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Newsletter-Archiv



Newsletter-Archiv des DESC

Newsletter 2011-10-24

Newsletter des DESC ... Nr. 43 / 2011, 24. Oktober 2011
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http://www.desc-online.de/ : Redakt. Ralf Mulde: DESC.rm@gmx.de
Download NL: http://www.desc-online.de/newsletter/
Partie Archiv: http://www.desc-online.de/service/archiv/download.php
NL abbestellen: http://www.desc-online.de/newsletter/abmeldung.php
Schachserver: http://www.desc-online.de/turniere/server/
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01.) Joerg Kracht:  IQ Chess Club gewinnt Mannschafts Open 2008
02.) Thomas Urlau:  Die Gruppe G im Open 2009
03.) John / Urlau:  Meisterschaft 2011, Hauptrunde, Gruppe C+D
04.) Die Revision entscheidet !
05.) Friedrich Irmer:  Die Pyramide mit dem Wochenrückblick
06.) Joerg Kracht:  Serverturnier VS003
07.) Josef Schmitz:  Gardeschweizer
08.) Friedrich Irmer:  L0211/4.Liga/ Gr.E
09.) Josef Schmitz:  Einzelspiele
10.) Ralf Mulde:  Irres und Wirres aus der vielleicht doch realen Welt
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Leider nicht zu ändernder Redaktionsschluss ist Sonntag um 20:00 h.
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01.) Joerg Kracht: IQ Chess Club gewinnt Mannschafts Open 2008

Es ist vollbracht, die VM2008 ist beendet. In einem sehr spannenden
Finale hatte am Ende das Team "IQ Chess Club" das bessere Ende für
sich und gewann mit 7:3 Mannschaftspunkten (11,5 Brettpunkte) das
Turnier.

Herzlichen Glückwunsch an : Ulli Reyer, Michael Hoeppenstein,
Frank Malewicz und Mannschaftsführer Reiner Jung!

Ebenfalls gratuliere ich den platzierten Mannschaften.
Den 2. Rang erreichte das Team vom Deutschen Fernschachbund
(Matthias Ruefenacht, Joerg Betker, Gerhard Duben und Hans Peter
Mergard) und den 3. Platz belegten "Die Original Schachkatzen"
(Roger Mislin, Ulf Venus, Raymund Stolze, Holger Borchers) mit
jeweils 6:4 Mannschaftspunkten. Zweite und Dritte waren nur durch
die Brettpunkte getrennt (11,5 zu 11,0).

Wie knapp es zuging, zeigt das die Teams auf den Plätzen 4 und 5
jeweils 5:5 Mannschaftspunkte und 11,5 Brettpunkte (DESC I) bzw.
9,5 Brettpunkte (Die Pfälzer) erreichten.

Das Feld wurde komplettiert durch das im Finale leider etwas unter
Wert geschlagene Team " The DESC ChessAnalysators".

Alle Einzelheiten sind auch hier nachzulesen:
http://www.desc-online.de/turniere/vm/2008/ansicht.php?turnier=finale

Ich danke allen Schachfreunden für ihre Teilnahme und die angenehme
Atmosphäre.

+ // +


02.)  Thomas Urlau: Die Gruppe G im Open 2009

Die Gruppe G im Open 2009 / Runde2 ist beendet. Den ersten Platz
teilen sich die Schachfreunde Toni Preziuso und Herbert Zoechling.
Teilen heißt hier: Alles gleich. Gleiche Punktzahl und auch gleiche
Feinwertung. Herzlichen Glückwunsch Euch beiden. Damit seid Ihr
auch für die 3. Runde qualifiziert.

Zoechling,Herbert : Preziuso,Toni, Open2009/Rd.2/Gr.G [C65]
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Bc5 4.O-O Nf6 5.c3 O-O 6.d4 Bb6 7.Bg5 d6
8.Qd3 h6 9.Bh4 Qe7 10.Nbd2 Nb8 11.Rfe1 c6 12.Ba4 Bc7
13.Nf1 Nbd7 14.Ng3 g6 15.Bb3 Re8 16.h3 Qf8 17.a4 a5 18.Rad1 Qg7
19.Qd2 Nh7 20.Qe3 Ndf8 21.Nf1 g5 22.Bg3 Nf6 23.Qe2 Ng6
24.dxe5 dxe5 25.Qc2 Nf4 26.Ne3 Qh7 27.Nh2 Nxe4 28.Neg4 h5
29.Qxe4 hxg4 30.Nxg4 Bxg4 31.Qxh7+ Kxh7 32.hxg4 Re7 33.f3 Bb6+
34.Bf2 Bxf2+ 35.Kxf2 Kg7 36.g3 Ng6 37.Bc2 Rh8 38.Kg1 Rhe8
39.Re2 Nf8 40.Bf5 Nh7 41.Kf2 Nf6 42.Rh1 Rg8 43.b3 Rge8 44.c4 Kg8
45.Rhe1 Kf8 46.Re3 Ng8 47.Rd1 Nf6 48.Rd6 Kg7 49.Kg2 Rc7
50.Re1 Rce7 51.Rd3 remis

Den 3. Platz teilen sich gleich drei Spieler. Es sind die Schachfreunde
Mario Bartel, Thomas Hoffmann und Roland Watson. Auch sie hatten
die gleiche Punktzahl und gleiche Feinwertung. [Ein Turnier geht über
Gleichen ... -rm- ] Also musste zwischen den dreien gelost werden. Die
Auslosung gewann der Schachfreund Thomas Hoffmann. Auch er zieht
damit in die 3. Runde ein.

Leider konnte unser Schachfreund Roger Mislin nicht zu dieser Runde
antreten. Also wurden seine Partien nicht gewertet.

Ich bedanke mich für die reibungslose Zusammenarbeit und wünsche
Euch allen viel Erfolg bei Euren weiteren Schachpartien.

