlinie. Es sind mögliche V a r i a n t e n anzugeben und diese haben grundsätzlich beide Spieler einzureichen, also auch der Spieler, der ein Remis beantragt.
Da Spieler B seinem Remis-Antrag keine Analysen beigefügt und somit ein vollständiger Antrag im Sinne der Abschätzungs-Richtlinie nicht vorgelegen hat, war die Partie vom TL zu werten denn in der Richtlinie heißt es:
"Eine Abschätzung entfällt
1. bei übereinstimmenden Anträgen;
2. wenn nur ein Spielpartner den v o l l s t ä n d i g e n Antrag einsendet, so wird das von diesem beantragte Ergebnis vom TL gewertet."
Der Turnierleiter wird daher hiermit aufgefordert, das vom Spieler A beantragte Ergebnis zu werten.

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Revi 06/10 (Zeitüberschreitung während Urlaubs des Spielpartners)

Vorgang:

Spieler A hatte Urlaub und stellte nach Beendigung seines Urlaubs fest, dass sein Spielpartner (Spieler B) die Bedenkzeit überschritten hatte. Er machte deshalb Zeitüberschreitung beim TL geltend. Der TL stellte fest, dass die Reklamation der ZÜ berechtigt war und teilte daher dem Spieler B mit, dass er wegen ZÜ die Partie für ihn als verloren werten müsse. Spieler B legte hiergegen bei der Revision Widerspruch ein und begründete diesen wie folgt: "Artikel 5.6 der Spielordnung spricht von einer "Mahnpflicht" bei ausstehenden Antworten von mehr als 10 Tagen und dieser Mahnpflicht sei Spieler A nicht nachgekommen und er (Spieler B) habe somit nicht die Möglichkeit gehabt zu reagieren, um den Partieverlust durch ZÜ zu vermeiden. Der Artikel 5.6 der SpielO sei als Schutz zu verstehen, der verhindern soll, dass jemand eine Partie verliert, nur weil er bei einem Zug über längere Zeit nicht rechtzeitig antworte."

Entscheidung:

Die Revisionskommission lehnt einstimmig den Widerspruch des Spielers B gegen die Turnierleiterentscheidung der Zeitüberschreitung ab.

Begründung:

Es ist richtig, dass ein Spieler, wenn er 10 Tage nichts mehr von seinem Gegner hört, ein Erinnerungsmail mit Kopie an den TL schreiben muß. Wenn dieser 11. Tag aber innerhalb eines Urlaubs oder Sonderurlaubs liegt, welcher dem Spieler genehmigt wurde, ist es natürlich nicht möglich, dass der beurlaubte Spieler rechtzeitig eine Erinnerung senden kann. Die Bedenkzeit im Auge zu behalten ist grundsätzlich Sache jeden Spielers; der Gegner ist nicht verpflichtet, seinen Spielpartner darauf aufmerksam zu machen, dass die Bedenkzeit überschritten wird. Jeder Spieler muß wissen, dass seine Bedenkzeit während des Urlaubs des Gegners weiterläuft (hierzu auch Hinweis auf Artikel 5.8 Satz 4 der Spielordnung). Dieses ist als Verpflichtung jeden Spielers anzusehen, so dass es auch in Urlaubsfällen grundsätzlich nicht zu einer ZÜ kommt.

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Revi 12/10 (Bedenkzeitberechnung bei Serverlaufzeiten)

Vorgang:

Spieler A hatte einen Zug abgegeben, der den Mailserver von Spieler B erst am darauffolgenden Tag erreichte. Zwischen beiden Spielern bestand Uneinigkeit darüber, wie die Bedenkzeit von Spieler B zu berechnen ist. Daraufhin wurde der TL eingeschaltet. Dieser entschied, daß für die Bedenkzeitberechung von Spieler B der Absendetag des Spielers A maßgebend sei. Dagegen legte Spieler B Protest bei der Revision ein.

Entscheidung:

Die Revisionskommission gab dem Protest statt.

Begründung:

Die Berechnung der Bedenkzeit ist eindeutig in §5.2 der Spielordnung geregelt. Maßgebend für die Berechnung der Bedenkzeit jedes Spielers (von-bis) ist danach der Zeitpunkt des Ein- und Ausgangs auf/vom Mailserver des betreffenden Spielers. Die Laufzeit zwischen den Mailservern wird keinem der beiden Spieler angelastet.

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Revi 01/11 (Zuständigkeit der Revision für Entscheidungen der Wahlkommission)

Vorgang:

Der Antragsteller beantragte, die Entscheidung der Wahlkommission in Bezug auf das am 20.12.2010 verkündete Wahlergebnis zu überprüfen. Insbesondere ging es dabei um die von der Wahlkommission verkündete Zusammensetzung der Revisionskommission. Durch den Rücktritt eines gewählten Mitglieds als Turnierleiter war der Verkündung der Wahlkommission zufolge dem Votum der Mitgliederversammlung genüge getan und somit die Revisionskommission entsprechend beschlossener Satzungsänderung nur mit zwei Turnierleitern besetzt. Dieser Auffassung widersprach der Antragsteller, da die Satzung eben nicht von einem Rücktritt einer oder mehrerer Turnierleiter spräche, sondern eindeutig ein Aufrücken fordere.

Entscheidung:

Der Antrag wird wegen Nichtzuständigkeit der Revision zurückgewiesen.

Begründung:

Die Revision bezieht sich dabei auf die Satzung des DESC §§ 7(2) und 7(3). Hier ist die Zuständigkeit der Revisionskommission klar geregelt. Ihr obliegt es nicht, über Entscheidungen der Wahlkommission zu befinden.

Hinweis:

Desweiteren gibt die Revisionskommission dem Admin-Team die Anregung, die Satzungsänderung lt. Antrag 3 der letzten Wahl noch einmal zu überarbeiten und zu präzisieren und auf der nächsten Mitgliederversammlung eine entsprechende Änderung als Beschlußvorlage einzubringen.

Zitat Antragsteller:

"Was wenn bei der nächsten Wahl fünf Turnierleiter in die Revisionkommission gewählt werden? Dann werden mit Hinweis auf die jetzige Entscheidung drei Turnierleiter zurücktreten. Dies kann wahrscheinlich sogar den Spielbetrieb des DESC gefährden." Dieser Einwurf sollte bei der Überarbeitung berücksichtigt werden.

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Revi 07/11 (Spielregeln und Entscheidungen)

Vorgang und Antrag:

In der Partie Spieler A vs Spieler B beantragte der MF vom Spieler A im Verlauf der Partie beim TL die Feststellung der Bedenkzeiten für beide Spieler, weil diese beidseitig nicht oder nicht vollständig aufgezeichnet wurden.

Der TL forderte daraufhin die entsprechenden Aufzeichnungen von den Spielern an. Aus den Aufzeichnungen vom Spieler B ergab sich, dass er für seine ersten 10 Züge = 31 Bedenkzeittage verbraucht und damit die Bedenkzeit überschritten hatte.

Am 04.07.11 07:51:42 Uhr gab Spieler A seinen 11.Zug ab, wovon Spieler B den TL am 04.07.11 16:12:14 Uhr in Kenntnis setzte. Am 04.07.11 15:22:56 Uhr ging beim TL vom MF ein Antrag auf Zeitüberschreitung ein, wobei Spieler B nicht auf Kopie gesetzt wurde. Der TL entschied daraufhin mit Mail vom 04.07.11 18:18:28 Uhr, dass die Partie beendet ist und wertete diese wegen Vorliegens einer Zeitüberschreitung als gewonnen für Spieler A.

