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Newsletter-Archiv des DESC

Newsletter 2011-03-21

Newsletter des DESC ... Nr. 12 / 2011, 21. März 2011 
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http://www.desc-online.de/ : Redakt. Ralf Mulde: DESC.rm@gmx.de 
Download NL: http://www.desc-online.de/newsletter/ 
Partie Archiv: http://www.desc-online.de/service/archiv/download.php 
NL abbestellen: http://www.desc-online.de/newsletter/abmeldung.php 
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01.) Josef Schmitz / Die Admins: Serverschach im DESC 
02.) Michael Schirmer: Frank Fritsche ist DESC Meister 2008 ! 
03.) Friedrich Irmer: Die Pyramide mit Wochenzettel 
04.) Thomas Urlau : Juwelen! Gold! Pokale! 
05.) Joerg Kracht: Das Mannschaftsopen 2011 des DESC 
06.) Josef Schmitz: Gardeschweizer 
07.) Winfried Verbesek:  FU.054 
08.) Friedrich Irmer: T0214; Neues von Albins Gegengambit 
09.) Josef Schmitz: Einzelspiele 
10.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > 
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Leider nicht zu ändernder Redaktionsschluss ist Sonntag um 20:00 h. 
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01.) Josef Schmitz / Die Admins: Serverschach im DESC 

Liebe Schachfreunde, ich weiß nicht ob ihr es schon wisst, aber der 
DESC bietet nunmehr auch Serverschach an! Probiert es doch einfach 
mal aus! Geht ganz einfach! 

Und das k o s t e n l o s!!! Ja, richtig gelesen, ihr könnt an einem 
kostenlosen Viererturnier auf dem Schachserver teilnehmen und dort 
in aller Ruhe studieren, ob auch das Serverschach für Euch eine 
Alternative darstellt und ihr demnächst zusätzlich zum Emailschach 
auch ein wenig Serverschach spielen wollt. 

Übrigens, auf Mails braucht ihr nicht zu verzichten, denn auch beim 
Serverschach könnt ihr Eure Züge auch noch mal als Mail bekommen! 

Seht Euch mal unverbindlich auf dem Server um: 
http://www.chess-server.net/ 
und wenn Ihr Euch auf dem Server anmelden wollt, siehe hier: 
http://www.chess-server.net/user/registerplayer 

Dabei bitte auf folgendes achten: Jeder Spieler meldet sich bitte 
selbständig direkt auf dem LSS (Lechenicher Schachserver) unter 
Angabe seines vollen Namens an. Bei "Organisation" bitte DESC 
eintragen, ebenso die DESC Mitgliedsnummer. 

Guckst Du auch hier: http://www.desc-online.de/turniere/server/ 

Du findest hier konkret ausgeschrieben, zur sofortigen Anmeldung 
und zum Loslegen bereit vier Turnierkategorien, nämlich Vierer, 
also Turniere auf dem Server mit vier Teilnehmern, Siebener, sogar 
Doppelsiebener, also  Turniere auf dem Server mit sieben Spielern, 
das doppelrundig (je einmal Weiß/Schwarz) ausgetragen wird und 
die Königsdisziplin, die Fünfzehner, also Turniere auf dem Server 
mit fünfzehn Teilnehmern und damit für jeden vierzehn Partien. 

http://www.desc-online.de/turniere/server/4VS/vsindex.php 
http://www.desc-online.de/turniere/server/7SES/sesindex.php 
http://www.desc-online.de/turniere/server/7SZS/szsindex.php 
http://www.desc-online.de/turniere/server/15FS/fsindex.php 

Falls Ihr Fragen habt, meldet Euch bitte + sehr gerne bei Joerg Kracht 
<joerg@desc-online.de> oder Josef Schmitz <Josef@desc-online.de> ! 
Die helfen Euch weiter! [Hier werden Sie geholfen. -rm-] 

+ // + 

02.) Michael Schirmer: Frank Fritsche ist DESC Meister 2008 ! 

Liebe Schachfreunde, es ist mal wieder geschafft. 
Nach 448 Partien ist die Meisterschaft 2008 beendet! 

Fritsche,Frank : Mislin,Roger, M2008/Finale [B92] 
1.e4 c5 2.Nc3 d6 3.Nge2 Nf6 4.d4 cxd4 5.Nxd4 a6 6.Be2 e5 
7.Nb3 Be7 8.0–0 0–0 9.Be3 Be6 10.Qd3 Nc6 11.a3 Na5 
12.Nd5 Nxb3 13.Qxb3 Nxe4 14.Qxb7 Bxd5 15.Qxd5 Nf6 
16.Qc6 Qc8 17.Qxc8 Rfxc8 18.c3 d5 19.Rad1 h6 20.Rfe1 Bc5 
21.Bf1 Bxe3 22.Rxe3 e4 23.f3 a5 24.a4 Kh7 25.h3 Rab8 
26.Bb5 Rc5 27.fxe4 dxe4 28.Re2 Re5 29.Rd4 g5 30.b4 Nd5 
31.Rc4 axb4 32.cxb4 e3 33.Rc5 f6 34.Rb2 Rd8 35.Rb1 e2 
36.Kf2 e1Q+ 37.Rxe1 Rxe1 38.Kxe1 Nxb4 39.Ke2 Kg6 
40.g4 Kf7 41.a5 Rb8 42.Ke3 Ke7 43.Kd4 Rd8+ 44.Kc4 Nd3 
45.Rc7+ Kd6 46.Rc6+ Ke7 47.Rb6 Ne5+ 48.Kb4 1:0 

Wie schon so oft war auch diesmal die Finalrunde ein äußerst 
spannendes Turnier. Die Medaillenverteilung musste durch die 
Feinwertung entschieden werden und zwischen den Plätzen 1 und 7 
lag nur ein einziges Pünktchen! 

Fritsche,Frank : Luhn,Robert, M2008/Finale [B80] 
1.e4 c5 2.Nc3 d6 3.Nge2 Nf6 4.d4 cxd4 5.Nxd4 a6 6.Be3 e6 7.f3 Be7 
8.Qd2 Qc7 9.O-O–O b5 10.g4 Bb7 11.Kb1 Nc6 12.g5 Nd7 13.h4 Nce5 
14.h5 Rc8 15.Qg2 b4 16.Na4 Qa5 17.b3 Nc5 18.Nb2 Qc7 19.Bd2 Qb6 
20.Qg1 O-O 21.g6 Bf6 22.Be2 a5 23.h6 fxg6 24.Nxe6 Qc6 25.hxg7 Rf7 
26.Nxc5 Qxc5 27.Qxc5 Rxc5 28.Bc1 Bxg7 29.Rxd6 Rc8 30.Rh3 Rc3 
31.Na4 Rcc7 32.Nb6 h5 33.Nd5 Bxd5 34.Rxd5 Rc3 35.Rh1 Rfc7 
36.Bf4 R3c5 37.Rxc5 Rxc5 38.Bc1 Nc6 39.Bc4+ Kh7 40.f4 Bd4 
41.a4 1:0 

Den Meistertitel sicherte sich letztendlich mal wieder Frank Fritsche, 
der diesen Titel nunmehr zum fünften Mal (!) erringen konnte. Frank 
war auch bereits in den Meisterschaften 2002, 2003, 2005 und 2006 
erfolgreich. Außerdem erkämpfte er sich 2004 die Silbermedaille und 
war 2000 und 2001 jeweils Dritter. Eine wirklich einmalige Bilanz des 
Erfolges! 

