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Newsletter-Archiv



Newsletter-Archiv des DESC

Newsletter 2009-03-09

Newsletter des DESC ... Nr. 10 / 2009, Montag, 09. März 2009
---------------------

01. Die VM2009 des DESC, Dein Vierer-Mannschafts-Turnier
02. Friedrich Irmer: Frisierte Pyramidennachrichten
03. Robert Klein: Neue Thementurniere: Deine Chance!
04. Thomas Urlau: Zwei Hauptturniere der Meisterschaft 2007
05. Jörg Kracht: Hier sind die Siegerturniere
06. Eintritte. Austritte. Willkommen, Freunde!
07. Ralf Mulde: Die Mannschaftskämpfe des DESC
08. Josef Schmitz: Das Schweizer System ... ohne Bankschließfach
09. Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt <da draußen>


1. Die VM2009 des DESC, Dein Vierer-Mannschafts-Turnier

Wir sind jetzt kurz vor der Zielgeraden, Leute! Heute ist der 9.März
und der Meldeschluss ist der 19.März. Das sind noch 240 Stunden.
Kein Grund zur Panik, aber die Bewegungen sollten jetzt schon mal
etwas flotter werden ... meldet Euch an! Jetzt!

http://www.desc-online.de/vm/2009/teilnehmer.php?turnier=VM2009

Aktuell sind es jetzt 19 gemeldete Teams, darunter vier des DESC;
aus dem internationalen Bereich begrüßen wir aktuell eine Crew aus
Algerien, zwei aus Brasilien, eins aus Malta (ja, die mit dem Falken ...)
und eins aus Serbien und eins aus der Schweiz ... es folgt wohl noch
eins aus den USA (der IECC) ... es fehlt nur noch Südost-Kirgisien.
Ralf Rennert überlegt angeblich, das Turnier von VM2009 in WM2009
umzutaufen, wird aber von den Kollegen wenn nötig mit Gewalt daran
gehindert.

- Hey! Du hast noch keine Mannschaft? Möchtest aber gerne spielen?
Kein Problem! Das kriegen wir schon hin! Melde Dich jetzt bei
Ralf Rennert ( ralf@desc-online.de ) oder auch bei Ralf Mulde
( ralf@pop.ms ).

Dein Team sucht noch einen Spieler? Auch Euch kann vermutlich
geholfen werden! Meldet Euch wiederum bei Rennert oder Mulde!
Diese Teufelskerle werden für Euch eine Lösung finden.

Vergesst aber bitte nicht: Anmeldeschluss ist schon am 19. März 2009.



02. Friedrich Irmer: Frisierte Pyramidennachrichten

Diese Woche ist wieder ein Neuzugang in der Pyramide zu
verzeichnen: Robert Cossmann aus Luxemburg ist jetzt auch mit auf
Ebene 15 dabei. Herzlich Willkommen und viel Spaß und Erfolg!
Als ersten Gegner hat er sich Andreas Tennstedt auf Ebene 12
ausgesucht. Ihre Partie beginnt am 22.03.09.

Der letzte Woche frei gewordene XXX-Platz wurde diese Woche
intensiv benutzt: Dietmar Schneider kletterte deshalb von Ebene 9
auf Ebene 7 und Frank Malewicz von Ebene 12 auf Ebene 9.

Trotz des leichten Aufstiegs über einen XXX-Platz sind echte Spieler
doch sehr viel beliebtere Ziele:
Kaum hat Dietmar Schneider die Ebene 7 erreicht, wird er schon von
Roland Schmidt aus Ebene 11 herausgefordert. Diese Partie beginnt
am 21.03.09.

Und ganze 4 Stunden (!) Pause hatte Ralf Brüning auf Ebene 5 bevor
er sich der Herausforderung von Peter Krause (Ebene 6) stellen musste.
Ihre Partie P2009.021 beginnt am 15.03.09.