Gegen diese Entscheidung wendet sich Spieler B mit dem Hinweis auf Artikel 5.7 "Zeitüberschreitung" der Spielordnung, wonach das Vorliegen einer ZÜ u n v e r z ü g l i c h an den TL zu melden ist, mit Kopie (CC) an den betroffenen Spieler; der TL hat den Spielern mitzuteilen, dass die Bedenkzeit ruht und ein Weiterspielen der Partie nicht gestattet ist.

Spieler B trägt vor, dadurch dass Spieler A seinen 11.Zug noch vor der Antragstellung auf ZÜ des MF und vor der Entscheidung auf Abbruch der Partie und deren Wertung durch den TL abgegeben hat, befand sich die Partie bereits in einer neuen Periode der Zeitkontrolle, womit eine Reklamation auf ZÜ hinfällig geworden sei und beantragt daher die Entscheidung des TL auf Abbruch und Wertung der Partie aufzuheben und die Fortsetzung der Partie anzuordnen.

Desweiteren beantragt Spieler B die Revision um Feststellung, ob es zulässig ist, dass ein TL einen Spieler oder dessen MF auffordert oder anregt, in einer Partie auf Zeitüberschreitung zu reklamieren oder ob dies die Kompetenzen eines TL übersteigt.

Entscheidung:

Der Antrag von Spieler B , die Entscheidung des TL auf Abbruch und Wertung der Partie aufzuheben und die Fortsetzung der Partie anzuordnen, wird einstimmig abgewiesen.

Ein TL überschreitet nicht seine Kompetenzen, wenn er einen Spieler oder dessen MF darauf hinweist, dass eine Zeitüberschreitung vorliegt und ihn fragt, ob er ZÜ reklamieren will.

Begründung:

Am 10.06.11 08:45:22 Uhr sandte der MF (wahrscheinlich auf Intervention von Spieler A) eine Mail mit folgendem Text an den TL : "Lieber TL, bitte veranlasse, dass Spieler B bei der Übermittlung seiner Züge an Spieler A Bedenkzeitangaben hinzufügt. Vielen Dank, MF ".

Dieses nahm der TL zum Anlaß, von beiden Spielern Bedenkzeitaufstellungen anzufordern, die er dann am 02.07.11 von Spieler A und am 03.07.11 von Spieler B erhalten hat, wobei sich aus der Aufstellung von Spieler B ergab, dass er für seine 10 letzten Züge = 31 Bedenkzeittage verbraucht und somit seine Bedenkzeit überschritten hatte.

An dieser Stelle hätte der TL eine Mail an beide Spieler senden sollen mit Kopie an den MF, dass ab sofort die Bedenkzeit ruht und ein Weiterspielen der Partie nicht gestattet ist, was leider versäumt wurde. Dieses hat in der Folge dazu geführt, dass der Spieler A noch seinen 11.Zug an Spieler B übermittelt hat (mit Mail vom 04.07.11 07:51:42 Uhr). Dies kann nach Ansicht des Gremiums dem Spieler A jedoch nicht nachteilig angelastet werden, da hier das Versäumnis des TL dafür maßgebend war und desweiteren bedacht werden muss, dass Spieler A kein DESC-Spieler ist und man deshalb Nachsicht und Verständnis walten lassen sollte, dass er die Spielordnung des DESC hier nicht parat hatte.

Das Gremium stellte sich in diesem Zusammenhang auch die Frage - da nach Artikel 5.7 der Spielordnung nur das "Weiterspielen" der Partie untersagt ist - ob durch das einseitige Abgeben eines Zuges überhaupt von einem "Weiterspielen" gesprochen werden kann. Dazu kommt noch, dass nirgendwo zu finden ist, welche Konsequenzen ein Weiterspielen haben könnte. Das Gremium ist auch aus diesem Grunde der Meinung, dass ein TL dann die alleinige Entscheidungs-Kompetenz hat.

Der TL - und diese Vorhaltung muß ihm das Gremium allerdings machen - hätte nach Erhalt der Mail von Spieler B vom 04.07.11 16:12:14 Uhr, in welcher dieser ihm mitteilt, dass er von Spieler A dessen 11.Zug übermittelt bekommen hat, entsprechend reagieren sollen; zum Beispiel den Beteiligten unter HInweis auf Artikel 5.7 der Spielordnung mailen, dass es sich hierbei um eine unerlaubte Zugübermittlung handelt.

Erst als am 04.07.11 15:22:56 Uhr beim TL der Antrag auf Feststellung der Zeitüberschreitung vom MF einging, reagierte der TL mit einer Entscheidungsmail vom 04.07.11 18:18:28 Uhr an die Betroffenen und teilte diesen mit, dass er die Partie wegen Zeitüberschreitung von Spieler B als gewonnen für Spieler A wertet.

Der Antrag auf Feststellung der Zeitüberschreitung von MF hat folgenden Wortlaut: "Da du nun die Daten (BZ-Daten) von Spieler A und Spieler B vorliegen hast, kann nun der DESC entscheiden, ob Spieler B mehr als 30 erlaubte Tage für 10 Züge benötigt hat.Grüße, MF". Dieser Antrag hätte zwar in Kopie auch an Spieler B gehen müssen, hat aber letztlich keinen Einfluß auf die Entscheidung des Gremiums.

Der Vortrag von Spieler B , dass die Antragstellung auf Feststellung der ZÜ durch den MF und die Entscheidung des TL betreffend Abbruch und Wertung der Partie, erst nach der Übermittlung des 11.Zuges von Spieler A erfolgten, ist zwar richtig aber es kann deshalb im vorliegenden Falle nicht davon gesprochen werden, dass eine Nichtbeachtung des Satzes 1 des Artikels 5.7 der Spielordnung gegeben ist.Immerhin erfolgten die Antragstellung des MF und die Entscheidung des TL am selben Tag, so dass hier die geforderte U n v e r z ü g l i c h k e i t als gegeben angesehen werden kann, mit der Folge, dass wegen des Vorliegens einer Zeitüberschreitung die Partie vom TL richtigerweise als gewonnen für den Spieler A gewertet worden ist.

Nach Ansicht des Gremiums wäre es außerdem im vorliegenden Fall Spieler A und seinem MF schwer verständlich zu machen, dass trotz des Vorliegens einer ZÜ und nur wegen einer Unterlassung des TL, die Partie wieder aufgenommen werden muß, zumal diese keine DESC-Spieler sind und mit der DESC-Spielordnung somit weniger vertraut sind. Die Unterlassung des TL macht es nun mal nicht ungeschehen, dass die Bedenkzeit vom Beschwerdeführer (Spieler B) überschritten wurde.

Die DESC-Spielordnung geht laut Artikel 5.7 davon aus, dass ein Antrag auf ZÜ vom Spieler an den TL gemailt wird; mit Kopie (CC) an den Spielpartner.

Beim E-Mail-Schach erfährt der TL vorher grundsätzlich nichts von der ZÜ denn er verfolgt nicht die Bedenkzeit-Aufzeichnungen der Spieler. Er kann erst eine Entscheidung treffen, wenn ihm dies zugemailt worden ist.

Erkennt aber ein TL im Verlaufe einer Partie aufgrund des Schriftwechsels mit einem Spieler - dies kann durchaus wegen einer anderen Sache als wegen einer ZÜ der Fall sein -dass eine ZÜ vorliegt, so darf er nach Ansicht des Gremiums bei dem Spieler anfragen, ob dieser ZÜ reklamieren will, ohne seine Kompetenzen zu überschreiten.

Es ist aber auch grundsätzliche Meinung des Gremiums, dass man als TL eine Partie nicht abbrechen/beenden sollte, wenn beide Spieler trotz Vorliegens einer ZÜ weiterspielen wollen (die Regeln beim Nahschach mögen da durchaus anderslautend sein!).