Leisebein,Peter : Fritsche,Frank, M2008/Finale [A82] 
1.d4 f5 2.e4 fxe4 3.Nc3 Nf6 4.f3 d5 5.fxe4 dxe4 6.Bg5 Bf5 7.Bc4 Nbd7 
8.Nge2 h6 9.Bh4 e6 10.Nf4 Qe7 11.g4 Qd6 12.gxf5 Qxf4 13.Bg3 Qe3+ 
14.Qe2 Qxe2+ 15.Kxe2 exf5 16.Nb5 Ke7 17.Raf1 g6 18.Nxc7 remis 

Die Silbermedaille errang mit Daniel Weber einer unserer Schweizer 
Schachfreunde. Daniel war zum ersten Mal in der Endrunde der 
Meisterschaften dabei und verfehlte den Titel lediglich um winzige 
0,75 Wertungspunkte. 

Weber,Daniel : Leisebein,Peter, M2008/Finale [D00] 
1.Nf3 d5 2.d4 c6 3.Nc3 Nf6 4.Bf4 Qb6 5.Na4 Qa5+ 6.c3 Nbd7 
7.b4 Qd8 8.e3 g6 9.h3 Bg7 10.Bd3 O-O 11.O-O Re8 12.Qb3 Nh5 
13.Bh2 e5 14.Be2 e4 15.Nd2 Qg5 16.g4 Nhf6 17.Bg3 Qh6 18.Kg2 a6 
19.c4 b5 20.cxb5 axb5 21.Nc3 Nf8 22.a4 bxa4 23.Rxa4 Bb7 
24.Rxa8 Rxa8 25.Qc2 Ra7 26.Qb2 N6d7 27.Nb3 Qg5 28.Na5 h5 
29.Nxb7 Rxb7 30.Qa3 Qe7 31.gxh5 gxh5 32.Qa8 Nb6 33.Qa6 Ne6 
34.Rc1 Bf8 35.b5 c5 36.Nxe4 dxe4 37.dxc5 Nxc5 38.Rxc5 Ra7 
39.Re5 Rxa6 40.Rxe7 Ra2 41.Rb7 1:0 

Bronze ging an Manfred Dorer, den Titelträger von 2004. Manfred 
verfehlte die Silbermedaille sogar nur um 0,25 Wertungspunkte! 

Hier nun die Abschlusstabelle: 

01.) Fritsche,Frank .......... 6.0 Pkt. : 29.50 S/B 
02.) Weber,Daniel ............ 6.0 Pkt. : 28.75 S/B 
03.) Dorer,Manfred ........... 6.0 Pkt. : 28.50 S/B 
04.) Baer,Lutz ............... 5.5 Pkt. 
05.) Kracht,Joerg ............ 5.0 Pkt. : 25.00 S/B 
06.) Mislin,Roger ............ 5.0 Pkt. : 23.75 S/B 
07.) Luhn,Robert ............. 5.0 Pkt. : 23.50 S/B 
08.) Buechner,Hans Juergen ... 4.5 Pkt. : 22.75 S/B 
09.) Gretencord,Ulrich ....... 4.5 Pkt. : 21.00 S/B 
10.) Leisebein,Peter ......... 4.0 Pkt. 
11.) Litz,Knut ............... 3.5 Pkt. 
http://www.desc-online.de/st/meisterschaft/2008/set.htm 

Mein Glückwunsch geht natürlich an die Medaillengewinner, aber 
auch an alle weiteren platzierten Spieler für ihren stets sportlich 
fairen Einsatz. 

Litz,Knut – Weber,Daniel, M2008/Finale [D39] 
1.d4 d5 2.Nf3 e6 3.c4 Nf6 4.Nc3 dxc4 5.e4 Bb4 6.Bg5 c5 7.Bxc4 cxd4 
8.Nxd4 Bxc3+ 9.bxc3 Qa5 10.Bb5+ Nbd7 11.Bxf6 Qxc3+ 12.Kf1 gxf6 
13.h4 a6 14.Rh3 Qa5 15.Be2 Nc5 16.Nb3 Nxb3 17.Qxb3 Rb8 
18.Qb2 Qe5 19.Qxe5 fxe5 20.Rb3 b5 21.a4 Bd7 22.axb5 axb5 
23.Rab1 Ke7 24.Bxb5 Rhd8 25.Bxd7 Rxb3 26.Rxb3 Rxd7 27.Ke2 f5 
28.Kf3 remis 

Euch allen weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Euren Partien im 
DESC und hoffentlich auf ein Wiedersehen in den nächsten 
Meisterschafts-Turnieren! 

Baer,Lutz : Dorer,Manfred, M2008/Finale [B33] 
1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 e5 6.Ndb5 d6 
7.Bg5 a6 8.Na3 b5 9.Bxf6 gxf6 10.Nd5 f5 11.Bd3 Be6 12.O-O Bxd5 
13.exd5 Ne7 14.Nxb5 Bg7 15.Nc3 e4 16.Bc4 Ng6 17.Qh5 Bxc3 
18.bxc3 Qf6 19.Qh6 Qxc3 20.Bb3 Ke7 21.Rae1 Rhg8 22.Kh1 a5 
23.Ba4 Rab8 24.a3 Qd4 25.Bc6 Rb2 26.Qg5+ Qf6 27.Qd2 Kf8 
28.f3 Nh4 29.Rf2 Qg5 30.Qxa5 remis 

+ // + 

03.) Friedrich Irmer: Die Pyramide mit Wochenzettel 

Beginnen wir mit der Herausforderung Dieter Florens, der seinen 
Platz auf Ebene 9 verlassen will. Ab dem 28.03.11 spielt er deshalb 
eine Partie gegen Josef Paintner. 

Und was war Josefs Reaktion auf diese Herausforderung? 
Er sicherte sich erst mal den freien XXX-Platz und steigt damit von 
Ebene 8 auf Ebene 6. 