+ // +


03.) John / Urlau: Meisterschaft 2011, Hauptrunde, Gruppe C+D

Guenter John leitete die Gruppe C des Hauptturniers der 2011er
Meisterschaft des DESC. Dass es sich hier um die erste Runde des
Turniers handelt, erkennt der Leser schon am Namen der Gruppen;
A, B, C, und D gibt es ausschließlich in der ersten Runde.

Gewonnen hat das Turnier der Gruppe C Andrejcek Yeremeyeev,
der 5,0 Punkte erzielte und nur zwei Remis auf dem weiten Weg zum
Siegerpodest abgab. Geteilte Zweite wurden sozusagen Arm und Arm
Walter Hruschka und Norbert Heymann, die beide 4,5 Pkt. schafften
und sogar in der Feinwertung komplett gleich waren.

Heymann,Norb. : Yeremeyeev,Andr. MH2011/Rd.1/Gr.C [A02]
1.f4 b6 2.b3 Bb7 3.Nf3 Bxf3 4.exf3 e6 5.Bb2 Nc6 6.Nc3 Be7 7.Bd3 Bf6
8.Qe2 Nge7 9.O-O-O d5 10.Ba3 O-O 11.g4 a5 12.g5 Bd4 13.Na4 Nb4
14.c3 Nxd3+ 15.Qxd3 Bf2 16.Qe2 Bh4 17.Rhg1 c5 18.d4 b5
19.Nxc5 b4 20.cxb4 Ng6 21.Qd2 axb4 22.Bxb4 Qc7 23.Kb2 Nxf4
24.a4 Ng6 25.Rc1 Qa7 26.a5 remis

Karin Martins und Udo Vetter folgten auf den Plätzen fünf und sechs
mit je 3,0 Punkten. Nicht ganz den Anschluss hielten diesmal Clemens
von Rosenberg und Markus Behrend mit einem bzw. gar keinem Punkt.

Behrend,Markus : Hruschka,Walter, MH2011/Rd.1/Gr.C [A80]
1.d4 f5 2.Nf3 Nf6 3.Nc3 e6 4.e3 Be7 5.Bc4 0–0 6.0–0 d5 7.Bd3 Nc6
8.a3 Rb8 9.a4 Ng4 10.h3 Nf6 11.Ne5 Nxe5 12.dxe5 Nd7 13.f4 Nc5
14.Be2 a5 15.Bb5 c6 16.Bd3 Bd7 17.b3 b5 18.axb5 cxb5 19.Ne2 Ra8
20.Bb2 Qb6 21.Bd4 Qb7 22.g4 Nxd3 23.cxd3 fxg4 24.hxg4 a4
25.Rb1 a3 26.Ra1 0:1

Für die zweite Runde haben sich die besten drei, also Andrejcek
Yeremeyeev, Walter Hruschka und Norbert Heymann qualifiziert.

http://www.desc-online.de/turniere/meisterschaft/2011/turniertabelle.php?turnier=GruppeC
- - -

Die eine Gruppe des Turniers hat Günter John geleitet und die andere
gewonnen; da sage noch einer, Männer seien nicht multi-tasking-fähig!

Guenter erspielte sich 5.0 Pkt. und ließ dabei lediglich zwei Remis zu;
ein würdiger Sieger!

Lieske,Gerhard : John,Guenter, MH2011/Rd.1/Gr.D [C68]
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Bxc6 dxc6 5.d3 Bg4 6.O-O Bd6
7.h3 Bh5 8.Be3 Nf6 9.Nbd2 O-O 10.c3 Re8 11.Qb3 b6 12.Rfe1 h6
13.Rac1 Qd7 14.Rcd1 Rad8 15.g4 Bg6 16.Nh4 Bh7 17.Nf5 Bxf5
18.gxf5 c5 19.Kh2 Bf8 20.Nf3 Qc6 21.c4 Nd7 22.Rg1 Qf6 23.Qc3 c6
24.Qc1 Kh8 25.Kg2 Be7 26.Kf1 b5 27.b3 Qd6 28.Ke2 a5 29.cxb5 cxb5
30.a4 bxa4 31.Qc4 Rf8 32.bxa4 Rb8 33.Qa2 Qf6 34.Bd2 Bd8
35.Qd5 Qe7 36.Rb1 Bc7 37.Rb5 Rxb5 38.axb5 a4 39.Be3 Rd8
40.Ra1 Bd6 41.Nd2 Nb6 42.Qc6 Qa7 43.f6 Kh7 44.fxg7 Kxg7
45.Bxc5 Bxc5 46.Qxc5 Qd7 47.Qxe5+ Kh7 48.Ra3 Nc8 49.Qf6 Nd6
50.Kd1 Nxb5 51.Rxa4 Qxd3 52.Qxf7+ Kh8 53.Qf6+ Kh7
54.Qf7+ Kh8 55.Qf4 Nc3+ 56.Kc1 Ne2+ 0:1

Auf die für die nächste Runde qualifizierenden Plätze 2 und 3 kommen
die Schachfreunde Gerhard Lieske (4.0 Pkt.) und Joachim Baermann
mit 3.5 Pkt. Auch ihnen Gratulation.

Nicht ganz in die nächste Runde geschafft haben es die Schachfreunde
Malik Mohandoussaid, Thomas Ripke (beide haben 3.0 Pkt.),
Stefan Warnest (1.5 Pkt.) und Dieter Rey (1.0 Pkt.).

http://www.desc-online.de/turniere/meisterschaft/2011/turniertabelle.php?turnier=GruppeD

Ich bedanke mich für die Zusammenarbeit und wünsche Euch allen noch
viele Erfolge und Spaß beim Schach.

+ // +


04.) Die Revision entscheidet !