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Revi 09/11 (Korrekte Wiederholung des gegnerischen Zuges)

Vorgang und Antrag:

Spieler A (Weiß) hatte seinen 11. Zug an den Spieler B (Schwarz) mit 11. h4 übermittelt. In seiner Antwortmail übermittelte Spieler B 11. a4 Lb7. Spieler A übermittelte seinen 12. Zug mit 12. hxg5 ohne darauf zu achten, dass Spieler B den 11. Zug von A falsch wiederholt hatte, nämlich 11. a4 statt h4. Spieler B teilte daraufhin Spieler A mit, dass er auf 11. h4 11....g4 spielen würde, da er bei der Übermittlung seines 11. Zuges mit 11....Lb7 von 11. a4 ausgegangen sei. Spieler A wandte sich daraufhin an den Turnierleiter mit der Frage, ob Spieler B nun 11....g4 spielen könne da der von Spieler B übermittelte 11. Zug 11....Lb7 doch spielbar sei. Da Spieler A vom Turnierleiter keine klare und eindeutige Antwort erhielt, wandte er sich mit dem Problem an die Revision.

Entscheidung und Begründung:

Der 11. Zug 11....Lb7 des Spielers B ist nicht gültig, da ohne korrekte Wiederholung des gegnerischen Zuges (also hier falsch mit 11. a4 statt richtig mit 11. h4), kein gültiger Zug erfolgen kann (Hinweis auf Artikel 6.4 Absatz 3 der Spielordnung). Die Partie ist daher nach 11. h4 g4 mit dem 12. Zug von Spieler A fortzusetzen.

Hinweis:

Da Spieler B einen Zug übermittelt hat, der vom Spieler A nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden konnte, sind Spieler B nach Artikel 6.4 Absatz 1 Satz 3 der Spielordnung 5 Tage Bedenkzeit als Strafe anzurechnen.

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Revi 09/11 (Ablehnung eines Antrages auf Zeitüberschreitung)

Vorgang und Antrag:

Spieler A und Spieler B hatten während einer Partie Probleme mit der genauen und richtigen Aufzeichnung der Bedenkzeit. Spieler A war schließlich der Ansicht, dass Spieler B seine Bedenkzeit überschritten hatte ohne dass es ihm in Vorfeld möglich gewesen ist, eine Einigung mit Spieler B herbeizuführen. Er wandte sich daher an den Turnierleiter und beantragte bei diesem die Feststellung der Zeitüberschreitung des Spielers B. Der Turnierleiter lehnte den Antrag auf Zeitüberschreitung mit der Begründung ab, dass Spieler A und Spieler B zuerst gemeinsam die Bedenkzeitangaben abstimmen müssten. Gegen diese Ablehnung des Turnierleiters legte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein.

Entscheidung und Begründung:

Nach Artikel 5.3 der Spielordnung ("Reklamation der Bedenkzeit") muß ein Spieler die Bedenkzeitangaben mit seinem Spielpartner abstimmen, wenn er der Ansicht ist, dass diese nicht korrekt sind. Nur wenn dies nicht geschieht, ist die Reklamation einer Zeitüberschreitung nicht möglich.

Spieler A hat jedoch in mehreren Mails an Spieler B, in denen er den Turnierleiter auf Kopie gesetzt hat, versucht sich mit Spieler B abzustimmen, was aber fehlgeschlagen ist. Anhand dieser auch dem Turnierleiter bekannten Mails ist zu erkennen bzw. zu entnehmen, dass eine Einigung zwischen beiden Spielern nicht zustande gekommen ist, was auch der Turnierleiter hätte erkennen können/müssen mit der Folge, für beide Spieler Die Bedenkzeitangaben verbindlich festzulegen (Hinweis auf Artikel 5.3 Satz 3 der Spielordnung). An den Turnierleiter ergeht daher von der Revision die Aufforderung, die Bedenkzeitangaben verbindlich festzulegen und über den Antrag auf Zeitüberschreitung des Spielers A zu entscheiden.

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Revi 10/11 (Entstandene Bedenkzeittage bei uneindeutiger Zugübermittlung)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte in seiner Notation seinen 7. Zug mit 7. C3 an den Spieler B übermittelt. Spieler B bemängelte diesen Zug beim Spieler A weil dieser uneindeutig übermittelt sei und fragte an, ob 7. c3 gemeint sei. Spieler A hielt dies für eine Schikane des Spielers B und schaltete den Turnierleiter ein. Der Turnierleiter entschied, dass es sich bei 7. C3 um einen Tippfehler handele und es 7. c3 lauten muß. Die während der Aufklärungszeit entstandenen 4 Tage rechnete nun Spieler A dem Spieler B als Bedenkzeittage an. Hiergegen legte Spieler B bei der Revision Widerspruch ein und stellte den Antrag, dass Spieler A die 4 Bedenkzeittage zurückzunehmen hat.

Entscheidung und Begründung:

Spieler A hat die bei der Aufklärung entstandenen 4 Bedenkzeittage zurückzunehmen also die Bedenkzeit vom Spieler B um 4 Tage zu verkürzen. Es handelt sich bei der Übermittlung des Zuges 7. C3 um eine uneindeutige Zugübermittlung, die Spieler B zu recht bemängelt hat und deshalb ist ihm die durch die Aufklärung entstandene Zeit von 4 Tagen nicht als Bedenkzeit anzurechnen.

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Revi 02/12 (Ausschluss aus dem DESC)

Vorgang und Antrag:

Aufgrund der nachfolgend aufgeführten Begebenheiten,
- fortgesetzte Verstösse gegen die Spielordnung des DESC,
- Beleidigungen von Mitspielern und der TL's (z.B. mit Bezeichnungen wie "Idiot", "Sturrer Bock", "Arschloch" u.a.),
- im Zeitraum 2006-2011 bereits 12 ausgesprochenen Verwarnungen,
stellte ein TL wegen weiterer Unsportlichkeiten und Missachtungen der Spielordnung durch den Spieler Z einen Antrag auf Ausschluss des Spielers Z aus dem DESC beim Admin-Team.
Das Admin-Team folgte dem Antrag des TL's und schlug deshalb nach § 7 Abs. 4 der Satzung der Revision vor, den Spieler Z aus dem DESC auszuschliessen.
Die Revision gab Spieler Z unter Gewährung einer Frist von 7 Tagen die Gelegenheit, sich schriftlich zu der Sache zu äussern und insbesondere Gründe zu benennen, die aus Sicht des Spielers Z gegen seinen Ausschluss sprechen. Dieser Aufforderung kam Spieler Z nach, aber seine vorgebrachten Gründe waren nach einhelliger Meinung aller Revisionsmitglieder unzulänglich und unzureichend und deshalb wurde dem Antrag des Admin-Teams einstimmig gefolgt, und Spieler Z mit sofortiger Wirkung aus dem DESC ausgeschlossen.