Mayer, Roger : Watson, Roland, P2011.006 [B90] 
1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 6.f3 e5 
7.Nb3 Be6 8.Be3 Be7 9.Qd2 O-O 10.O-O-O Nbd7 11.g4 b5 
12.g5 b4 13.Ne2 Ne8 14.f4 a5 15.f5 Bxb3 16.cxb3 a4 17.bxa4 Rxa4 
18.Kb1 Rxa2 19.Nc1 Ra8 20.Bc4 Qa5 21.Na2 Nc5 22.Rhg1 Kh8 
23.Qxb4 Qxb4 24.Nxb4 Ra4 25.Bxc5 dxc5 26.Nd5 Rxc4 
27.Nxe7 Rxe4 28.Rd8 Rd4 29.Nd5 Rg8 30.Rc1 c4 31.b3 Nf6 
32.Rxg8+ Nxg8 33.bxc4 f6 34.h4 Rxh4 35.g6 Rd4 36.Kb2 e4 
37.Rh1 h6 38.Ra1 e3 1:0 

Roland durfte also nur einen Monat den Platz auf Ebene 4 innehaben. 
Gleichzeitig verliert er aber auch seinen Platz auf der Warteliste für 
eine Partie gegen einen Spieler auf Ebene 3. 

Beides, der Platz auf Ebene 4 und der Platz auf der Warteliste gehen 
an den Sieger Roger. Roland hingegen muss auf Ebene 6 zurück und 
wartet als Herausforderer Nr. 2  für eine Partie gegen einen Spieler 
auf Ebene 4 und Nr. 1 für einen auf Ebene 5 auf eine neue Chance. 

Im DESC nie Gesehenes ergab auch das Ende der Partie P2010.094: 

Schmidt, Roland : Koehler, Hans Christian, P2010 [D30] 
1.d4 e6 2.c4 d5 3.a3 Be7 4.e3 Nf6 5.Nf3 O-O 6.Nc3 c6 7.Bd3 dxc4 
8.Bxc4 Nbd7 9.O-O Re8 10.e4 Nf8  11.Be3 Qc7 12.Rc1 Ng4 
13.Qe2 Nxe3 14.Qxe3 a6 15.e5 f6 16.exf6 Bxf6 17.Ne4 Kh8 
18.Nxf6 gxf6 19.Rfe1 Bd7 20.Qf2 Ng6 21.Nh4 Kg7 22.Bd3 f5 
23.e4 f4 24.e5 Rf8 25.Re4 Be8 26.Bb1 Qb6 27.Nxg6 Bxg6 
28.Rxf4 Rxf4 29.Qxf4 Rf8 30.Qd2 Bxb1 31.Rxb1 c5 32.Qg5+ Kh8 
33.Qe7 Rf5 34.dxc5 Qb3 35.Qd8+ Kg7 36.Qd7+ Kh8 37.Qd4 Qc2 
38.Qd8+ Kg7 39.Qe7+ Kh8 40.Qe8+ Kg7 remis 

Schmidt, Roland (Eb.12) : Koehler, Hans-Christian (Eb.8) : remis 

Nach 6 Jahren in der Pyramide und 26 Partien ist dies die erste Partie, 
in der Roland ein Remis hinnehmen muss; immerhin "nur" wegen 
Dauerschach. 

Und schließlich wurde der Rolands Einsatz dann doch noch belohnt. 
Wie eingangs erwähnt, hat Josef Paintner ja seinen Platz für einen 
weiter oben freigemacht. Und so konnte Roland am Ende sein Ziel 
dann doch noch erreichen; er sicherte sich den Freiplatz auf Ebene 8. 

+ // + 

04.) Thomas Urlau : Juwelen! Gold! Pokale! 

"Diamonds are a girl's best friend", hauchte die bekannteste (gefärbte) 
Blondine der Weltgeschichte. Im DESC gilt: "Pokale sind die besten 
Freunde der Männer!) (Naja, ... neben Autos, Computern, Kneipen, ...) 

Am 01.05.2011 startet deshalb das DESC Pokalturnier 2011. Alle 
Spieler des DESC sind dazu recht herzlich eingeladen. Es gibt aber 
nur 64 Plätze, die besetzt werden können. [Besonders der Schatzmeister 
überlegte, die raren Plätze zu versteigern, aber dann blieb doch wieder 
alles beim Alten: mithin, einfach nur rasch anmelden genügt. -rm-] 

Also, wer mal wieder oder überhaupt mal einen Pokal gewinnen 
möchte, der muss sich ranhalten mit der Anmeldung. Am besten 
gleich jetzt ... Die Plätze werden nämlich nach Eingangsdatum 
beim Turnierbüro <turnierbuero@desc-online.de> verteilt. Und 
Anmeldungen sind ausschließlich über das Turnierbüro möglich. 
Das heißt doch ganz klar für Dich: Nun mal los und anmelden! 

+ // + 

05.) Joerg Kracht: Das Mannschaftsopen 2011 des DESC 

Es ist vollbracht ! Das Tor ist geschlossen und eigentlich unfassbare 
36 Mannschaften sind eingetreten. 

Ganz zum Ende konnten wir dann doch noch die Freunde aus Namibia 
und als letztes Team "Home before dinner" begrüßen. In besonderer 
Weise freue ich mich über die Teilnahme der Schachspielerinnen aus 
Island [Sind das jetzt die gesamten isländischen Fernschachspielerinnen? 
Oder gibt es noch ein oder zwei? -rm-] und über das Team "Braille 
Chess Association", also unsere sehbehinderten Schachfreunde. 

Damit haben wir Spielerinnen und Spieler aus 27 Nationen am Start: 

Kanada ... Malta ... Norwegen ... Singapur ... USA 
Kuba ... Brasilien ... England ... Schottland ... Bulgarien 
Holland ... Costa Rica ... Venezuela ... Kolumbien ... Italien 
Tschechien ... Serbien ... Uruguay ... Chile ... Argentinien 
Russland ... Litauen ... Island ... Namibia ... Deutschland 
Luxemburg ... Schweiz 
[Und Ostfriesland ... Helgoland ... Lummerland? -rm-] 

http://www.desc-online.de/turniere/vm/2011/ 

Die Turnierleiter Josef Schmitz, Ralf Mulde, Thomas Urlau, 
Guenter John, Friedrich Irmer und Frank Malewicz warten 
sicher schon auf ihre Aufgaben. 

Ganz großen Dank an alle, die mich bei der Vorbereitung dieses 
Ereignisses so gut unterstützen; noch einmal möchte ich hier 
Ralf und Stefan besonders herausheben. Danke, Freunde! 
Beste Grüße, Joerg 

+ // + 

06.) Josef Schmitz: Gardeschweizer 

Hier könnt Ihr Euch für das Turnier GS024 anmelden: 
http://www.desc-online.de/turniere/gardeschweizer/gsturnier.php?tnr=gs024 

Und es sind noch 14 Plätze für das neue Turnier GS025 frei! 
Meldet Euch! 