In einigen Vereinen, Turnieren usw. gibt es "Schiedsgericht", das man
anruft, wenn eine Entscheidung des Turnierleiters unabhängig geprüft
werden soll, schließlich kann sich jeder mal irren. Neben vielen anderen
Aufgaben ist im DESC damit "die Revision", vulgo: "die Revi" betraut.

Und weil sich jeder von uns mit den Regeln auskennt und natürlich
mindestens so gut wie beim Elfmeterpfiff des Schiris beim Fußball
sofort Bescheid weiß, sind diese Entscheidungen immer interessant.

Tatsächlich geben wir sie hier wieder, weil sie uns alle betreffen
(Grundsatzentscheidung) und weil es immer gut ist, seine Kenntnisse
zu erweitern. Gelegentlich haben die zugrunde liegenden Fälle, diese
hier natürlich nicht, außerdem auch einen gewissen Unterhaltungswert.
- - -

a) Revi 09/11 (Korrekte Wiederholung des gegnerischen Zuges)

Vorgang und Antrag:

Spieler A (Weiß) hatte seinen 11. Zug an den Spieler B (Schwarz) mit
11.h4 übermittelt. In seiner Antwortmail übermittelte Spieler B jedoch
11. a4 Lb7.
Spieler A übermittelte seinen 12. Zug mit 12. hxg5, ohne darauf zu
achten, dass Spieler B den 11. Zug von A falsch wiederholt hatte,
nämlich 11. a4 statt h4.
Spieler B teilte daraufhin Spieler A  mit, dass er auf 11. h4 11....g4
spielen würde, weil er bei der Übermittlung seines 11. Zuges mit
11....Lb7 von 11.a4 ausgegangen sei.
 Spieler A wandte sich daraufhin an den Turnierleiter mit der Frage, ob
Spieler B nun 11....g4 spielen könne, da der von Spieler B übermittelte
11. Zug 11....Lb7 doch spielbar sei.
Weil Spieler A vom Turnierleiter keine klare und eindeutige Antwort
erhielt, wandte er sich mit dem Problem an die Revision.

=> Entscheidung und Begründung:

Der 11. Zug 11....Lb7 des Spielers B ist nicht gültig, weil ohne die
korrekte Wiederholung des gegnerischen Zuges (also hier falsch mit
11.a4 statt richtig mit 11.h4), kein gültiger Zug erfolgen kann (Hinweis
auf Artikel 6.4 Absatz 3 der Spielordnung).

Die Partie ist daher nach 11.h4 g4 mit dem 12. Zug von Spieler A
fortzusetzen.

Hinweis: Weil Spieler B einen Zug übermittelt hat, der vom Spieler A
nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden konnte, sind Spieler B nach
Artikel 6.4 Absatz 1 Satz 3 der Spielordnung 5 Tage Bedenkzeit als
Strafe anzurechnen.
- - -

b) Revi 09/11 (Ablehnung eines Antrages auf Zeitüberschreitung)

Vorgang und Antrag:

Spieler A und Spieler B hatten während einer Partie Probleme mit der
genauen und richtigen Aufzeichnung der Bedenkzeit. Spieler A war
schließlich der Ansicht, dass Spieler B seine Bedenkzeit überschritten
hatte, ohne dass es ihm in Vorfeld möglich gewesen ist, eine Einigung
mit Spieler B herbeizuführen.

Er wandte sich daher an den Turnierleiter und beantragte bei diesem
die Feststellung der Zeitüberschreitung des Spielers B. Der Turnierleiter
lehnte den Antrag auf Zeitüberschreitung mit der Begründung ab, dass
Spieler A und Spieler B zuerst gemeinsam die Bedenkzeitangaben
abstimmen müssten. Gegen diese Ablehnung des Turnierleiters legte
Spieler A Widerspruch bei der Revision ein.

=> Entscheidung und Begründung:

Nach Artikel 5.3 der Spielordnung ("Reklamation der Bedenkzeit")
muss ein Spieler die Bedenkzeitangaben mit seinem Spielpartner
abstimmen, wenn er der Ansicht ist, dass diese nicht korrekt sind. Nur
wenn dies nicht geschieht, ist die Reklamation einer Zeitüberschreitung
nicht möglich.

Spieler A hat jedoch in mehreren Mails an Spieler B, in denen er den
Turnierleiter auf Kopie gesetzt hat, versucht, sich mit Spieler B darüber
abzustimmen, was aber fehlgeschlagen ist. Anhand dieser auch dem
Turnierleiter bekannten Mails ist zu erkennen bzw. zu entnehmen, dass
eine Einigung zwischen beiden Spielern nicht zustande gekommen ist,
was auch der Turnierleiter hätte erkennen können/müssen mit der Folge,
für beide Spieler die Bedenkzeitangaben verbindlich festzulegen
(Hinweis auf Artikel 5.3 Satz 3 der Spielordnung).

An den Turnierleiter ergeht daher von der Revision die Aufforderung,
die Bedenkzeitangaben verbindlich festzulegen und über den Antrag
auf Zeitüberschreitung des Spielers A zu entscheiden.
- - -

c) Revi 10/11
(Entstandene Bedenkzeittage bei uneindeutiger Zugübermittlung)

Vorgang und Antrag:

Spieler A hatte in seiner Notation seinen 7. Zug mit 7. C3 an den
Spieler B übermittelt. Spieler B bemängelte diesen Zug beim Spieler A,
weil dieser uneindeutig übermittelt sei und fragte an, ob 7. c3 gemeint
sei. Spieler A hielt dies für eine Schikane des Spielers B und schaltete
den Turnierleiter ein. Der Turnierleiter entschied, dass es sich bei 7. C3
um einen Tippfehler handele und es 7.c3 lauten muss.

Die während der Aufklärungszeit entstandenen 4 Tage rechnete nun
Spieler A dem Spieler B als Bedenkzeittage an. Hiergegen aber legte
Spieler B bei der Revision Widerspruch ein und stellte den Antrag,
dass Spieler A die 4 Bedenkzeittage zurückzunehmen habe.