Entscheidung und Begründung:

Unter Beachtung der 7-Tage-Frist des § 7 Abs. 5 der Satzung sandte die Revision eine Mail an den Spieler Z mit folgendem Wortlaut:
"Die Revisionskommission hat deine Stellungnahme betreffend Ausschluss aus dem DESC und die sowohl vom TL als auch vom Admin-Team vorgetragenen Begründungen ausgiebig geprüft und gegeneinander abgewogen. Dabei hat das Gremium der Revision festgestellt, dass deine vorgetragene Stellung- nahme, die einen Ausschluss angeblich nicht rechtfertigt, nicht ausreichend ist, um dem der Revisionskommission vorliegenden Ausschlussantrag nicht nachzukommen. Die dir bereits vorgetragenen Punkte des TL's und des Admin-Teams zur Begründung des Ausschlussantrages sind von schwerwiegender Bedeutung in negativer Hinsicht auf dein Verhalten deinen Spielpartnern und den TL's gegenüber.
Das Gremium der Revision hält diese deine fortgesetzten Verhaltensweisen und die Verstösse gegen die Spielordnung des DESC und die guten Sitten, die deine Spielpartner und die TL's hinnehmen mussten und die diese gekränkt und beleidigt und nebenbei auch noch zu einem erheblichen Mehr- aufwand an Arbeit für alle Beteiligten geführt haben, für nicht mehr hinnehmbar, zumal du trotz wiederholter Aufforderungen auf Unterlassung diesen nicht nachgekommen bist.
Aus den vorgenannten Gründen wirst du daher mit sofortiger Wirkung für immer aus dem DESC ausgeschlossen, so das deine Mitgliedschaft im DESC hiermit beendet ist.
Deine zur Zeit noch nicht beendeten Partien werden als verloren für dich gewertet."

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Revi 06/12 (Ablehnung eines Antrafes auf ZÜ)

Vorgang und Antrag:

Spieler B hatte seinen 8. Zug am 12.05.12 an Spieler A gesendet; Spieler A hatte zu diesem Zeitpunkt 26 Bedenkzeittage verbraucht. Als Spieler A nach Ablauf von 5 Tagen noch nicht geantwortet und er daher mit 31 Bedenkzeittagen seine Bedenkzeit überschritten hatte, beantragte Spieler B Zeitüberschreitung beim TL mit Kopie an Spieler A. Spieler A wandte sich umgehend an den TL mit Kopie an Spieler B und gab an, dass er die Mail vom 12.05.12 des Spielers B nicht erhalten hat.
Der TL lehnte daher den Antrag auf ZÜ des Spielers B ab mit dem Hinweis, dass er zwar glaubt, dass Spieler B seinen Zug am 12.05.12 an Spieler A abgesandt hat, dies bedeute aber nicht, dass die Mail mit seinem Zug bei der Gegenseite auch angekommen sei.
Gegen diese Entscheidung des TL legte Spieler B Widerspruch bei der Revision ein, mit dem Hinweis, dass er die Mail mit dem Mailchess- Programm versendet habe und die Versendung durch das Mailchess- Protokoll eindeutig nachgewiesen sei. Auch habe er eine Zurück- weisung seiner Mail nicht erhalten, also müsse die Mail auch bei Spieler A angekommen sein, wie alle seine anderen Mails an Spieler A auch. Es könne doch nicht dem Versender angelastet werden, wenn die Mail nicht beim Empfänger ankomme. Spieler A würde lediglich behaupten, er habe den Zug nicht erhalten, um sich vor der ZÜ zu schützen.

Entscheidung und Begründung:

Die Revisionskommission lehnt den Widerspruch des Spielers B gegen die Entscheidung des TL's einstimmig ab.
Die Revision schliesst sich der Argumentation des TL's an, dass es bisher auch mit den anderen Spielpartnern des Spielers A in Bezug auf solch eine Art der Verhinderung einer ZÜ keine Probleme gab - im Gegenteil wurden bisher Zeitüberschreitungen regelmässig anerkannt. Im übrigen kann es beim Fernschach/ eMail-Schach nun mal vorkommen, dass Mails im WWW oder in einem Server verloren gehen.

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Revi 06/12 (Zeitüberschreitung nach der Zuteilung von Straftagen)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte in einer Partie vom Spieler B einen Zug (es war der 3. Zug der Partie) erhalten, der nicht spielbar war (statt cxd4 hatte Spieler B in seiner Notation cxd5 angegeben). Spieler A setzte Spieler B davon in Kenntnis und bat ihn um Angabe eines möglichen Zuges. Spieler B korrigierte daraufhin den Zug in cxd4. Spieler A war nun der Meinung, Spieler B habe gegen den Art. 6.4 "Übermittlungsfehler" der Spielordnung verstossen, weil er einen unmöglichen Zug übermittelt habe und als Folge seien dem Spieler B 5 Tage Bedenkzeit als Strafe anzurechnen (siehe Art. 6.4 Abs. 1 Satz 3). Infolge der Hinzurechnung von 5 Strafpunkten trat beim Spieler B Bedenkzeitüberschreitung ein, so dass Spieler A einen Antrag auf ZÜ beim TL stellte.
Der TL lehnte den Antrag auf ZÜ jedoch ab, mit der Begründung hier handele es sich nicht um einen Übermittlungsfehler im Sinne des Art. 6.4 der Spielordnung und somit entfalle die Anrechnung von 5 Strafpunkten.
Gegen diese Entscheidung des TL's legte Spieler A Widerspruch bei der Revisionskommission ein mit dem Hinweis, dass der Art. 6.4 der Spielordnung vom TL zu Unrecht nicht angewandt worden war.

Entscheidung und Begründung:

Die Revisionskommission lehnte nach intensiver Beratung den Widerspruch des Spielers A gegen die Entscheidung des TL's mit knapper Mehrheit und der nachfolgenden Begründung ab. Es handelt sich im vorliegenden Falle zwar um einen unmöglichen Zug, der in Art. 6.4 der Spielordnung angesprochen ist, jedoch ist die Revision mehrheitlich der Meinung, dass es sich hier ganz offensichtlich um einen Tippfehler handelt (es konnte bei der gespielten Eröffnung nur cxd4 und nicht cxd5 gemeint gewesen sein) und somit eine Strafe von 5 Bedenkzeittagen in diesem speziellen Falle nach der mehrheitlichen Meinung des Gremiums nicht gerechtfertigt erscheint. Die Revision folgt zwar im Ergebnis der Entscheidung des TL's jedoch hat sie dabei einen anderen Gedankengang eingeschlagen.

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Revi 06/12 (Unkorrekte Wiederholung des gegnerischen Zuges)

Vorgang und Antrag:

Spieler S hatte 10....Le7 übermittelt. Diesen Zug hat Spieler W bei Abgabe seines 11. Zuges Le2 falsch mit 10....Se7 in seine Notation übernommen. Zunächst bemerkten beide Spieler diese falsche Zugübernahme nicht und es wurde wie folgt weitergespielt: 11....dxc4(Spieler S), 12. Lxc4(Spieler W) und e5(Spieler S).
Spieler W war nun mit seinem 13. Zug am Spiel und bemerkte jetzt seinen Irrtum, nämlich seine falsche Zugwiederholung. Er teilte dies dem Spieler S mit (Kopie an den TL) und verlangte, dass die Partie zum 10. Zug mit der richtigen Zugwiederholung Le7 zurück- versetzt werde und vom 11. Zug an erneut zu spielen sei.
Spieler S lehnte dies jedoch ab und wandte sich mit einem ent- sprechenden Antrag an den TL. Der TL entschied jedoch im Sinne von Spieler W, dass die Partie zurückversetzt werden müsse und vom 11. Zug an erneut zu spielen sei.
Gegen diese Entscheidung des TL's legte Spieler S Widerspruch bei der Revisionskommission ein und gab als Begründung an, dass er alle seine Züge korrekt übermittelt habe und auch die nach- folgenden Züge 11 und 12 alle spielbar gewesen seien, auch die des Spielers W.

