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Deutscher E-Mail-Schachclub

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Zugübermittlung und PGN-Format

Einleitung

Die allgemeinen Spielregeln des DESC machen einige Vorgaben, wie die Züge per E-Mail zu übermitteln sind. Vorgeschrieben sind vor allem das PGN-Format zur Zugübermittlung sowie die Notation des Bedenkzeit; hinzu kommt das allgemeine HTML-Verbot, von dem nur in besonderen Fällen Ausnahmen gemacht werden, und die Erwartung an alle Spieler, daß die Züge so übermittelt werden, daß der Gegner sie ohne weiteres lesen kann.

Diese Seite ist eine Ergänzung zu den Regeln, sie soll vor allem neuen Mitgliedern den Einstieg erleichtern; soweit es allerdings das PGN-Format anbetrifft, sind alle hier aufgeführten Vorgaben verbindlicher Bestandteil der Regeln.

PGN-Format

Eigentlich ist es ganz einfach…

Beim E-Mail-Schach senden sich die beiden Gegner ihre Züge normalerweise im sogenannten PGN-Format zu. Gemäß den Spielregeln ist das PGN-Format zur Zugübermittlung bei Partien sowie bei der Ergebnismeldung immer zwingend. Aber wie sieht das PGN-Format aus?

Zunächst einmal beginnt eine solche PGN-EMail mit einem Kopfteil, den der weiße Spieler vor seinem ersten Zug anlegt. Er sieht folgendermaßen aus:

[Event "SE947"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2006.06.01"]
[Round "-"]
[White "Hubenknecht, Willy"]
[Black "Manta, Manni"]
[Result "*"]

Diese Informationen, die in eckigen Klammern eingeschlossen werden müssen, beinhalten folgendes:

Event
Hier wird die Turniernummer eingetragen. Damit ist das Ereignis festgehalten, bei dem die Partie stattgefunden hat. In unserem Beispiel handelt es sich um eine Partie aus dem 7er-Turnier Nummer SE947. Bitte nur die Turniernummer angeben (für die Partie wurde vielleicht abweichend »SE047.007« verwendet).
Site
Hier wird der Ort des Geschehens festgehalten. In unserem Beispiel also www.desc-online.de, da die Partie innerhalb des Deutschen E-Mail-Schachclubs ausgetragen wurde.
Date
Das Startdatum der Partie, damit ist das offizielle vom TL bekannt gegebene Startdatum des Turniers bzw. der Runde gemeint. Wichtig ist auch das Format JJJJ.MM.TT.
Round
Die aktuelle Turnierrunde. Bei einrundigen Turnieren (wie z.B. die Einzel, Liga, Sieger-, 3er-, 4er-, 5er-, 7er-, 15er-Turniere) immer ein Minuszeichen: -. Bei mehrrundigen Turnieren (wie z.B. K.O.-Turniere, Gardeschweizer, Open, Vereins-Open, Pokal oder Meisterschaft) wird entsprechend der laufenden Runde eingetragen!
White, Black
Hier werden die beiden Spieler namentlich eingetragen und zwar im Format Name, Vorname (Umlaute und ß sind aufzulösen, erlaubt sind also nur ae, oe, ue, ss).
Result
Solange die Partie noch nicht beendet ist, steht hier ein Sternchen (*). Am Ende wird dann hier das Ergebnis eingetragen also 1-0, 0-1 oder 1/2-1/2.

Die im obigen Beispielheader aufgeführten Felder müssen immer angegeben werden! Auch das Format der einzelnen Felder muss exakt eingehalten werden!

Weitere Angaben wie ELO, ECO etc sind zulässig, soweit sie korrekte Daten oder ein "?" enthalten.

Für Mannschaftskämpfe sind die Angaben noch zu ergänzen um die Nennung der Mannschaften. Erforderlich sind also die beiden zusätzlichen Zeilen

[WhiteTeam "DESC 1"]
[BlackTeam "DESC 2"]

Das PGN-Format erlaubt Kommentare in geschweiften Klammer {}; solche Kommentare sind zwar nicht verboten, jedoch bei Zug-Übermittlung und Ergebnismeldung störend und daher nicht erwünscht.

Nach diesem Kopfteil folgen dann die Züge der Partie in Kurznotation, bitte immer mit Leerzeichen nach der Zugnummer

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 *

Das Sternchen am Ende bedeutet, dass an dieser Stelle nun der Gegner seinen Zug in seiner Antwort platziert. So geht dieses Mail in diesem Format hin und her. Jeder fügt seinen Zug am Ende (wo das Sternchen steht) an und schickt die Mail wieder zurück.

Ist die Partie zu Ende, so wird anstelle des Sternchens noch mal das Ergebnis vermerkt (s.o. unter »Result«).