=> Entscheidung und Begründung:

Spieler A hat die bei der Aufklärung entstandenen 4 Bedenkzeittage
zurückzunehmen, damit also die Bedenkzeit vom Spieler B um 4 Tage
zu verkürzen. Es handelt sich bei der Übermittlung des Zuges 7. C3
um eine uneindeutige Zugübermittlung, die Spieler B zu Recht
bemängelt hat und deshalb ist ihm die durch die Aufklärung entstandene
Zeit von 4 Tagen nicht als Bedenkzeit anzurechnen.

+ // +


05.) Friedrich Irmer: Die Pyramide mit dem Wochenrueckblick

Neuzugänge: Allen ein herzliches Willkommen!

Beendete Partien: Game over!
Die letzte Partie, die noch letztes Jahr gestartet wurde, ist auch beendet
und der Herausgeforderte hat seinen Platz siegreich verteidigt:
P2010.107:  Uwe Mueller (Eb. 9) gegen Knut Litz (Eb. 7)  0:1

[Event "P2010.107"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2010.12.29"]
[Round "-"]
[White "Mueller, Uwe"]
[Black "Litz, Knut"]
[Result "0-1"]

1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.g3 dxc4 5.Bg2 a6 6.O-O Nc6 7.e3 Bd7
8.Qe2 b5 9.b3 cxb3 10.axb3 Bd6 11.Bb2 O-O 12.e4 Bb4 13.Na3 Ba5
14.Ne5 Bb6 15.Rfd1 Be8 16.Nc2 Nxe5 17.dxe5 Nd7 18.Nb4 Qc8
19.Nc6 Qb7 20.Na5 Qa7 21.Bc3 Nb8 22.b4 c5 23.bxc5 Bxc5
24.Nb3 Be7 25.Bd4 Qc7 26.Be3 Nc6 27.f4 a5 28.Qxb5 Nd4
29.Qd3 Nxb3 30.Qxb3 a4 31.Qa2 a3 32.Qf2 Bb5 33.Bb6 Qb7
34.f5 Rfc8 35.Bd4 Bb4 36.Bh3 Bc4 37.Rdc1 Rc6 38.Bg2 Rd8
39.Kh1 Bd3 40.Qe3 Rxc1+ 41.Rxc1 Qa6 42.h4 a2 43.Ba1 Be2
44.fxe6 fxe6 45.Qb3 Ba3 46.Re1 Bc4 0:1

Und auch der nächste Herausgeforderte konnte nicht von seinem Platz
verdrängt werden:
P2011.059: Thomas Urlau (Eb. 12) gegen Achim Weber (Eb. 8) remis

[Event "P2011.059"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2011.08.10"]
[Round "-"]
[White "Urlau, Thomas"]
[Black "Weber, Achim"]
[Result "1/2-1/2"]

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.Qe2 b5 6.Bb3 Be7
7.O-O O-O 8.c3 d6 9.Rd1 Na5 10.Bc2 c5 11.d4 Qc7 12.d5 Nc4
13.b3 Nb6 14.a4 c4 15.a5 Nbd7 16.bxc4 Nc5 17.Ba3 Bg4
18.Nbd2 bxc4 19.Nxc4 Ncxe4 20.Bxe4 Nxe4 21.Qxe4 f5 22.Qe2 e4
23.Bb4 Rf6 24.Ncd2 exf3 25.Nxf3 Rg6 26.Re1 Bf6 27.Qd3 Qc8
28.Re3 f4 29.Ree1 Bf5 30.Qe2 h5 31.Rac1 Qd7 32.Kh1 h4 33.Ng1 h3
34.Nxh3 Bxh3 35.gxh3 Be5 36.Rg1 Qxh3 37.Rxg6 f3 38.Rg3 Bxg3
39.Qe6+ Qxe6 40.dxe6 Bxf2 41.Rf1 Bh4 42.Rxf3 d5 43.Kg2 Bf6
44.Rf2 Re8 45.Re2 g6 46.Kf3 Kg7 47.Kf4 Rh8 48.Ke3 g5 49.Kf3 Rh3+
50.Kg4 Rh4+ 51.Kg3 Rh8 52.h3 Kg6 53.e7 Kf7 54.Re1 Rc8
55.Re3 Ke8 56.Kg4 Rc4+ 57.Kf5 Bxc3 58.Bxc3 d4 59.Bxd4 Rxd4
60.Ke6  remis

Trotzdem durfte Thomas Urlau den Weg nach oben (wenn auch nur um
eine Ebene) antreten. Er sicherte sich einen der Freiplätze auf Ebene 11.

Und aller guten Dinge (diesmal aus Sicht der Herausgeforderten) sind
bekanntermaßen ja drei.
Also blieb auch in der dritten beendeten Partie die Herausgeforderte
die Siegerin:
P2011.035: Peter Bieker (Eb. 7) gegen Kirstin Auburger (Eb. 5)  0:1

[Event "P2011.035"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2011.05.10"]
[Round "-"]
[White "Bieker, Peter"]
[Black "Auburger, Kirstin"]
[Result "0-1"]

1.d4 d5 2.Bf4 Nf6 3.e3 c5 4.c3 Nc6 5.Nd2 Bf5 6.Qb3 Qd7 7.Ngf3 c4
8.Qd1 e6 9.Be2 a6 10.O-O Be7 11.Nh4 Bg6 12.Nxg6 hxg6 13.b3 b5
14.bxc4 bxc4 15.e4 dxe4 16.Nxc4 Nd5 17.Qc1 g5 18.Bg3 Rc8
19.Qc2 O-O 20.Rfc1 f5 21.h3 Qd8 22.Qb3 g4 23.hxg4 f4 24.Bh2 Bh4
25.Qc2 f3 26.gxf3 exf3 27.Bf1 Qg5 28.Qe4 Nd8 29.Ne5 Qh6
30.Nd3 Nf7 31.Qe1 Bg5 32.Rc2 Rxc3 33.Rxc3 Bd2  0:1

Neue Partien:
Und wie es so üblich ist, auf den Sieger wartet fast immer schon neue
Gegner hinter den Kulissen. Und kaum hatte Knut Litz seine Partie
beendet, trat auch schon Benjamin Hildebrandt (Eb.8) hervor.
Ab dem 02.11.2011 muss also Knut seinen Platz auf Ebene 7 gegen
ihn verteidigen.