Entscheidung und Begründung:

Die Revisionskommission lehnte den Widerspruch des Spielers S einstimmig ab und folgte der Entscheidung des TL's und gab dazu die nachfolgende Begründung.
Die Spielordnung des DESC sagt unter Art. 6.4 Abs. 3 eindeutig: "...Diese Regelung ist sinngemäß auf die Wiederholung der gegnerischen Züge anzuwenden; ohne korrekte Wiederholung des letzten gegnerischen Zuges, kann kein gültiger Zug erfolgen." Somit ist der abgegebene 11. Zug und die nach- folgenden Züge des Spielers W ungültig.
Der TL hat richtig entschieden und muß nun unter Beachtung des Art. 6.4 Abs. 1 (5 Bedenkzeittage als Strafe wegen des Übermittlungsfehlers) festlegen, mit welcher Bedenkzeit- berechnung die Partie weitergespielt wird.

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Revi 12/12 (Abänderung eines bereits gemeldeten -richtigen- Ergebnisses)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte seinen Zug an Spieler B mit b3 übermittelt. Spieler B übernahm zwar b3 in seine Notation, ging bei seinem Antwortzug gedanklich jedoch von b4 aus, was dazu führte, dass Damenverlust bei ihm eintrat. Er mailte daraufhin Spieler A sein Missgeschick und meldete gleichzeitig seine Notation an den TL mit dem Ergebnis als Gewinn der Partie für Spieler A. Spieler A wollte als "fairer Sportsmann" auf diese Weise die Partie nicht gewinnen und teilte Spieler B mit, dass er unter den gegebenen Umständen mit einem Remis einverstanden wäre. Spieler B wandte sich daraufhin an den TL und bat diesen unter Hinweis auf das Einverständnis vom Spieler A das Ergebnis nachträglich von Verlust in Remis abzuändern. Dieses lehnte der TL mit der Begründung ab, dass ein gemeldetes -richtiges- Ergebnis nicht geändert werden kann.
Spieler B wandte sich nun an die Revision und wiederholte seinen Antrag, den der TL abschlägig beurteilt hatte, mit der Bitte um Prüfung, ob eine Abänderung des bereits gemeldeten Ergebnisses von Verlust in Remis eventuell doch möglich wäre und damit eine Änderung der TL Entscheidung.

Entscheidung und Begründung:

Nach eingehender Prüfung kam die Revisionskommission jedoch zu der einstimmigen Entscheidung, dass der TL völlig zu Recht das ihm vom Spieler B gemeldete Verlustergebnis an den TD weitergemeldet und somit richtig entschieden hatte. Auch enthält die Spielordnung keine Bestimmung, die es rechtfertigen würde, im vorliegenden Falle eine Änderung des gemeldeten Ergebnisses vorzunehmen. Im übrigen kann grundsätzlich eine mit Ergebnis beendete Schachpartie nicht wieder aufgenommen bzw. geändert werden.

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Revi 05/13 ((Anträge auf ZÜ im Zusammenhang mit Mailproblemen)

Vorgang und Antrag:

Spieler A u. Spieler B hatten bei der Übermittlung ihrer Züge wiederholt Mailprobleme, d.h. es kam wiederholt bei beiden Spielern vor, dass sie Mails des Gegners nicht erhalten hatten.
Spieler B stellte nach dem 7. Zug von Spieler A, den Spieler B wieder nicht erhalten hatte, einen ZÜ-Antrag beim TL (es waren nach seiner Darstellung vom Spieler A 31 Bedenkzeittage für 6 Züge verbraucht worden). Der TL stellte bei seinen Ermittlungen fest, dass Spieler A seinen 7. Zug rechtzeitig an Spieler B übermittelt, dieser jedoch die Mail nicht erhalten hatte. Der TL lehnte daher den ZÜ-Antrag vom Spieler B ab und teilte diesem den 7. Zug des Spielers A mit und dass die Partie fortzusetzen sei; gleichzeitig ordnete er an, dass beide Spieler bei der Zugübermittlung ihn auf Kopie setzen.
Nach dem 8. Zug, den Spieler A mit Kopie an den TL an den Spieler B gesendet hatte, traf wieder eine Mail vom Spieler B beim TL ein mit der Anfrage, ob er vom Spieler A einen Zug für ihn habe. Daraufhin sendete der TL eine Kopie der Mail des Spielers A mit dessen 8. Zug an Spieler B.
Nach einigen Tagen erhielt nun der TL wieder einen ZÜ-Antrag aber diesmal vom Spieler A da dieser auf seinen 8. Zug längere Zeit keine Antwort vom Spieler B erhalten hatte. Da Spieler B trotz Erinnerungen keinen weiteren Zug abgab, mailte der TL dem Spieler B, er werde nun dem ZÜ-Antrag des Spielers A stattgeben. Nach diesem Hinweis meldete sich Spieler B dann beim TL und gab an, er habe die Mails mit dem 8. Zug des Spielers A nicht erhalten und forderte den TL auf, sein Vorhaben zurückzunehmen. Da der TL dies jedoch ablehnte, legte Spieler B Widerspruch bei der Revisionskommission ein. Diese forderte daraufhin vom TL Kopien der jeweils letzten Mail vom Spieler A u. vom Spieler B an, aus denen die von den Spielern A u. B zuletzt übermittelten Züge zu ersehen waren (vom Spieler A also dessen 8. Zug u. vom Spieler B dessen 7. Zug).

Entscheidung und Begründung:

Nach eingehender Prüfung u. Beratung kam die Revision zu dem Ergebnis, dass die Anträge auf ZÜ sowohl der vom Spieler B, als auch der vom Spieler A nicht als begründet anzusehen waren, da deren Ursache in ganz überwiegender Weise an den Mailproblemen zwischen beiden Spielern lag. Die Partie war daher nach dem 8. Zug des Spielers A vom Spieler B fortzusetzen, und zwar mit folgenden Bedenkzeittagen:
Spieler A = 13 Taqe und
Spieler B = 12 Tage.
Außerdem wurde angeordnet und hier folgte die Revision dem TL, dass beide Spieler bei jeder Übermittlung der Züge an den Gegner, den TL auf Kopie zu setzen haben.

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Revi 06/13 (ZÜ in einem Mannschaftsturnier – Widerspruch durch den Spieler statt durch den MK/TK)

Vorgang und Antrag:

Ein Spieler der Mannschaft A beantragte über seinen MK/TK Zeitüberschreitung(ZÜ), da ein Spieler der Mannschaft B nach seinem 9. Zug 32 Bedenkzeittage verbraucht hatte. Nach Überprüfung der Angelegenheit stellte der TL die Richtigkeit des Antrages fest und gab dem ZÜ-Antrag der Mannschaft A statt. Ohne seinen MK/TK einzuschalten, mailte nun der Spieler der Mannschaft B den TL an und trug vor, er habe aus Krankheitsgründen nicht antworten können und stellte in diesem Zusammenhang den Antrag, der TL möge seine Entscheidung zurücknehmen. Dieses lehnte der TL mit dem Hinweis ab, dass nun mal ZÜ vorliege und nach den Regeln sei damit die Partie beendet. Der Spieler der Mannschaft B war jedoch uneinsichtig, beschimpfte in einer Mail sogar den TL mit unhöflichen Worten (was den TL übrigens veranlasste gegen den Spieler eine Verwarnung zu erteilen) und er legte sodann Widerspruch bei der Revisionskommission ein.
Nachfolgend wird der Wortlaut der Mail wiedergegeben, den die Revision an den MK/TK und den Spieler der Mannschaft B (mit Kopie an den MK/TK der Mannschaft A) geschrieben hat.
Vorweg:
Laut Spielordnung des DESC sollte grundsätzlich bei Mannschaftsturnieren der MK/TK die Angelegenheiten seiner Mannschaft vertreten. In Art. 8.2 der DESC-SpielO heißt es: „Soweit ein Mannschaftskapitän (MK) bestimmt wurde, vertritt dieser die Mannschaft, insbesondere gegenüber dem Turnierleiter (TL)“. Jedoch legt dies die Revisionskommission nicht zu eng aus, zumal nach § 7 der DESC-Satzung jedes Mitglied das Recht hat, sich an die Revisionskommission zu wenden, was unseres Erachtens bei Open- und Mannschaftsturnieren auch für Nichtmitglieder Geltung hat.