Und schließlich endete noch eine weitere Partie im Spitzenfeld:
Uwe Möller (Ebene 5) und Manfred Dorer (Ebene 3) trennten sich in
der Partie P2008.099 mit einem Remis.
Natürlich muss sich Manfred sofort wieder einem Gegner aus Ebene 5
stellen. Und siehe da, Rolf Plümmer stand bereits auf der Warteliste
bereit. Ihre Partie P2009.025 beginnt am 18.03.09.

Und Uwe Möller, ach ja, der hat sich auch gleich wieder auf die
Warteliste setzen lassen.

Zu ihrer Unterhaltung bringen wir nun den "Barbier von Sevilla".
[... denn in der Pyramide wird eben jeder rasiert, gelle ? -rm-]



03. Robert Klein: Neue Thementurniere: Deine Chance!

Die Thementurniere T0187 Läuferspiel und T0190 Russisch wurden
von mir mangels Interesse geschlossen und neu ausgeschrieben.

Das T0187 erlebt deshalb nun seine vor-österliche Wiedergeburt als
"Schottische Partie" und das T0190 nun als "Zweispringerspiel im
Nachzug"


T0187 [Schottische Partie]

Die Ausgangszüge: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4

Die Bezeichnung geht auf Fernpartien zurück, die 1824 zwischen
London und Edinburgh gespielt wurden. Diese Eröffnung war lange
Zeit nur selten in der Turnierpraxis anzutreffen, denn jahrelang dachte
man, Weiß könne damit keinen Vorteil erreichen.

Erst 1990 übernahm Kasparow die Schottische Partie mit neuen
Ideen und hauchte ihr frisches Leben ein. Seitdem kam die Eröffnung
in rund zwanzigtausend elektronisch erfassten Partien vor, und sie ist
heute - nach der Spanischen Partie – die meistgespielte Eröffnung nach
1. e4 e5. - Quelle: Holzgieser auf schachtrainer.de


T0190 [Zweispringerspiel im Nachzug]

Die Ausgangszüge: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Lc4 Sf6

Wer in der schottischen Partie nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 nicht
4.Sxd4 spielt, sondern in das das Schottische Gambit mit 4.Lc4
überleiteten möchte, sieht sich des öfteren nach 4. ... Sf6 dem
Zweispringerspiel im Nachzug ausgesetzt.

Diese Art der Eröffnungsbehandlung ist nicht ganz ungefährlich ....
für beide Seiten! Im taktischen Bereich müssen beide Spieler eine
Meisterleistung vollbringen, um in dieser anspruchsvollen Eröffnung
nicht bereits nach wenigen Zügen den vollen Punkt abzugeben. Wer
seine taktischen Fähigkeiten überprüfen möchte, ist hier bestens
aufgehoben.

Deine Anmeldung sendest Du  nimmt wie immer an das Turnierbüro
[ Turnierbuero@desc-online.de ] . Vorschläge für Thementurniere sind
natürlich immer herzlich willkommen.



04. Thomas Urlau: Zwei Hauptturniere der Meisterschaft 2007

Das Hauptturnier MH 2007 SF/1 wurde beendet und der Sieger steht
damit natürlich fest. Es ist der jedem aus Film und Pyramide bekannte
Schachfreund Friedrich Irmer.

Herzlichen Glückwunsch! Frierich erreichte ist mit dem sagenhaften
Ergebnis von 100 Prozent die nächste Runde; besser geht es nicht.

Aber auch die Schachfreunde Ganzer, Mack und Martins haben den
Sprung in die Folgerunde geschafft und auch Schachfreund Liebeskind
gelang gerade noch als punktbestem Fünften die Qualifikation für die
nächste Runde – daran sieht man: Es kann immer noch was drin sein!