Und irgendwann trifft es jeden ; diesmal also Gerda Gradert. Ab dem
06.11. muss sie ihren Platz auf Ebene 8 gegen Ralf Bruening (Eb. 9)
verteidigen.

Den aktuellen Stand begonnener und laufender Partien findet Ihr hier:
http://www.desc-online.de/turniere/pyramide/pyforder.php

Die neuesten Ergebnisse (so es welche gibt) hier:
http://www.desc-online.de/turniere/pyramide/pyarchiv.php

Und die Liste derer, die gerade auf ihre Chance warten, hier:
http://www.desc-online.de/turniere/pyramide/pywarte.php

+ // +


06.) Joerg Kracht:  Serverturnier VS003

Nach etwas mehr als sieben Monaten Spieldauer war das Serverturnier
VS003 am Ende ... wurde es beendet. Als Turnierleiter hatte ich außer
Turnierstart und Abschlussmail keinerlei Arbeit.
[Die Redaktion las aus diesem Satz leises Bedauern heraus ...? -rm- ]

Sieger wurde Thomas Urlau mit 5,0 Punkten, auf den Hacken gefolgt
von Knut Litz (3,5 Punkte) und Heinz Wolff (2,0 Punkte) sowie
Peter O. Knoeppel (1,5 Punkte). Meinen Glückwunsch an alle Spieler!

Urlau,Thomas (1906) : Litz,Knut (2183), VS003 [A40]
1.d4 e5 2.dxe5 Nc6 3.Nf3 Qe7 4.Qd5 f6 5.exf6 Nxf6 6.Qb3 d5
7.Nc3 Bd7 8.Qxb7 Rb8 9.Qxc7 Qc5 10.Qf4 Bd6 11.Qe3+ Qxe3
12.fxe3 Bf5 13.Nd4 Nxd4 14.exd4 Bxc2 15.g3 Be4 16.Rg1 Bb4
17.Bd2 Bxc3 18.Bxc3 Kf7 19.Rc1 Rhe8 20.g4 h6 21.Rg3 g5
22.b4 Bg6 23.Bd2 Re7 24.a4 Ne4 25.Rf3+ Kg7 26.b5 a6 27.bxa6 Nxd2
28.Kxd2 Rb2+ 29.Ke1 1:0

+ // +


07.) Josef Schmitz : Gardeschweizer

Die Runde 4 des GS017 wurde beendet.
Paarungsliste_ohne : 4. Runde : 02.05.2011
GS017.31:    Jung, Reiner     vs.    Loeffelbein, Klaus 1-0
GS017.32:    Neumann, Ulf     vs.    Auburger, Kirstin  0-1
GS017.33:    Schultz, Ludger  vs.    Kracht, Joerg      ½-½
GS017.34:    Sieber, Gunnar   vs.    Ebisch, Joachim    1-0
GS017.35:    Wichert, Gerd    vs.    Pech, Jaroslav     ½-½
GS017.36:    Koenig, Michael  vs.    Urlau, Thomas      0-1

Die letzte und entscheidende 5. Runde startet am 01.11.2011!

Zurzeit führt Reiner Jung mit 3,5 Punkten vor den punktgleichen
Spielern Kirstin Auburger, Gunnar Sieber und Klaus Loeffelbein
mit jeweils 3 Punkten die Tabelle an. Es ist also noch alles offen!
Guckst Du hier:
http://www.desc-online.de/turniere/gardeschweizer/gsturnier.php?tnr=gs017

Die Turniere GS016 und zugleich auch das GS017 gehen in die letzte
Runde. Am 18.10.2011 geht es los!

Aber vor allem sind noch 9 Plätze für das neue Turnier GS026 frei!
Meldet Euch, bevor es ein anderer tut! Hier könnt Ihr das bequem tun:
http://www.desc-online.de/turniere/gardeschweizer/gsturnier.php?tnr=gs026

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08.) Friedrich Irmer: Die vierte Liga 2011, Gruppe E

Auch hier gab es eine beendete Partie:

L2011.443, Thomas Schrader : Peter Priehn 1:0
Glückwunsch an Thomas Schrader !

[Event "L2011/4.Liga/Gr.E"]
[Site "www.desc-online.de"]
[Date "2011.08.01"]
[Round "-"]
[White "Schrader, Thomas"]
[Black "Priehn, Peter"]
[Result "1-0"]

1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 e6 4.O-O Nge7 5.Re1 a6 6.Bf1 d5
7.exd5 Nxd5 8.d4 Nf6 9.dxc5 Qxd1 10.Rxd1 Bxc5 11.Nc3 b5
12.Ng5 Nb4 13.Nce4 Nxe4 14.Nxe4 Be7 15.c3 Bb7 16.f3 Bxe4
17.fxe4 Bc5+ 18.Kh1 Nc2 19.Rb1 O-O 20.b4 Bb6 21.Rd6 Be3
22.c4 Rfd8 23.Rxd8+ Rxd8 24.Bxe3 Nxe3 25.cxb5 Nxf1 26.bxa6 Nd2
27.Rd1 Rc8 28.a7 Nc4 29.Rc1 Rd8 30.h4 Nb6 31.Rc6 Na8 32.b5 Kf8
33.b6 Rd1+ 34.Kh2  1:0

+ // +


09.) Josef Schmitz: Einzelspiele

Inzwischen sind wir bei schon 39 Einzelwettkämpfen gelandet. Das ist
toll! Jetzt gilt's! Lasst uns jetzt zusammen die 50 angehen!