Entscheidung und Begründung:

Der Turnierleiter hat zu Recht entschieden, dass der Spieler der Mannschaft B, seine Bedenkzeit überschritten hat; für 9 Züge wurden 32 Bedenkzeittage verbraucht, also 2 Tage über dem Limit. Darum hat er dem Antrag des MK/TK der Mannschaft A stattgegeben und die Partie für die Mannschaft B als verloren gewertet (hierzu Hinweis auf Art. 5.7 der DESC-Spielordnung). Der Antrag des Spielers der Mannschaft B konnte daher keinen Erfolg haben.
Der Spieler der Mannschaft B räumt selbst ein, dass er für 9 Züge 32 Bedenkzeittage verbraucht hat (siehe hierzu Mail vom Juni 2013). Somit liegt laut DESC-Spielordnung eine Zeitüberschreitung vor. Der Spieler gibt dafür als Grund in seinem Antrag an, dass er in letzter Zeit gesundheitliche Probleme hatte und eine OP im nächsten Monat auf ihn zukommt. Er beantragt daher, die Entscheidung des Turnierleiters auf Verlust der Partie aufzuheben und die Partie fortzusetzen. Die Revisionskommission ist jedoch einstimmig der Meinung, dass ein Spieler, wenn er erkrankt oder einen Krankenhaustermin wahrnehmen muß, grundsätzlich in der Lage ist, davon seinen Spielpartner, den Turnierleiter und in Mannschaftsturnieren insbesondere seinen MK/TK in Kenntnis zu setzen damit Urlaub bzw. Sonderurlaub ausgeschrieben wird. Dieses hat der Spieler versäumt, wofür er die Konsequenzen zu tragen hat. Es mag zwar sein, dass der Spieler jetzt das erste Mal an einem Mannschaftsturnier des DESC teilgenommen hat und noch nicht mit den Regeln vertraut war, aber jedem der das Schachspiel erlernen kann, muß man grundsätzlich zubilligen, dass er auch fähig ist, sich die in dem Turnier an dem er teilnimmt, bestehenden Regeln anzueignen.
Nachsatz: Was die Verwarnung anbetrifft, die der Turnierleiter gegen den Spieler zu Recht ausgesprochen und in die Verwarnungsliste eingetragen hat, muß der Turnierleiter entscheiden, ob er diese aus der Liste wieder entfernen will, da sich der Spieler für seine Entgleisung zwischenzeitlich beim Turnierleiter entschuldigt hat.

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Revi 07/13 (Unterbrechung der Partie durch den TL wegen ZÜ-Antrages aber Nichtbeachtung der Unterbrechung durch einen Spieler)

Vorgang und Antrag:

In einem Mannschaftsturnier stellte der MK/TK des Teams A nach dem 7. Zug des Spielers vom Team B einen Antrag auf Zeitüberschreitung(ZÜ), da dieser mit 34 verbrauchten Bedenkzeittagen seine Bedenkzeit überschritten habe.
Der Turnierleiter (TL) hielt daher umgehend die Partie an und holte von beiden MK’s/TK’s Stellungnahmen ein und berechnete sodann die verbrauchte Bedenkzeit des Spielers vom Team B bis zu dessen abgegebenem 7. Zug wie folgt:

Diese berechnete Bedenkzeit von 29 Tagen teilte sodann der TL den beiden MK’s/TK’s mit und setzte ein neues Startdatum fest, welches von beiden Seiten akzeptiert wurde.
In der Zwischenzeit, also ohne die Entscheidung des TL abzuwarten, machte der Spieler des Teams B aber seinen 8. Zug und gab dabei (wohl versehentlich) seine verbrauchte Bedenkzeit mit 34 Tagen an, was ZÜ bedeutete. Daraufhin beantragte das Team A erneut den Gewinn der Partie beim TL mit dem Hinweis, der Spieler des Teams B habe ja nun selbst seine ZÜ festgestellt.
Der TL stellte sich auf den Standpunkt, dass der Spieler vom Team B die ZÜ selbst eingestanden habe und damit sei seine vorherige Entscheidung hinfällig geworden. Dieses teilte der TL den beiden MK’s/TK’s mit und wertete die Partie für das Team A als gewonnen.
Gegen diese Entscheidung legte das Team B durch ihren MK/TK Protest/Widerspruch ein mit der Begründung, dass die Partie durch den TL angehalten worden war und daher der Spieler gar keinen Zug habe abgeben dürfen und außerdem dieser seine Bedenkzeit versehentlich mit 34 Tagen angegeben habe.

Entscheidung und Begründung:

Der Protest/Widerspruch des Teams B ist begründet. Die Partie war durch den TL angehalten worden und in dieser Zeit können von beiden Seiten grundsätzlich keine gültigen Züge abgegeben werden.
Die 1. Entscheidung des TL bleibt bestehen mit der Folge, dass die Partie mit dem 8. Zug des Spielers vom Team B und der aufgelaufenen Bedenkzeit von 29 Tagen nach dessen 7. Zug fortzusetzen / wieder aufzunehmen ist.
Grundsätzlich sind bei einer vom TL angehaltenen Partie von diesem Zeitpunkt an keine gültigen Züge mehr möglich, sondern erst wenn der TL den Beteiligten mitteilt, ab wann die Partie und mit welchen Bedenkzeittagen fortzusetzen ist.
Die Revisionskommission folgt der Bedenkzeitberechnung des TL und stellt somit die aufgelaufene Bedenkzeit des Spielers vom Team B mit 29 Tagen nach dessen abgegebenem 7. Zug fest.
Die Bedenkzeitberechnung des Spielers vom Team A ergibt abweichend 34 Bedenkzeittage da dieser die Zeitverschiebungen vom 4. bis 7. Zug versehentlich nicht beachtet hat und wohl davon ausgegangen ist, dass er die Eingangsdaten von seiner Mailbox zu nehmen hat, anstatt das Absendedatum (reply-date) des Gegners.
Spieler Team B hat beim 4. Zug den 23.04. (richtig 22.04.),
beim 5. Zug den 02.05. (richtig 01.05.),
beim 6. Zug den 04.05. (richtig 03.05.) und
beim 7. Zug den 17.05. (richtig 16.05.) angenommen;
beim 7. Zug ergeben sich als Folge dann 2 Straftage anstatt richtigerweise 1 Straftag.
Die Partie ist somit fortzusetzen / wieder aufzunehmen.
Der TL hat nun den Beteiligten ein neues Startdatum mitzuteilen und dass der Spieler vom Team B seinen 8. Zug (nochmals) an den Spieler vom Team A senden muß, mit einer dabei aufgelaufenen Bedenkzeit von 29 Tagen nach dem 7. Zug.

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Revi 09/13 (Zeitüberschreitung wegen nicht angekommener Mail)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte mit seinem 39. Zug am 29.08.13 eine Bedenkzeitüberschreitung seines Spielpartners B beim TL geltend gemacht, indem er vortrug, dass B. nach Abgabe dessen 39. Zuges insgesamt 122 Bedenkzeittage verbraucht habe, wobei er bei seiner Bedenkzeitberechnung davon ausging, dass B seinen 39. Zug erst am 24.08.13 abgesandt hat.
Der TL folgte diesen Angaben und gab die Partie für Spieler B als verloren.
Spieler B hat danach jedoch nachgewiesen, dass er seinen 39. Zug bereits am 17.08.13 an Spieler A übermittelt hatte (diese Mail hatte Spieler A jedoch nicht erhalten) mit folgender Bedenkzeitangabe: 11.8. – 17.8. +6/111 und wies den TL gleichzeitig darauf hin, dass dessen Entscheidung demzufolge nicht Rechtens ist und bat um eine Entscheidung der Revision.