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07.) Winfried Verbesek:  FU.054 

Das Turnier FU054 ist nun beendet und zwar mit diesem Ergebnis : 

1.) Koenig, Michael .......... 3,0 Pkt. 
1.) Rey, Dieter .............. 3,0 Pkt. 
3.) Bartsch, Christian ....... 2,5 Pkt. 
4.) von Rosenberg, Clemens ... 1,5 Pkt. 
5.) Grimm, Wolfgang .......... 0,0 Pkt. 
http://www.desc-online.de/turniere/5er/turniertabelle.php?turnier=FU054 

Rey,Dieter : Koenig,Michael, FU054 [A52] 
1.d4 Nf6 2.c4 e5 3.dxe5 Ng4 4.Bf4 Nc6 5.Nf3 Bb4+ 6.Nbd2 Qe7 
7.a3 Ncxe5 8.Bxe5 Nxe5 9.Nxe5 Bxd2+ 10.Qxd2 Qxe5 11.e3 d6 
12.Be2 Be6 13.Qd4 O-O 14.Qxe5 dxe5 15.O-O Rad8 16.Rfd1 f5 
17.b3 g5 18.Rxd8 Rxd8 19.Rd1 Rxd1+ 20.Bxd1 Kf7 21.f3 Kf6 
22.Kf2 a5 23.Be2 e4 24.b4 axb4 25.axb4 Ke5 26.g3 exf3 27.Kxf3 g4+ 
28.Kf2 b6 29.Bd3 c6 30.Kg2 c5 31.bxc5 bxc5 32.Kf2 h5 33.Ke2 Kf6 
34.Kd2 Kg5 35.Kc3 h4 36.Kb3 Bd7 37.Ka3 h3 38.Bc2 Bc6 
39.Ba4 Be4 40.Bb5 Kf6 41.Ka4 Ke5 42.Ka5 Bf3 43.Kb6 Ke4 
44.Kxc5 Kxe3 45.Kd6 f4 46.c5 fxg3 0:1 

Ich gratuliere den Schachfreunden Koenig und Rey recht herzlich zum 
geteilten Sieg. Sie haben sich einen Startplatz in einem U-1800er 
Siegerturnier erkämpft, zu dem ich noch einladen werde. 

Euch allen wünsche ich auch weiter viel Freude & Erfolge beim Spielen 
im DESC. Vergesst nicht, Euch zu neuen Turnieren anzumelden! 

+ // + 

08.) Friedrich Irmer: T0214; Neues von Albins Gegengambit 

"So groß zu werden wie hast du das geschafft bei solcher Nahrung?“ 
(der aus Star Wars, der auch nach 1000 Jahren immer noch Probleme 
mit der Grammatik hat und von dem nur noch 2 Zitate zu ertragen sind) 

Diesmal müssen sich Reiner Jung und Werner Wittal den Glückwunsch 
ebenso wie die Punkte teilen: 
T0214.01 Wittal, Werner : Jung, Reiner : remis 
Also Glückwunsch an beide! 

Und weil noch zwei Partien offen sind, steht fest, dass Reiner Jung 
ohne Niederlage Platz 1 belegen wird. Herzlichen Glückwunsch! 

Jaroslav Pech kann ebenfalls noch den dann zu teilenden Platz 1 
belegen, sollte er seine noch offene Partie gegen Werner Wittal 
gewinnen, Werner wiederum muss seine beiden noch offenen Partien 
gegen Jaroslav Pech und Dieter Rey gewinnen, um sich mit Jaroslav 
Platz 2 zu teilen. Es bleibt also, na was? Genau: spannend. 

Wittal, Werner : Jung, Reiner, T0214.01 [D08] 
1.d4 d5 2.c4 e5 3.dxe5 d4 4.Nf3 Nc6 5.a3 a5 6.Nbd2 Nge7 7.Nb3 Nf5 
8.e3 dxe3 9.Qxd8+ Nxd8 10.fxe3 Nc6 11.Bd2 a4 12.Nbd4 Bc5 
13.Nb5 Kd8 14.Rd1 Bd7 15.Bd3 Kc8 16.Kf2 Re8 17.Rhe1 g5 
18.Bc3 g4 19.Nfd4 g3+ 20.hxg3 Nh6 21.Nxc6 bxc6 22.Bd4 Bf8 
23.Na7+ Kb7 24.Be4 Ng4+ 25.Kg1 Nxe5 26.Bxe5 Rxe5 27.Bf3 Be8 
28.Nb5 Rc5 29.Rc1 Kb6 30.Red1 Re5 31.Kf2 Rb8 32.Nd4 c5 
33.Ne2 Ka5 34.Rd2 Re6 35.Nc3 Bg7 remis 

+ // + 

09.) Josef Schmitz: Einzelspiele 

Ein neues Spiel zwischen Hans Denecke und Kurt Hartmann wurde 
begonnen. 

Wer hat noch Lust, mal ein Einzelspiel zu bestreiten? 
Also los geht´s! Es gibt viele Spieler, die gerne mal gefordert würden! 
Mehr Info? Eine kurze Mail an <josef@desc-online.de> genügt. 

+ // + 

10.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > 

Réti : Aljechin, Baden Baden 1925 [A00] 
1.g3 e5 2.Nf3 e4 3.Nd4 d5 4.d3 exd3 5.Qxd3 Nf6 6.Bg2 Bb4+ 
7.Bd2 Bxd2+ 8.Nxd2 O-O 9.c4 Na6 10.cxd5 Nb4 11.Qc4 Nbxd5 
12.N2b3 c6 13.O-O Re8 14.Rfd1 Bg4 15.Rd2 Qc8 16.Nc5 Bh3 
17.Bf3 Bg4 18.Bg2 Bh3 19.Bf3 Bg4 20.Bh1 h5 21.b4 a6 22.Rc1 h4 
23.a4 hxg3 24.hxg3 Qc7 25.b5 axb5 26.axb5 Re3 27.Nf3 cxb5 
28.Qxb5 Nc3 29.Qxb7 Qxb7 30.Nxb7 Nxe2+ 31.Kh2 Ne4 
32.Rc4 Nxf2 33.Bg2 Be6 34.Rcc2 Ng4+ 35.Kh3 Ne5+ 36.Kh2 Rxf3 
37.Rxe2 Ng4+ 38.Kh3 Ne3+ 39.Kh2 Nxc2 40.Bxf3 Nd4  0:1 

Ein topmodernes Abspiel des Grünfeldinders ist das mit Bf4, wie man 
gerade erst in jüngster Zeit sehen konnte. Natürlich ist das nicht erst 
gestern erfunden worden und als ich ein bisschen in die Datenbanken 
blickte, sah ich, dass auch einer bekanntesten alten Fernschachspieler 
damit Erfahrungen hatte, hier in einer spannenden Nahpartie gegen 
einen der wenig später bekanntesten Schachbuchautoren: 