Beispiel für eine PGN-Mail

[Event "SE947"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2006.06.01"]
[Round "-"]
[White "Gonzalez, Toni"]
[Black "Klusemann, Thorsten"]
[Result "1/2-1/2"]    oder: "1-0" bzw. "0-1"

1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bg5 e6
7. f4 Qb6 8. Qd2 Qxb2 9. Rb1 Qa3 10. e5 dxe5 11. fxe5 Nfd7
12. Nb3 Nc6 13. Be2 Ndxe5 14. O-O Bb4 15. Rfd1 O-O 16. Bh5 Nc4
17. Qf4 Nb2 18. Rf1 f6 19. Bh4 Bxc3 20. Qg3 Be5 21. Qf2 Qxa2
22. Ra1 Qxb3 23. cxb3 Bd4 24. Qxd4 Nxd4 25. Rab1 Nf5 26. Rxb2 Nxh4
27. Rd1 e5 28. g3 Nf5 29. Rbd2 Be6 30. Bg4 g6 31. b4 Rfe8   Ergebnis

Alternativ kann auch nur je ein Zug pro Zeile notiert werden:

1. e4   c5
2. Nf3  d6
3. d4   cxd4
4. Nxd4 Nf6
5. Nc3  a6
6. Bg5  *

Die kompakte Notation mit mehreren Zügen pro Zeile ist jedoch vorzuziehen, sie ist übersichtlicher und spart Platz.

PGN kennt als internationales Format nur die englische Notation, und nur die wird von den Schachdatenbanken verstanden. Viele deutschsprachige Spieler spielen aber lieber mit deutscher Notation, so wie sie bisher auch auf dieser Seite stand (1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. Lg5 e6 usw.) Mit der steigenden Anzahl der Partien beim DESC haben wir aber auch mehr Arbeit mit der Umwandlung der deutschen Notation ins englische.

Deshalb bitten wir darum, vor der Meldung einer abgeschlossenen Partie die deutsche Notation umzuwandeln. Mit EC-Tool geht das zum Beispiel über »Partiedaten (Alt-D) / Optionen / Sprache / Englisch. Dann die Partie speichern, schließen, wieder öffnen — fertig.

Wem eine solche Umwandlung nicht möglich ist, der kann allerdings auch weiterhin — einen korrekten Kopfteil (s.o.) vorausgesetzt — die deutsche Notation einsenden. Völlig inakzeptabel sind allerdings Notationen, in den deutsche und englische Notation gemischt vorkommen, solche Partienotationen werden nicht akzeptiert, da kein Programm sie lesen kann.

Zum besseren Verständnis der englischen Notation hier die deutschen Entsprechungen:

King = König
Queen = Dame
Rook = Turm
Bishop = Läufer
KNight = Springer

Die Rochade wird einheitlich mit O-O (kurze Rochade) bzw. O-O-O (lange Rochade) notiert. Für die Rochade wird stets der Großbuchstabe O (Oh) benutzt, nicht die Ziffer 0 (Null)!

Bauernumwandlungen werden durch den Bauernzug und direkt dahinter angegebener Zielfigur angegeben, zum Beispiel: Bauer a7 zieht auf a8 und soll in eine Dame umgetauscht werden; dann muss notiert werden a8Q (englische Notation) bzw. a8D (deutsche Notation).

Weitere häufig benutzte Zeichen sind:

x = schlägt
+ = Schach
# = Matt

Achtung: Das Benutzen von Mail-Schach-Programmen entbindet nicht von der Pflicht, zu denken und fehlerhafte Daten zu korrigieren.

Es wird an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Spielberichte die nicht im korrekten PGN-Format an den zuständigen Turnierleiter gehen, durch diesen wieder zurückgeschickt werden. Um also unnötigen Zeitaufwand und ebenso unnötige Arbeit zu vermeiden, sollten sich alle Mitglieder des DESC an das PGN-Format halten. Die Missachtung dieser Regel kann auch nach Beendigung der Partie zur Disqualifikation führen!

Wenn Ihr noch weitere Fragen zum PGN-Format oder generell zur Zugübermittlung habt, schickt uns einfach eine Mail.


Tips zur Notation der Bedenkzeit

Wozu überhaupt eine Bedenkzeit?

Jedes noch so kleine Detail in unserem Leben folgt bestimmten Gesetzen und Regeln. Dies gilt auch für die Bedenkzeit zwischen zwei Schachspieler, es ist eine zwingende Notwendigkeit, um unendliche Partien und Verzögerungen in Turnieren zu vermeiden. Jeder hat sicherlich schon einmal eine Schachweltmeisterschaft beobachtet. Auch dort herrscht eine Bedenkzeitregelung. Diese Regelung bekommt beim Fernschach eine eklatante Bedeutung. Hier sitzen sich keine zwei Spieler mit einer Schachuhr gegenüber die auch noch durch einen Obmann oder Schiedsrichter beobachtet werden. Die Bedenkzeitregelung wird in den allgemeinen Spielregeln in Artikel 5 erläutert.