Entscheidung und Begründung:

Der Spieler A hat zwar nach seinen Angaben gegenüber dem TL die Mail vom 17.08.13 von Spieler B mit dessen 39. Zug nicht erhalten und dass ihm erst die Wiederholungsmail vom 24.08.13 von B zugegangen ist, so dass er davon ausgehend eine ZÜ reklamierte.
Es kann beim Fernschach/eMail-Schach aber nun mal vorkommen, dass Mails im WWW oder in einem Server verloren gehen oder hängen bleiben.
Da der Spieler B aber nachweisen konnte, dass er seinen 39. Zug bereits am 17.08.13 an Spieler A abgesandt hatte, wäre es nicht Rechtens, für ihn die Partie als verloren zu werten, nur weil seine Mail vom 17.08.13 bei dem Spieler A nicht eingegangen war.
Dem Widerspruch des Spielers B war daher zuzustimmen.
Die Entscheidung des TL war rückgängig zu machen mit der Folge, dass die Partie fortzusetzen/wieder aufzunehmen war. Der TL hatte daher den beiden Spielern ein neues Startdatum und die jeweiligen bisher von beiden Spielern verbrauchten Bedenkzeittage mitzuteilen.
Außerdem wurde dem TL in diesem Fall empfohlen, den Spielern aufzugeben, dass beide bei der Übermittlung ihrer Züge den TL immer mit auf Kopie/CC setzen.

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Revi 09/13 (Aufgabe einer Pyramidenpartie mit nachfolgendem Antrag auf Wiederaufnahme der Partie)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte aufgrund eines Schreibfehlers (oberhalb der PGN-Notation war der Zug richtig aber in der PGN-Notation falsch/fehlerhaft angegeben worden) seine Dame eingestellt. Nach Rücksprache mit seinem Spielpartner und unter Hinweis, dass über der PGN-Notation der Zug ja korrekt angegeben wurde, versuchte er diesen zu bewegen, die Partie unter Korrektur des Zuges in der PGN-Notation fortzusetzen.
Sein Spielpartner stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass die Angabe in der PGN-Notation massgebend sei und lehnte daher eine Korrektur des Zuges in der PGN-Notation ab (also: Damengewinn!).
Spieler A sah ein, dass er ohne Dame die Partie nicht mehr gewinnen konnte und teilte daher dem Pyramidenwächter/TL mit, dass er die Partie aufgibt. Zwei Tage darauf, erhielt der Pyramidenwächter/TL eine Mail vom Spieler A, mit der dieser dem TL den Fall schilderte und seine Meinung wiederholte, dass der von ihm falsch/fehlerhaft in die PGN-Notation eingetragene Zug korrigiert werden könne/müsse und stellte den Antrag auf Fortsetzung der Partie.
Diesen Antrag lehnte der TL ab mit dem Hinweis, dass eine einmal aufgegebene Partie nicht wieder aufgenommen werden kann und außerdem sein Spielpartner bereits erneut herausgefordert worden sei.
Gegen diese Entscheidung des TL reichte Spieler A Widerspruch bei der Revision ein.

Entscheidung und Begründung:

Dazu nachfolgend der Text der Mail, den die Revision an Spieler A gesendet hat.
Nach gründlicher Studierung Deines Einspruchs sind alle beteiligten Mitglieder der Revisionskommission zu dem Ergebnis gekommen, dass der TL sich richtig verhalten und die Partie als gewonnen für Deinen Spielpartner gewertet hat.
Diese Wertung geschah aufgrund einer Mail von Dir, mit der Du dem TL mitgeteilt hast, dass aufgrund eines Schreibfehlers / Tippfehlers von Dir, die Partie von Dir aufgegeben wird.
Erst zwei Tage später hast Du dann dem TL vorgetragen, dass Du nicht damit einverstanden bist, dass die Partie als gewonnen für Deinen Spielpartner gewertet worden ist und hast verlangt, dass das von Dir gemeldete Ergebnis rückgängig gemacht wird. Dieses hat der TL sodann abgelehnt, mit dem Hinweis, dass ein gemeldetes (richtiges) Ergebnis nicht rückgängig gemacht werden kann und außerdem im vorliegenden Fall Dein Spielpartner bereits erneut herausgefordert wurde.
In Deinem Einspruch weist Du darauf hin, dass Du versehentlich für Deinen Zug unterschiedliche Angaben in der PGN und oberhalb der PGN gemacht hast und dieses zu dem Verlust/ zur Aufgabe der Partie geführt hat. Dieses hättest Du dem TL, bevor Du diesem Deine Aufgabe gemailt hast, mitteilen müssen.
Als Entschuldigung, dass dies nicht geschehen ist, trägst Du mit dem Einspruch vor, dass Du nach dem (angeblich) unsportlichen Mail von Deinem Spielpartner geschockt warst und die Partie aufgrund seiner nicht korrekten Äußerungen/Ausführungen aufgegeben hast.
Die Mitglieder der Revision, die dieses von Dir Vorgetragene zur Kenntnis genommen haben, halten es nicht für nachvollziehbar, dass gerade Schachspieler, von denen man kühles und tiefes Nachdenken erwarten kann, sich aufgrund nicht korrekter Ausführungen "schocken" lassen.
Im übrigen ist es grundsätzlich so, dass eine einmal von einem Spieler aufgegebene Partie nicht wieder fortgeführt werden kann.
Insbesondere bei Partien im Rahmen der Pyramide kommt noch hinzu, dass - wie im vorliegenden Fall geschehen - der Gewinner der Partie bereits wieder herausgefordert wurde und es somit zu größeren Unstimmigkeiten im Spielbetrieb der Pyramide kommen würde, wenn bereits als beendet geführte Partien neu aufgenommen werden.
Deinem Widerspruch gegen den Entscheid des Turnierleiters konnte daher aus den vorstehend dargelegten Gründen nicht entsprochen werden.

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Revi 01/15 (Erweiterung der Spielbegrenzung)

Vorgang und Antrag:

Spieler A beantragt am 05.02.2015 nach einem Jahr die Aufhebung der gegen ihn erlassenen Spielbegrenzung. Folgender Beschluss wurde im März 2014 gegen ihn ausgesprochen: Der Spieler A darf für die Dauer von 24 Monaten maximal 2 Turniere gleichzeitig spielen. Erst wenn Spieler A 1 Turnier beendet hat, kann er sich zu einem weiteren Turnier wieder anmelden, das offizielle Turnierende spielt dabei keine Rolle. Beginn der Sanktion ist der 04.03.2014

Entscheidung und Begründung:

Entscheidung Die Spielbegrenzung von Spieler A wird nicht aufgehoben sondern erweitert. Er kann sich ab jetzt zu insgesamt 4 Turnieren gleichzeitig anmelden. Erst wenn der Spieler A 1 Turnier beendet hat, kann er sich zu einem weiteren Turnier wieder anmelden, das offizielle Turnierende spielt dabei keine Rolle. Ende der Spielbegrenzung ist der 03.04.2016. Begründung: der Spieler A ist seit 12 Monaten nicht mehr auffällig geworden was zur Sanktionierung seines Spielbetriebs geführt hat. Die Revisionskommision ist nach Rücksprache mit dem Admin - Team der Auffassung, dass die Erweiterung der Spielbegrenzung als angemessen und zur weiteren Erprobung dienen sollte. Sollten sich in den nächsten 12 Monaten keine Auffälligkeiten mehr ergeben, kann der Spieler A ab 04.04.2016 wieder uneingeschränkt am Spielbetrieb teilnehmen.