Wer hat noch Lust, mal ein Einzelspiel zu bestreiten?

Fordere ruhig einmal jemanden zu einem Einzelspiel auf. Wir sind alle
zum spielen hier, es ist sehr selten, dass einer absagt, weil er vielleicht
gerade keine Zeit hat. Du kannst Dich an jemand (angeblich!) viel
Stärken versuchen (wie das wohl ist, mal gegen ... zu spielen?) oder
Du suchst Dir einen Schachpartner in Augenhöhe, alles geht. Vielleicht
auch einfach jemanden, dem Du in einem Turnier begegnet bist, ihn
oder sie sympathisch fandst und nun die Bekanntschaft vertiefst oder
auch jemand für eine Revanchepartie aus dem Turnier xy ... Alles geht!

Das Neueste ist das sogenannte "Einzel Blind Date". Du meldest Dich
dafür einfach so wie bei anderen Turnieren beim Turnierbüro an (bei
' Einzel Blind Date '). Sobald sich ein zweiter meldet, wird gestartet.
Der Turnierleiter macht das schon. Also probieren: Dabei sein ist alles!

Es gibt sogar eine Liste mit Spielern, die jetzt schon für Einladungen
bereit stehen, nämlich hier:
http://www.desc-online.de/turniere/einzel/service.php

Du kannst aber auch Spieler ans Brett bitten, die nicht auf dieser Liste
stehen, es ist einfach nur eine kleine Hilfe zum gegenseitigen Finden.

Und wenn Du mehr Informationen erhalten möchtest und / oder selbst
auf dieser Liste stehen möchstest, wende Dich einfach an Josef :
<josef@desc-online.de>

+ // +


10.) Ralf Mulde: Irres und Wirres aus vielleicht doch realer Welt

Dr. Mario Napolitano, geb. am 10, Feb, 1910 in Acquaviva delle Fonti,
war einer der besten Fernschachspieler der Welt, möglicherweise einer
der besten, die jemals antraten.

Als junger Mann spielte Napolitano Nahschach und das durchaus
erfolgreich; in Venedig 1928 zum Beispiel wurde er Fünfter. Allerdings
dauerte es von da ab sechs Jahre bis zum ersten bemerkenswerten
Turniersieg, dem in Mailand 1934. Das ist eine Zeitspanne, die manch
einem heute für die gesamte Karriere zu reichen scheint, inclusive
Großmeistertitel. Napolitano legte langsam, dann aber gründlich los.

Tragischerweise lag seine beste Zeit im Nahschach aber in der des
Zweiten Weltkrieges; zwischen 1934 und 1943 platzierte er sich in
etlichen recht gut besetzten Turnieren in Italien, 1935 und 1937 nahm
er an bereits nationalsozialistisch organisierten und nicht anerkannten,
"Schacholympiaden" teil, 1942 gar bei der sog. "Europameisterschaft"
in München. In den 40er Jahren hatte er sich bereits zu einem der besten
Fernschachspieler der Welt entwickelt.

1950/53 fand die denkwürdige erste Weltmeisterschaft des Fernschachs
der ICCF statt, in der Napolitano zusammen mit Harald Malmgren
geteilter Zweiter wurde, also Vizeweltmeister; Cecil Purdy wurde
Weltmeister. Im folgenden Wettbewerb, der zweiten Fernschach-WM
(1956-1959) wurde Napolitano Siebter und in der dritten  (1959-1962)
gelang Napolitano der dritte Platz. Natürlich hatte er da schon längst
den Titel des Fernschach-Großmeisters erhalten. Mario Napolitano
starb am 31. Okt. 1995 in Florenz.

Gegen einen solchen Mann im Jahr 1953, also in Napolitanos bester
Fernschachzeit, eine Korresponenzpartie zu gewinnen, noch dazu
gleichsam als "Neueinsteiger", musste doch ein schier unmögliches
Unterfangen sein. Und doch ... Max Euwe spielte in jenem Jahr gegen
Napolitano und verfuhr nach dem Motto "kam, sah und siegte".

Dazu sollte man sich kurz erinnern, dass 1953 auch das Jahr einer der
Meilensteine des Weltschachs war; und zwar das der FIDE, also das
mit den Figuren auf und vor dem Brett. Und dem dazu gehörenden
Kandidatenturnier in Zürich / Neuhaus nahm Euwe teil. Das heißt, der
war einerseits (noch immer) einer der besten Spieler der Welt und
andererseits ganz sicher nicht gerade unterbeschäftigt, so dass er seiner
Fernpartie gegen Napolitano kaum Tag & Nacht seine Aufmerksamkeit
widmen konnte.
http://en.wikipedia.org/wiki/Mario_Napolitano

Euwe,Max : Napolitano,Mario, corr. 1953 [E00]
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Bg5 Bb4+ 4.Nd2 h6 5.Bxf6 Qxf6 6.a3 Bxd2+
7.Qxd2 d6 8.e3 e5 9.Ne2 exd4 10.Nxd4 Bd7 11.Be2 O-O
12.O-O Nc6 13.Nb5 Rac8 14.f4 a6 15.Nc3 Ne7 16.e4 Rcd8
17.Rae1 Be6 18.Kh1 c6 19.f5 Bc8 20.Bd1 Qe5 21.f6 Ng6 22.Ne2 Qg5
23.Qc3 Rfe8 24.Ng3 Ne5 25.fxg7 Re6 26.Rf5 Qe7 27.Ref1 Rg6
28.R5f2 Qh4 29.Rf4 Qg5 30.R1f2 c5 31.Nf5 Re8 32.h4 Qd8
33.Bh5 Bxf5 34.exf5 Rxg7 35.f6 Rh7 36.Bd1 Kh8 37.Bc2 Qc7
38.Bf5 d5 39.cxd5 Rg8 40.Qc2 Ng6 41.Bxg6 1:0

Nicht schlecht, oder? Euwe hatte sich zu dieser Zeit vorgenommen,
ernsthaft ins Fernschach einzusteigen und sich an einer WM zu
beteiligen, kam aber dann doch nicht mehr dazu. Das aber nicht, weil
er vorher gestorben wäre, wie mancherorts zu lesen ist, denn Euwe
wurde am 20.Mai 1901 geboren und spielte zum Glück erst nach
erfüllten 80 Lebensjahren am 26. November 1981 seinen letzten Zug.