Awerbach,Juri L. : Heemsoth,Hermann, Hastings 1959/60 [D93] 
1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 d5 4.Bf4 Bg7 5.e3 0–0 6.Rc1 c6 7.Nf3 Qa5 
8.Be2 Be6 9.Ng5 Bf5 10.0–0 h6 11.Nf3 Nbd7 12.Ne5 Nxe5 
13.Bxe5 Ne4 14.Bxg7 Nxc3 15.Rxc3 Kxg7 16.a3 Be6 17.cxd5 Bxd5 
18.Rc5 Qd8 19.Bf3 Bxf3 20.Qxf3 Qd6 21.Rfc1 Rfd8 22.h4 Qf6 
23.Qg3 Qd6 24.f4 Kh7 25.Qf3 e6 26.h5 Rg8 27.Kf2 f6 28.hxg6+ Rxg6 
29.Rh5 Rag8 30.Rch1 f5 31.Qh3 Qf8 32.Kf1 Qf6 33.Qf3 Rd8 
34.Qe2 Rd5 35.Qc2 c5 36.g4 Rxg4 37.Rxh6+ Qxh6 38.Rxh6+ Kxh6 
39.dxc5 Rg7 40.b4 Rgd7 41.Ke2 Kg6 42.Kf3 Rd1 43.Qg2+ Kf7 
44.Qh3 Kg7 45.Qg3+ Kf7 46.Qh4 Rf1+ 47.Kg2 Rfd1 48.Qh7+ Kf6 
49.Qh6+ Kf7 50.Kf3 Rf1+ 51.Ke2 Rfd1 52.Qh7+ Kf6 53.Qh8+ Kf7 
remis 
- - - 

Als ich so ein bisschen vor mich hinsuchte, wie das auch oft in einer 
Bibliothek geschieht, wenn man etwas sucht und doch bei etwas ganz 
anderem und bald schon in einer ganz anderen Welt hängenbleibt (was 
letztlich zu den wertvollen, ziellos erträumten Stunden im Leben zählt), 
als ich also ein wenig stöberte, fiel mit die folgende amüsante Seite in 
die Hände. Einige Stimmen von Schachspielern des 19.Jh sind darin 
zu lesen, die sich schon damals über "Frauen und Schach" Gedanken 
machten, manche davon komplett abgedreht, einige wenige mit geistig 
hellen Momenten, also in der männlichen Normalverteilung: 
http://www.chesshistory.com/winter/extra/women.html 

Und als ich dann, mit dem geweckten Interesse des Schatzsuchers, 
weiter hier und da einige Blätter wendete, kam ich plötzlich auf ihn: 

Hermann von Gottschall. 

Der wohnte in der Elisabethstrasse 2 in Görlitz, wie es die Wiener 
Schachzeitung, Juli 1904, Seite 211, angeblich preisgab (vielleicht als 
Autogrammadresse, das kenne ich noch aus den 70er Jahren aus der 
Hitparade) http://www.chesshistory.com/winter/extra/addresses.html 

Der von Gottschall jedenfalls spielte Schach. Keinesfalls schlecht. 
Das lag vielleicht daran, dass schon sein Vater nicht ganz unbegabt 
darin war und flugs am 20. Juli 1877 in Leipzig (nein, nicht ganz 
alleine) den Deutschen Schachbund gegründet hatte. 

von Gottschall : Mieses, Jacques, Nürnberg 1888 [C28] 
1.e4 e5 2.Nc3 Nf6 3.Bc4 Nc6 4.d3 Bc5 5.Be3 d6 6.Bxc5 dxc5 
7.Nge2 Nd4 8.h3 c6 9.a4 Qe7 10.Ng3 Be6 11.Nce2 Bxc4 
12.dxc4 O-O-O 13.Nxd4 Rxd4 14.Qe2 g6 15.O-O h5 16.c3 Rd7 
17.Rfd1 h4 18.Nf1 Nh5 19.Qg4 Nf4 20.Rxd7 Qxd7 21.Qxd7+ Kxd7 
22.Rd1+ Kc7 23.Ne3 Rd8 24.Kh2 Rxd1 25.Nxd1 Nd3 26.g3 Kb6 
27.Kg2 Ka5 28.Kf3 Kxa4 29.Ke3 Nxf2 30.Nxf2 hxg3 31.Nd3 Kb3 
32.Kf3 f6 33.Kxg3 Kc2 34.Nxc5 Kxb2 35.Nxb7 Kxc3 36.Na5 c5 
37.Kf3 a6 38.Ke3 Kb4 39.Nb7 a5 40.Kd3 a4 41.h4 a3 42.Kc2 Kxc4 
43.Nd6+ Kb4 44.Ne8 c4 45.Nxf6 c3 46.Nd5+ Kc4 47.Nxc3 Kd4 remis 

Hermann also war erblich belastet und zwar gleich zweifach; sein 
Vater Rudolf Gottschall (das adelige "von" wurde ihm nebst "Hofrat" 
später angeklebt) nämlich war ein bekannter und seinerzeit halbwegs 
wichtiger Literat (in Seminaren der Germanisten an der Uni, an die 
sich Jahre später niemand mehr erinnern will, taucht er immer noch 
auf, der Rudi), Der Vater war also Schachspieler, gesellschaftlich in 
beeindruckenden Höhen, Literat, Präsident, geadelt, erfolgreich ... 
wer so einen Vater hat, kann eigentlich nur nach Hawaii auswandern, 
denn ihn zu übertreffen wird wohl ein belastendes Lebensproblem. 
Zwar gründete Hofrat Rudolf von Gottschall zwar den Deutschen 
Schachbund (mit anderen zusammen!), spielte aber doch nie bei einem 
Turnier mit: Funktionäre können eben alle kein Schach spielen ... 

Hermann von Gottschall wurde am 16.Okt. 1862 in Posen geboren 
und starb im Alter von 70 Jahren am 7.März 1933 in Görlitz, ganz 
zufällig also vor genau 78 Jahren. Nicht identisch ist der Schachmeister 
Hermann von Gottschall mit dem am 13. 7. 1878 in Klein-Gerau 
geborenen Hermann Gottschall, der 1942 nach Auschwitz deportiert 
und für tot erklärt wurde. 