Wie benutze ich die Bedenkzeit?

Der Turnierleiter versendet mindestens 10 Tage vor dem offiziellen Beginn eines Turniers eine Teilnehmerliste an alle Teilnehmer (Ausnahme: Sonderturniere mit festen Terminen). In dieser Teilnehmerliste wird der Starttermin für das Turnier bekannt gegeben.

Die Partie muss spätestens an diesem Tag von Weiß begonnen werden. Die Bedenkzeitberechnung beginnt erst am Tag des Starttermin des Turniers. Die Partien können bereits vorher begonnen werden, für diesen Zeitraum fällt keine Bedenkzeit an.

Antwortet ein Spieler am selben Tag, beträgt die Bedenkzeit für diesen Zug 0 Tage. Die Bedenkzeit beträgt 30 Tage für 10 Züge. Nicht verbrauchte Bedenkzeit wird gutgeschrieben.

Theoretisch kann also Folgendes möglich sein:

Wird eine Mail spät am Abend um 23:59 empfangen und um 00:01 beantwortet, so wird ein Tag für die Bedenkzeitregelung gerechnet. Es gibt also keine 24h-Regel; es gilt für die Bedenkzeit nur das Datum:

Bedenkzeit Weiß (Name): 14.7. 15.7., +1/1
Bedenkzeit Schwarz (Name): 13.7. 14.7., +1/4

Das erste Datum ist das Empfangsdatum und das zweite ist das Sendedatum. Dabei bedeutet +0 die Tage zwischen den Empfangs- und Sendedatum. Der Wert /1 in +1/1 gibt dabei die Addition aller Tage aller eigenen Antwortzüge an, also zum Beispiel:

01.01. 01.01. +0/0 (Dein Zug)
01.01. 03.01. +2/2 (Gegner Zug)
03.01. 04.01. +1/1 (Dein Zug)
04.01. 04.01. +0/2 (Gegner Zug)
04.01. 06.01. +2/3 (Dein Zug)

Analog zu diesem Beispiel bearbeitet der Gegenspieler seine Bedenkzeit ebenso.

Die Bedenkzeit wird bei dem Programm MailChess über dem Header platziert und bei EC-Tool unter der Partie. Dies ist prinzipiell egal und führt zu keinen Problemen. Im Notfall muss die die Bedenkzeit dann von Hand korrigiert werden.


Weitere Tips zur Zug-Übermittlung per E-Mail

Es ist sehr hilfreich, wenn der Betreff (Subject) einer Mail eine klare Zuordnung erlaubt. Leere Subjects und solche wie »DESC«, »Mein nächster Zug« oder »Unsere Schachpartie« sagen nichts aus, da viele Spieler mehrere Turniere gleichzeitig spielen. Besser ist es, die Turnierkennung oder die Partienummer im Subjekt einzutragen; so kann der Empfänger die Mail sofort korrekt zuordnen.

Jede E-Mail sollte so gestaltet werden, dass sie leserlich und übersichtlich ist; ob die Bedenkzeit über dem PGN-Header oder unter den Zügen steht, ist nicht entscheidend, der Inhalt der E-Mail muß aber so aussehen, dass jeder ohne Schwierigkeiten alle wesentlichen Informationen sofort findet.

Zitatzeichen wie z.B. das Zeichen »>« sind bei einer gewöhnlichen Kommunikation per E-Mail sinnvoll, denn sie machen es dem Empfänger einer Antwort oder Weiterleitung möglich, die Nachricht des Absenders von dem Inhalt vorhergehender E-Mails zu unterscheiden. In einer Schachpartie sind solche Zitatzeichen eher problematisch; wenn eine Notation nach drei Zügen so aussieht

> > 1.e4 e5
> 2.d4 d5
3.dxe5

dann kann man das noch lesen; wenn man sich dieselbe Partie dann aber bei Zug 30 vorstellt, ist schnell verständlich, warum Zitatzeichen in Schachmails unerwünscht sind.

Dateianhäge sind bei der Zug-Übermittlung grundsätzlich weder sinnvoll noch erwünscht. Visitenkarten oder sonstige Spielereien stören einfach nur; angehängte Diagramme oder PGN-Notationen sind in der Regel ebenfalls unerwünscht. Einige Programme wie EC-Tool bieten den Versand der Partie als Anhang optional an, das macht aber nur Sinn, wenn der Gegner auch EC-Tool benutzt oder aus anderen Gründen die angehängte Datei gebrauchen kann. Dateianhänge sollten daher nur nach Rücksprache mit dem Gegner verschickt werden.

Bitte lest auch die Infos zu HTML-Mails und zu ihrer Vermeidung.

Weitere Infos zu E-Mails gibt es auch in der FAQ.

Wenn Ihr noch weitere Fragen zum PGN-Format oder generell zur Zugübermittlung habt, schickt uns einfach eine Mail.