Warum Purdy damals Weltmeister wurde? Nun, zumindest, weil er
gegen Napolitano gewann. Die Partie, wie gesagt: die entscheidende
im Finale der Fernschach.Weltmeisterschaft, also der weltweit besten
Fernschachspieler ihrer Zeit, ist heute vor allem durch ihre geradezu
haarsträubenden Fehler bekannt.

Nun ist so etwas mit irgendwelchen Computern natürlich ganz leicht
festzustellen und zu sagen. Dass beide Spieler vermutlich besser waren
als jeder ihrer heutigen Kritiker, ist sehr wahrscheinlich. Andererseits
handelt es sich hier um rein taktische Fehler, die durch fleißiges Hin
und Herschieben der Figuren, tagelanges Probieren und Fummeln, wie
man das "in der guten, alten Zeit" eben so machte, mindestens auf
diesem überragenden Niveau eigentlich zu finden gewesen wären.

Nimmt man so an. Wenn man heute ganz ruhig im Sessel sitzt. Und
ganz nebenbei auch noch im Fernsehen über die Fußballer urteilt, dass
man "für dieses Geld" diesen Ball doch nun nie und nimmer daneben ...
Wie auch immer, der Leser sehe selbst:

Purdy : Napolitano, 1.Corr WM 1950 [E26]
1.c4 Nf6 2.d4 e6 3.Nc3 Bb4 4.a3 Bxc3+ 5.bxc3 c5 6.e3 Nc6 7.Bd3 e5
8.Ne2 d6 9.e4 Nh5 10.O-O g5 11.Bc2 Nf4 12.Ba4 Bd7 13.Ng3 cxd4
14.Bxc6 bxc6 15.cxd4 Qf6 16.Be3 h5 17.dxe5 dxe5 18.Rb1 Rd8
19.Qc2 h4 20.Nf5 Bxf5 21.exf5 O-O 22.Rfd1 Nh5 {?!} 23.Bxa7 Ng7
24.a4 Nxf5 25.a5 h3 26.a6 Ra8 27.Bc5 Rfe8 {?} 28.a7 e4 29.Rb7 Nh4
30.Qb3 {?} Qf5 31.Rdd7 {??} Nf3+ {??} 32.gxf3 exf3 33.Kf1 Qxc5
34.Qc3 Rf8 35.Qd3 Qe5 36.Qxf3 Rae8 37.Rb1 Qxh2 {?} 38.Rb3 Qe5
39.Qxh3 Qf4 40.c5 Qc4+ 41.Kg2 Re4 42.Qf5 Qxb3 43.Qxe4 Kg7
44.Qf5 g4 45.Qxg4+ 1:0
- - -

1953 bis 1958 war der Australier Cecil John Seddon Purdy der erste
offizielle Fernschachweltmeister. Er lebte vom 27.3.1907, bis 6.11.1979.
Ob es unter dem Eindruck dieser Partie geschah (natürlich nicht!) oder
an normalen Einflüssen wie "keine Zeit wegen Beruf" lag, ist unbekannt,
jedenfalls aber nahm er an keinem weiteren Fernschachturnier mehr teil.
Nicht etwa an keiner Weltmeisterschaft, sondern an überhaupt keinem
Turnier.

Nun wirklich kurios ist die Bemerkung von Jörg Hickl: "Zu seinen
besten WM-Partien zählt das Match gegen Dr. M. Napolitano, das
er mit den weißen Steinen führte ...
http://www.schach-welt.de/fernschach/geschichte-des-fernschachs
[ohne Nennung des Autors, also wohl eben Jörg Hickl]

Wenn das nun schon die beste Partie war, schenken wir uns die anderen.

Napolitano war, wie oben erwähnt, auch im Nahschach aktiv, wenn
auch in einer dafür ungeeigneten Zeit.

[Event "München"]
[Date "1942.??.??"]
[Round "5"]
[Result "1-0"]
[White "Napolitano, Mario"]
[Black "Junge, Klaus"]
[ECO "E33"]
1.c4 Nf6 2.d4 e6 3.Nc3 Bb4 4.Qc2 Nc6 5.Nf3 d6 6.a3 Bxc3+
7.Qxc3 a5 8.b3 O-O 9.Bg5 h6 10.Bh4 Re8 11.Rd1 Qe7 12.e3 e5
13.d5 Nb8 14.Be2 Bg4 15.Qc2 Bxf3 16.gxf3 Nbd7 17.Qf5 g6 18.Rg1
Kg7 19.Bd3 Rh8 20.Ke2 Kf8 21.Qh3 Ke8 22.b4 axb4 23.axb4 Kf8
24.Rd2 Kg7 25.Bf5 Qe8 26.Qf1 Nb6 27.Bxf6+ Kxf6 28. Bd3 Kg7
29.Qc1 Kh7 30.h4 h5 31.Rg5 Kh6 32.Qg1 Rg8 33.Qc1 Ra4
34.Rb2 Qa8 35.e4 Ra1 36.Rxh5+ 1:0

Die schwarzen Königszüge in dieser Partie hinterlassen einen recht
sonderbaren Eindruck.