Harmonist,Max : v.Gottschall, H., 5.DSB Kon. Frankf. 1887 [C44] 
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.d4 exd4 4.Bc4 Bc5 5.O-O d6 6.c3 dxc3 
7.Qb3 Qd7 8.Na3 Nf6 9.Bg5 O-O 10.Rfe1 Ng4 11.Re2 cxb2 
12.Rd1 Nge5 13.Bb5 Qg4 14.Nxe5 Nxe5 15.Be7 Be6 16.Qxb2 Nf3+ 
17.Kh1 Qh5 18.h4 Nxh4 19.Bxh4 Qxh4+ 20.Kg1 Qg3 21.Rd3 Qe5 
22.Qc1 Bxa3 0:1 

Er war nicht gerade im Großmeisterrevier zu Hause, aber doch ein 
begabter Amateur. In Nürnberg 1883 wurde er Dritter (man spielte in 
jener Zeit geradezu Fernschach, nämlich 30 Züge in zwei Stunden; 
da ist mancher im DESC heute leider schneller, gell?), danach folgte 
eine große Zahl von Turnieren, in denen er mal Fünfter, mal geteilter 
Dreizehnter wurde; nur selten waren Wettbewerbe darunter, über die 
man heute noch wegen ihrer Besetzung spricht. Immerhin, in Nürnberg 
1888 teilte er sich den Zweiten mit Jacques Mieses, gerade mal hinter 
Siegbert Tarrasch. 

von Gottschall, Hermann : Manfred, Jakob, 1900 [C30] 
1.e4 e5 2.f4 Bc5 3.Nf3 d6 4.Bc4 Nc6 5.Nc3 a6 6.h3 Nf6 7.d3 O-O 
8.f5 Nd4 9.g4 b5 10.Bb3 Bb7 11.g5 Nxb3 12.gxf6 Nd4 13.Bg5 Re8 
14.h4 gxf6 15.Nxd4 Bxd4 16.Qh5 Qe7 17.Bd2 Kh8 18.O-O-O Rg8 
19.Qh6 Rg2 20.Rh3 Rag8 21.Kb1 d5 22.Bg5 fxg5 23.hxg5 f6 
24.gxf6 1:0 

Zwei weiter Turniere stechen auch noch heraus, nämlich die Kongresse 
des Deutschen Schachbundes München 1900 und Hannover 1902, die 
von Gottschall mitspielte und die unser Partner, der Beyer Verlag, mit 
dem Turnierbuch von Berger / Schlechter / G.Marco (neben vielem 
anderen! Guckt mal rein!) im Angebot hat: 
http://www.beyerverlag.de/advanced_search_result.php?XTCsid=9416b6d2f6109cc9a0c10e2285ec4932&XTCsid=9416b6d2f6109cc9a0c10e2285ec4932&keywords=gottschall&x=0&y=0 

Spieler wie von Gottschall sind genau die, von denen das Schach nun 
mal lebt und immer gelebt hat: Amateure, die stark genug sind, überall 
mitzuspielen, etwas zu schwach, um überall zu gewinnen und wohl Zeit 
und Geld genug haben, sich solche Teilnahmen zwischen Dresden, 
München und Hannover überhaupt zu leisten bzw. auf sie hinzusparen; 
auf diese Schachenthusiasten pflegt der "Profi" verächtlich zu blicken 
und sie am liebsten in ein fernes, unsichtbares Land zu wünschen, aber 
gerade sie sind es, die von Anbeginn bis heute das organisierte Schach 
und nicht zuletzt die Preisgelder überhaupt möglich machen. 

Sogar vom Ersten Weltkrieg ließ sich der danach mittlerweile 63jährige 
von Gottschall jedenfalls in schachlicher Hinsicht nicht beeindrucken, 
sondern wurde Neunter in Breslau 1925 (24.DSB Congress, Ejfim 
Bogoljubow siegte), teilte in Hannover 1926 den 7./8. Rang (Aron 
Nimzowitsch gewann) und spielte auch noch Bautzen 1929 mit, wo er 
geteilter 14./16. wurde. Nun waren die Reisebedingungen mit der 
Eisenbahn damals natürlich besser als heute (schlechter geht ja nicht; 
erinnert sich mancher aus sehr alten Filmen noch an Gepäckträger, 
echte Zugrestaurants und an pünktliche Züge?), aber man muss eben 
doch anerkennend sagen: Die Jungs waren damals ziemlich auf Achse. 

Die Pause übrigens, die nach dem Ersten Weltkrieg im europäischen 
Turniergeschehen (weitgehend) eintrat, lag nach weniger an den vielen, 
vielen gefallenen Schachspielern oder an zerstörten Turniersälen, 
sondern natürlich daran, dass so ein Turnier auch von irgendwem 
bezahlt und organisiert werden muss; selten stehen Säle, Gastronomie, 
dafür das Personal etc. kostenfrei zur Verfügung. Und die Leute hatten 
nach dem furchtbaren Krieg natürlich in anderes zu investieren und 
anderes zu tun  als Schachturniere zu unterstützen. 

In den Jahren vor dem Krieg war Schach anscheinend eher etwas für 
Honoratioren oder für begabte Spieler, die von eben diesen Kaufleuten 
unterstützt wurden. Das ist nichts Furchtbares; die gesamte Kunst bis 
ungefähr 1900 funktionierte genau nach diesem Mäzenenprinzip und 
keiner regte sich darüber auf. So war also, wie uns geschildert wird, 
die Atmosphäre des Kongresses (Turniers) des sich nun gründenden 
Westdeutschen Schachbundes entspannt: Die Preisgelder waren gering 
und alle Spieler hatten ein gutes Auskommen in ihren Berufen. 

Als das Meisterturnier am Ende des vorgesehenen Programms noch 
immer nicht beendet war, fügte man einfach noch ein paar Spieltage 
hinzu, nun aber mit einem Spielmodus, der solche Pannen zu verhüten 
half, vor allem aber mit dem bis dahin offenbar noch nicht in Betracht 
gezogenen Einsatz von Schachuhren. Man spielte immerhin zwei 
Partien pro Tag und einigte sich auf einen straffen Turnierplan. 

Ich vermute, dass man das und noch viel mehr auf im Turnierbuch 
des WSB nachlesen kann, das unser Partner Niggemann feilhält: 
https://www.schachversand.de/startneu2.htm 

Gelegentliche Rückschläge waren von Gottschall nicht aus der Bahn; 
in der folgenden Partie war es der als "Pillsbury Springer" bekannt 
gewordene Zosse, der von d4 und f4 gedeckt wird und solchermaßen 
am Königflügel erfolgreich nach Hafer suchen kann: 

Pillsbury HN : Gottschall H, Muenchen 1900 [D55] 
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Be7 5.e3 O-O 6.Nf3 b6 7.Bd3 Bb7 
8.cxd5 exd5 9.Ne5 Nbd7 10.f4 Ne4 11.Bxe7 Qxe7 12.O-O c5 
13.Bxe4 dxe4 14.Nxd7 Qxd7 15.dxc5 Qc6 16.cxb6 Rfd8 17.Qe2 Qxb6 
18.Rfd1 Rd3 19.Rxd3 exd3 20.Qd2 Rd8 21.f5 Qc5 22.Qf2 f6 
23.Rd1 a5 24.e4 Rd4 25.Rxd3 1:0 

"Was machen Sie denn so beruflich?" ist eine Frage, mit der man (in 
höflicher gestellter Form!) gut einen Smalltalk grundieren kann. Was 
von Gottschall im Sinne von "Geld und Broterwerb" eigentlich tat, 
ob er von Pensionen, Mieten und Renten leben konnte ... die deutsche 
Wikipedia gibt hier eine Antwort, die ich zur Hälfte skeptisch sehe: 

"Gottschall, Sohn des Schriftstellers Rudolf v.Gottschall (1823 / 1909), 
war von Beruf Rechtsanwalt. Allerdings betätigte sich Gottschall auch 
als Literaturkritiker." 