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Revi 02/15 (Wertung einer Partie des SMT09)

Vorgang und Antrag:

Spieler A legte Einspruch gegen die Entscheidung des TL ein, seine Partie gegen Spieler B als Remis zu werten und reklamierte den Sieg für sich. Spieler B brach die Partie im Juli 2014 ab und gab an, auf seinem E-Mail - Account keine oder nur gelegentlich Nachrichten von Spieler A empfangen zu haben. Die Wortwahl, die Spieler B dabei anschlug, war von Anfang an sehr aggressiv und wurde sowohl von Spieler A als auch von der Revisionskommission als unsportlich eingeschätzt Bei der Urteilsfindung kam für die Revisionskommission erschwerend hinzu, dass der Turnierleiter erst nach sehr langer Zeit, im Mai 2015, seine Entscheidung traf und die Beweislage dürftig war.

Entscheidung und Begründung:

Entscheidung:

Lieber Schachfreunde,, zu o.g. Partie sind wir als Revisionskommission von Spieler A gebeten worden, den Sachverhalt zu klären, da er mit der Entscheidung des verantwortlichen TL die Partie remis zu werten, nicht einverstanden war. Nach Berücksichtigung der uns zugänglichen Informationen (Mailverkehr, Befragung des TL) und Diskussion in der Kommission sind wir mehrheitlich zu folgendem Beschluss gekommen.


1. Dem Einspruch von Spieler A wird stattgegeben und die o.g. Partie wird nachträglich zugunsten von Spieler A gewertet. D.h., die Wertung ist von remis zu ändern in 0-1.

2. Verwarnung gegen Spieler B wegen unsportlichen Verhaltens und einseitigem Partieabbruch aus nicht nachgewiesenen Gründen.

Begründung:

Vorab seit erwähnt, dass der Sachverhalt durchaus kontrovers in der Kommission diskutiert und bewertet wurde und beide Meinungsbilder der Kommission nachvollziehbar waren. Erschwerend für die Entscheidungsfindung kam u.a. auch noch hinzu, dass die Entscheidung, die Partie letztendlich durch den TL remis zu geben, über einen sehr langen Zeitraum erfolgte. Der Grund hierfür ist jedoch aus unserer Sicht nicht relevant und wird hier auch nicht weiter berücksichtigt. Fakt ist, dass Spieler A glaubhaft darlegen konnte, die Mails in der Partie an seinen Gegner geschickt zu haben. Welche technischen Umstände letztendlich dazu geführt haben können, dass die Partiemails nicht bei Spieler B ankamen (grundsätzlich nicht oder nur nicht in Mailchess), entzieht sich unserer Einschätzung und damit unserer Beurteilung.
Die Nutzung von Mailchess als Übertragungsclient für die automatische Zuordnung von Zügen zu Partien ist natürlich erlaubt, entbindet den Nutzer aber nicht davor, den grundsätzlichen Erhalt der Mails über ein anderes Mailprogramm (Outlook, Thunderbird o.ä.) zu verifizieren.
Bei Durchsicht des uns zur Verfügung gestellten Mailverkehrs ist augenscheinlich, dass die zwischenzeitlichen Mails untereinander scheinbar „problemlos“ jeweils beim Gegenüber ankamen. Bzgl. der unter Punkt 2 ausgesprochenen Verwarnung gegen Spieler B sein noch ergänzt, das aus unserer Sicht hier ein eindeutiges, unsportliches Verhalten gezeigt wurde, das z.T. in den an Spieler A gesendeten Mails jeder Grundlage entbehren und nicht den Ansprüchen des DESC bzgl. eines konstruktiven und kollegialen Umgangtons entspricht.
Insbesondere der Ton in nachfolgendem Mailauszug begründet hier aus unserer Sicht schon diese Verwarnung:
[…] Ich werde diese Partie mit dir nicht mehr fortsetzen, da ich mit solchen Personen nicht spielen will. Ich habe auch gleichzeitig eine Mail an TL geschickt mit dem Beweis von Mailchess, das ich von dir so gut wie keine Mails bekomme! Aber das willst du ja anscheinend nicht glauben. Etwaige Mails, die von dir noch kommen sollten, was ich nicht glaube, werde ich kommentarlos loeschen! [...] (O-Ton Spieler B, 20.07.2014)
Hinzu kam bereits frühzeitig der Hinweis des TL (22.07.2014):
[…]nur soviel: Mails von Spieler A einfach zu löschen ohne sich darum zu kümmern, wird u.U. zu DEINEN Lasten gehen. Nur weil eine Mail in Mailchess nicht automatisch zugeordnet wird (und somit nicht angezeigt wird), heisst das nicht, das sie dein Postfach nicht erreicht hat. […]
Aus unserer Sicht können wir den Ausführungen des TL nur folgen. Der beschriebene Umstand reicht nicht aus, um eine Partie einseitig abbrechen zu können, hier greift auch nicht der Punkt 9.2 der Spielordnung, dass ein Abbruch mit hinreichender Begründung möglich ist. So viel von unserer Seite zu diesem Vorgang.
Für Rückfragen jeglicher Art steht die Kommission natürlich zur Verfügung. Wie unter Punkt 1 vermerkt ist das Partieergebnis nachträglich auf 0-1 zu ändern
Die Verwarnung gegen Spieler B ist hiermit ausgesprochen und umgehend wirksam.

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Revi 01/16 (Anmeldung unter einer zweiten Identität)

Vorgang und Antrag:

Am 20.03. machte Turnierleiter X das Admin- Team darauf aufmerksam, dass Spieler A und Spieler B seiner Meinung nach die gleiche Person sei.
Am 22.03. wurde dann und von Guide Y die abschließende Mail der Guide-Partie mit Spieler B übermittelt - welche ganz klar von Spieler A gesendet wurde.
Daraufhin wurde Spieler A mit dem Sachverhalt konfrontiert, stritt dies zuerst ab, aber im Laufe des Tages gab er dann auch seine Doppelanmeldung zu.
Spieler B wurde sodann aus der Datenbank entfernt, seine Anmeldungen gestrichen und er aus einem bereits gestarteten Turnier gestrichen.
Entsprechend Satzung und Spielordnung hat sich das Admin- Team entschlossen, hier nach 9.4 SO der Revision vorzuschlagen, den Spieler A mit einer Startsperre von 6 bis 12 Monaten zu belegen.
Lange war auch bei einigen (wie auch bei einigen Turnierleitern) sogar der Wunsch nach einem Ausschluss vorhanden.

Entscheidung und Begründung:

Nach Abstimmung innerhalb der Revisionskommission folgen wir einstimmig dem Antrag des Admin-Teams gemäß Punkt 9.4 SO.
Allerdings halten wir eine Startsperre für drei Monate als ausreichend.
Spieler A hat erwiesenermaßen gegen ein faires und sportliches Verhalten im DESC verstoßen, keine Frage. Wir beurteilen jedoch die Schwere des Vergehens als minder stark, da er aus unserer Sicht zum einen sich daraus keinen Wettbewerbsvorteil erhofft hat, zum anderen für uns das erste Mal auffällig wurde, sodass wir von einer einmaligen Aktion auszugehen haben.
Des weiteren scheint sich der Frust bei Spieler A bzgl. der Partieabwicklung gegen einige Gegner stark aufgestaut zu haben, was die Tat aber natürlich nicht rechtfertigen kann und soll.
Daher sind wir der Meinung, dass eine 3-Monatssperre in diesem Fall ausreichend sein sollte.

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Zuletzt geändert am 25.04.2016