Man kann sich über Napolitanos auffallend viele Partien in solchen
Turnieren Gedanken machen, die deutlich von Faschisten zu deren
Propagandazwecken organisiert wurden; die beiden Schacholympiaden
zählen ebenso dazu wie München 1942, natürlich auch das berühmtere
Turnier Salzburg 1942, an dem u.a. Alexander Aljechin, Klaus Junge
und auch Paul Keres (hier nun aber nicht Napolitano; vermutlich war
er nicht stark genug) teilnahmen. Bei diesen Überlegungen muss man
aber berücksichtigen, wo denn eigentlich ein Spieler auf hohem Niveau
hätte Schach spielen sollen, der in Italien lebte und kein faschistisches
Turnier "unterstützen" wollte?

Mitten im Krieg in die USA zu reisen, dürfte natürlich nicht möglich
gewesen sein. Und in die andere Richtung ... nun, da war einerseits auch
Krieg und andererseits mit Stalin ein massenmörderischer Diktator am
Werk, in dessen Machtbereich niemand gerne gelangen oder bleiben
wollte. Ich vermute, dass manche Turnierteilnahme von Paul Keres (als
Este ohnehin zwischen Ast & Borke sitzend), etwa die in Salzburg 1942,
sich so erklärt. Die "rein russischen" Spieler durften sich überdies schon
seit 1939 an keinen Turnieren außerhalb der UdSSR mehr beteiligen.
- - -

Fürst Andreas Davidovic Dadian von Mingrelia (tja, für diesen langen
Namen wurden die Ausweispapiere im Großformat angefertigt!) war
einer jener Sponsoren, wie ihn sich heute wohl mancher deutscher
Auswahlspieler wünscht. Geboren wurde der wohl georgische Adelige
vor genau 160 Jahren a, am 24.Okt. 1850 in Zugdidi, Georgien (?), und
er starb am 12.Juni 1910 in Kiew.

In der Schachwelt wurde er bekannt, als er 1903 das großartig besetzte
Meisterturnier in Monte Carlo sponserte. Dass er diesen Ort auswählte,
wird mit der damals wie heute ausgeprägten Vorliebe des russischen
Geldadels für die prächtigen Orte des Glücksspiels an der Riviera und
der Cote d'Azur zu tun gehabt haben, man lese es bei Dostojewskij;
auch, was die mitunter unerfreulichen Folgen solcher Aufenthalte anging.

Gerade in Schachkreisen jener Zeit neigte man hin und wieder dazu, das
gerade gewonnene Preisgeld am Roulettetisch entweder zu vervielfachen
oder - weit öfter - in einer rauschhaften Nacht zu verjuxen; besonders
Janowski und Pillsbury waren geradezu Experten darin. Jedenfalls also
finanzierte dieser frühe Vorgänger von Iljumschinow das Turnier von
Monte Carlo, wozu er natürlich auch den russischen Schachstar Mikail
Tschigorin einlud. So weit, so gut.

Kurze Zeit später aber zahlte der Fürst genau diesem Tschigorin 1.500,--
Francs (was mehr als das Preisgeld für den Dritten war) dafür. dass er
n i c h t  spielte! Der Grund dafür war, dass Tschigorin inzwischen eine
Analyse einer der Partien des Fürsten veröffentlicht hatte, in der er auf
haarsträubende Fehler des Geldgebers hinwies. Ärgerlich. Also weg
mit diesem Kerl, koste es, was es wolle.

Irgendwie hatte der Fürst weiter Pech mit diesem Turnier. Er hatte
einen wertvollen Kunstgegenstand gestiftet, der nun zwischen dem
Ersten und Zweiten in einer Art Schnellpartie ausgespielt werden sollte.
Aber Tarrasch und Maroczy waren einerseits Profis und andererseits
mehr daran interessiert, für ihre Wohnung überhaupt erstmal die Miete
zahlen zu können, statt sie mit Kunstschätzen auszustaffieren. Die Jungs
wollten also Bares.

Seine Fürstheit reagierte angewidert im Angesicht solch irdischer
Bedürfnisse dieses Schach-Plebs und vergab seine Gunst und Kunst an
den darüber mehr oder weniger glücklichen Dritten, nämlich an den
US-Amerikaner Harry Nelson Pillsbury. Ob es dem gelang, das Ganze
doch noch vor seiner Abreise zu Geld zu machen, habe ich leider nicht
herausfinden können.

Die Tatsache, dass Pillsbury 1906 an den Spätfolgen der Syphillis
starb, die er sich bei den Damen des liegenden Gewerbes anlässlich
des Turniers in St.Petersburg 1895 zuziehen sollte, lässt ja keinerlei
Rückschlüsse zu, ob der Mann nicht doch Kunstliebhaber war;
Schönheit lässt sich auf vielerlei Art genießen.
- - -

David Sprenkle - Pease, APCT 1978
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nd2 b6 4.Ngf3 Nf6 5.Bd3 Ba6 6.Bxa6 Nxa6
7.exd5 exd5 8.Qe2+ Qe7 9.Ne5 Nb4 {9...Nb8} 10.c3 Nc2+
11.Kd1 Nd7? {11...Nxa1 12.Qb5+ Nd7 13.Re1 Qd6 14.Nxd7+ Be7}
12.Kxc2 g6 13.Qb5 1:0

David Gedult - Gutman, Lausanne 1971
1.d4 d5 2.e4 dxe4 3.Nc3 Nf6 4.f3 exf3 5.Nxf3 c5 6.Bf4 Nd5
7.Bb5+ Nc6 8.Ne5 Nxc3 9.Nxc6 Qb6 {? 9...bxc6} 10.dxc5 Nxd1
11.cxb6 h6 {?? 11...Nc3} 12.Rxd1 1:0
- - -

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- Ralf Mulde -

Zuletzt geändert am 08.10.2011