Das mit dem Rechtsanwalt mag so sein. Jedoch Literaturkritiker ... ? 
Weder sind in dem Wiki "Lexikon" dafür irgendwelche Nachweise 
ersichtlich, noch gelingt es mir, im Internet oder unter Zuhilfenahme 
eigener Kompendien (man riskiert ja eine Staublunge bei so was!) und 
der Hilfe eines eingespannten, normalerweise allwissenden Freundes 
(danke, Stefan Linke!) auch nur eine einzige Zeile dieser Kritiken zu 
finden. Der muss also eher im Untergrund gearbeitet / kritisiert haben. 

Der Mann war aber Herausgeber der leider untergegangen (bzw. in 
eine andere aufgegangene) "Deutsche Schachzeitung". Es fällt mir 
schwer zu glauben, dass man sich allein davon ernähren konnte. 
Nicht nur nebebei schrieb von Gottschall die "Kleine Problem Schule" 
(Leipzig 1885) und weitere Bücher: "Der sechste Kongress des 
Deutschen Schachbundes", Breslau 1889 (Leipzig 1890), "Sammlung 
von Schachaufgaben", (Leipzig 1898/1908), "Adolf Anderssen, 
Altmeister deutscher Schachspielkunst" (Leipzig 1912), ein noch heute 
durchaus lesenswertes Buch, und "Streifzüge durch das Gebiet des 
Schachproblems" (Berlin/Leipzig 1926). Wer mir bis hier gefolgt ist, 
hat gemerkt: von Gottschall war auch Problemkomponist und zwar ein 
richtig guter. 

Die folgende Partie verlor von Gottschall zwar, aber erstens gegen 
Tarrasch, was schon mal vorkommen soll und zweitens mit einem 
recht innovativen Springermanöner (8.Nd1) im Klassischen Franzosen, 
das leider nur wenig wiederholt wurde, obwohl es logisch ausschaut. 
Nur der Sigi mit seinem Qualitätsopfer ... ziemlich brutal, so was: 

Gottschall,Hermann : Tarrasch,Siegbert, Frankfurt 1887 [C14] 
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Be7 5.e5 Nfd7 6.Bxe7 Qxe7 
7.Qd2 O-O 8.Nd1 f6 9.f4 c5 10.c3 Nc6 11.Nf3 cxd4 12.cxd4 fxe5 
13.fxe5 Rxf3 14.gxf3 Qh4+ 15.Qf2 Nxd4 16.f4 Nc2+ 17.Kd2 Qxf2+ 
18.Nxf2 Nxa1 19.Be2 Nc5 20.Rxa1 Bd7 21.Rc1 Rc8 22.b4 Na4 
23.Bb5 Rxc1 24.Bxd7 Rf1 25.Nd3 Nb6 26.Bxe6+ Kf8 27.a4 Ke7 
28.Bg8 Rh1 29.a5 Rxh2+ 30.Kc3 Nd7 31.Bxd5 b6 32.axb6 Nxb6 
33.Be4 g6 34.b5 Re2 35.Bf3 Re3 36.Bg2 Rg3 37.Be4 h5 38.Kd4 h4 
39.Nb4 h3 40.Nc6+ Ke8 41.e6 Nc8 42.Nxa7 Nd6 43.Bd5 Rg1 
44.Ke5 h2 45.b6 Re1+ 46.Kf6 Ne4+ 47.Bxe4 Rxe4 48.b7 Rxf4+ 0:1 

Überrascht war ich, als ich bemerkte, dass auf YouTube mittlerweile 
sogar Schachvideos zu finden sind; einige zeigen einfach die Partien 
mit einem sich sozusagen selbstständig bewegenden Diagramm. Und 
auch Hermann v. Gottschall ist dort mit verewigt, siehe in den Quellen. 

http://www.endgame.nl/dsb.htm 
http://en.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Gottschall 
http://www.schachbund.de/intern/archiv/spieler/index.html 
http://www.chess.com/article/view/deutschen-schachbund-kongreszlig 
http://www.youtube.com/watch?v=tCwpBeH6eKo 
http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Gottschall 
http://www.dieschwalbe.de/personalia230.htm 
http://www.chesshistory.com/winter/extra/rubinstein.html 
http://www.erinnerung.org/gg/haeuser/jahn12.html 
http://www.chessgames.com/perl/chessplayer?pid=19124 

Unter der "Rubinstein Falle" versteht man ein (lehrreiches!) Opfer, 
das darauf beruht, dass die gegnerische Dame auf der Grundlinie kein 
Feld mehr hat und durch einen Läufer "einkassiert" wird. Rubinstein 
siegte so mindestens zweimal, aber auch in einer Gottschall Partie 
kam das Motiv zur Geltung; zu seinem Leidwesen saß unser Held bei 
dieser Gelegenheit auf der falschen Seite des Brettes. 

Bródy,Niklós : von Gottschall, Düsseldorf, 13.Aug.1908 [D37] 
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Nf6 4.Nf3 Be7 5.Bf4 O-O 6.e3 a6 7.Rc1 Nbd7 
8.cxd5 exd5 9.Bd3 c6 10.O-O Re8 11.h3 Nf8 12.Ne5 Ng6 
13.Bg3 Nxe5 14.dxe5 Nd7 [... und nun ...] 15.Nxd5 Nxe5 
16.Nxe7+ Qxe7 17.Bbl Ng6 18.e4 Qg5 19.Kh2 Qb5 20.b3 Be6 
21.f4 Rad8 22.Qc2 Bc8 23.Qf2 Qb4 24.Rcd1 Nf8 25.e5 Be6 
26.f5 Bd5 27.Bh4 Rd7 28.Qg3 Qa5 29.Bf6 g6 30.Qg5 1:0 

"Auch der Mutigste von uns hat nur selten den Mut zu dem, 
was er eigentlich weiß." Friedrich Nietzsche 
- - - 

Die Bücher der sog. "SOS" (das heißt "Secrets of Opening Surprises" 
oder in der deutschen Ausgabe "Schach ohne Scheuklappen") Reihe 
des angesehenen Verlages "New In Chess" zeichnen sich durch äußerst 
ungewöhnliche, überraschende, aber wohl spielbare Eröffnungsideen 
aus, die in halbjährlicher Folge produziert werden. 

Mit der neuesten Ausgabe, der Nr.13, ist die deutschsprachige Editon 
entfallen; es gibt also nur noch Büchlein in englischer Sprache. Das 
finde ich weit weniger ärgerlich als die (eigentlich doch nicht gerade 
verkaufsfördernde?) Gewohnheit der Macher rund um Herausgeber 
Jeroen Bosch, die Varianten ausschließlich mit völlig blödsinnigen 
Phantasienamen zu belegen (was diesem ohnehin schon verbreiteten 
Quatsch weiteren Vorschub leistet) und die dann [auch auf Nachfrage] 
noch nicht mal aufzuschlüsseln! 

So findet der vielleicht interessierte Käufer der aktuellen Nummer 13 
als ausschließliche, nirgendwo weiter erläuterte Inhaltsanbgabe: 

1 Jeroen Bosch - The SOS Files 
2 Arthur Kogan - Sicilian Najdorf: the Czebe Attack 
3 Jeroen Bosch - The North Sea Defence 
4 Simon Williams - The Williams Anti-Grünfeld Variation 
5 Konstantin Landa - The Scotch Game: Carlsen Leads the Way 
usw. bis zur Kapitelnummer 17. 

Nur für ältere Nummern gibt es ein (unverzichtbares) Archiv, das nun 
allerdings mit Diagrammen für inhaltliche Klarheit sorgt, indem die 
Ausganggsstellung der besprochenen Variante dargestellt wird: 
http://www.newinchess.com/Archives/SOSList.aspx?PageID=514 

Warum nun die deutschen Schachhändler diesem leicht erkennbaren 
Mangel nicht durch eigene (klare) Angaben des Inhaltes abhelfen, 
erschließt sich mir nicht. Dabei sind die Büchlein doch zu empfehlen, 
mindestens als kurzweilige Lektüre, aber auch zur Gewinnung neuer 
Ideen! Denn wo steht geschrieben, dass Schach und seine Eröffnungen 
heute stets so gespielt werden müssen wie zu Ossip Bernsteins Zeiten? 

Man denke nur mal an Schirows überraschenden Vorstoß g2-g4 im 
Slawen, der danach rasch sozusagen auf andere Eröfnungen übergriff, 
z.B. auf den Philidor. Und gerade wir im Fernschach, gleichsam das 
Wissenschaftslabor des Schachs, sind ja diejenigen, die neue Ideen 
kreieren und probieren : also ran an die Bretter! 
- - - 

Glucksberg : Najdorf Miguel [Mendel (Mieczyslaw)], 
Warschau 1928 bis Warschau ol (Men) (2), 17.06.1935 [A85] 
1.d4 f5 2.c4 Nf6 3.Nc3 e6 4.Nf3 d5 5.e3 c6 6.Bd3 Bd6 7.O-O O-O 
8.Ne2 Nbd7 9.Ng5 Bxh2+ 10.Kh1 Ng4 11.f4 Qe8 12.g3 Qh5 
13.Kg2 Bg1 14.Nxg1 Qh2+ 15.Kf3 e5 16.dxe5 Ndxe5+ 17.fxe5 Nxe5+ 
18.Kf4 Ng6+ 19.Kf3 f4 20.exf4 Bg4+ 21.Kxg4 Ne5+ 22.fxe5 h5# 0–1 

Bei dieser an sich schon unglaublichen Partie haben wir es mit einer 
sonderbaren Geschichte zu tun; es weiß nämlich niemand, wann und 
wo sie gespielt wurde und wer der Spieler mit weiß war! Die Quellen, 
die ich durchgesehen habe, sind: 
http://www.chessbase.com/espanola/newsdetail2.asp?id=7385 
http://de.wikipedia.org/wiki/Miguel_Najdorf 
http://www.chesshistory.com/winter/extra/najdorf.html 
http://philippinechesschronicles.blogspot.com/2007_11_01_archive.html 

Unklar  ist eigentlich das Wer, Wann, Wo, Warum, gegen Wen: 

Wikipedia weist darauf hin, dass die Partie "1930 (nicht wie oft 
angegeben bei der Schacholympiade 1935, wo er sie aber vorführte) in 
Warschau" gespielt worden sei. Leider sagt uns auch Wikipedia nichts 
Näheres zu den Umständen dieser Partie, noch nicht einmal etwas zur 
Person von Glucksberg. Es gibt aber immerhin einen Link zum 
Schachistoriker Edward Winter (oben unter chesshistory). 

Der Name von Najdorfs Opponenten wird gelegentlich auch als 
'I. Glinksberg' angegeben (auch bei Winter, weiter unten im Faksimile 
eines schwedischen Journals des Jahres 2005). 

Siep H. Postma (in: Schaakromanticus Miguel Najdorf, Venlo / 
Antwerpen 1996) nennt 1930 als Jahr und fand 'B. Glucksberg' als 
Namen passend ... warum, bleibt ebenso unklar wie die Präferenz 
aller anderer Autoren für irgendeinen abweichenden Namen. 

Nicolás Capeika Calvo (in: Miguel Najdorf El hijo, Buenos Aires 
2002) hat nichts gegen den Namen Glucksberg, verschiebt die Partie 
aber (warum?) in das 'Turnier in Warschau 1935'. 

Damit nicht genug, verwirrt uns Liliana Najdorf (in: Najdorf x 
Najdorf, Buenos Aires, 1999) damit, dass Weiß 'Ignacio Gliksberg' 
gewesen sei und nennt obendrein auch noch einmal 1928 (!) und 
einmal 1935 als Jahr. 

Der philippinische (!) 'Chess Chronicle' schrieb im Artikel 'Chess 
Magic' über die Partie und vermutete hier nur noch (resignierend), 
dass dieser "gewisse Glucksberg" wohl wie Najdorf ein polnischer 
Jude gewesen sei (' by the sound of his name most likely a Polish Jew 
like Najdorf ') und schafft es, binnen weniger Zeilen die Partie erst in 
Warschau 1929 und dann, im pgn Header, in Warschau 1935 spielen 
zu lassen. Applaus, meine Herren. 

Es ist verwunderlich, dass anscheinend niemand den lange lebenden 
Miguel Najdorf einmal nach den Umständen der Partie gefragt hat; er 
war ein großzügiger, charmanter Mann, der gewiss geantwortet hätte. 

Mir genügte diese kleine Übersicht, um nicht weiter nach der Person 
des Glucksberg ... Glinksberg ... Gliksberg ... Ausschau zu halten. 
Ursprünglich wollte ich nur seinen Vornamen in die pgn eintragen, 
um sauber archivieren zu können ... so beginnen Detektivromane. 

- Ralf Mulde - 

Zuletzt geändert am 08.10.2011