Ich bedanke mich für die fast reibungslose Zusammenarbeit und
wünsche viel Erfolg bei Euren anderen Partien im DESC. Die Tabelle:

1 Irmer,Friedrich .......... 8.0 Pkt. = 100 % !!!
2 Ganzer,Michael ........... 5.5 Pkt.
3 Mack,Juergen ............. 5.0 Pkt. ... 13.25
4 Martins,Karin ............ 5.0 Pkt. ... 12.75
5 Liebeskind,Rolf-Dieter ... 4.5 Pkt.
6 Henke,Simon .............. 4.0 Pkt.
7 Burgau,Thomas ............ 3.0 Pkt.
8 Hruschka,Walter .......... 0.5 Pkt. .... 0.25
9 Scheller,Dieter .......... 0.5 Pkt. .... 0.25

Die Einzelergebnisse bestaunt Ihr hier:
http://www.desc-online.de/st/meisterschaft/2007/set.htm

Die parallele Gruppe Sf/02 im Hauptturnier MH 2007 SF/2 der 2007er
Meisterschaft des DESC wurde ebenfalls beendet und es siegte denkbar
knapp nach Feinwertung Schachfreund Maik Brinkaemper. Herzlichen
Glückwunsch! Maik ist eine Runde weiter. Aber auch die Schachfreunde
Hachenthal, Rusack und Herbert haben die nächste Runde erreicht. - Ich
bedanke mich für die fast reibungslose Zusammenarbeit. Viel Erfolg bei
Euren anderen Partien im DESC. Hier die Tabelle:

1 Brinkaemper,Maik 6.0 Pkt. ... 21.00
2 Hachenthal,Manfred 6.0 Pkt. ... 19.75
3 Rusack,Burghard 5.5 Pkt.
4 Herbert,Martin 5.0 Pkt.
5 Kreuchauf,Olaf 4.0 Pkt. ... 13.25
6 Heilmann,Michael 4.0 Pkt. ... 11.50
7 John,Guenter 2.5 Pkt.
8 Oppelender,Jakob 1.5 Pkt. ... 6.50
9 Stoelzel,Werner 1.5 Pkt. ... 2.75

Die Details des spannenden Turniers findet Ihr hier:
http://www.desc-online.de/st/meisterschaft/2007/set.htm



05. Jörg Kracht: Hier sind die Siegertypen: STS082 / STS083

Das Turnier STS082 ist beendet. Die Sieger stehen mit Udo Totorat
und Arndt Räßler ja schon seit einiger Zeit fest.

Name ... (Elo) ... Punkte       ...     Prozent ...     Sonneb.Ber.
1.) Udo Totorat (2235) ..... 4,0 ... 66,7 ... 10,75
2.) Arndt Räßler        (2275) ..... 4,0        ... 66,7        ... 09,75
3.) Gerhard Limley      (?) ..... 3,5   ... 58,3        ... 09,00
4.) Uwe Wolter  (2100) ....... 3,0      ... 50,0        ... 09,00
5.) Peter Holtorf (2137) ... 3,0        ... 50,0        ... 07,25
6.) Roland Markus (2117) ... 3,0        ... 50,0        ... 07,25
7.) Werner Bär  (2083) ....... 0,5      ... 08,3        ... 01,50

Udo und Arndt möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich zum
Turniersieg gratulieren, mich aber auch bei allen Spielern für den
komplikationslosen Verlauf bedanken.

Und zugleich ist auch das Turnier STS083 beendet.
Gemeinsam haben Roland Markus und Werner Mann den 1.Platz belegt.

Name ... (Elo) ... Punkte       ...     Prozent ...     Sonneb.Ber.
1.) Roland Markus       (2138) ..... 4,5         ... 75,0       ... 11,75
1.) Werner Mann (2216) ....... 4,5       ... 75,0       ... 11,25
3.) Christian Nittel    (1858) ... 3,0 ... 50,0 ... 08,75
4.) Werner Bär   (2101) ......... 3,0 ... 50,0 ... 08,00
5.) Ralf Mulde   (2119) ......... 2,5 ... 41,7 ... 05,00
6.) Friedhelm Rohde (2176) .... 2,0 ... 33,3 ... 06,75
7.) Roland Schmidt      (1733) ..... 1,5         ... 25,0       ... 03,50

Euch allen noch eine schöne Woche, insbesondere aber natürlich
weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Euren Partien im DESC!

Und im STS090 sind noch drei Plätze frei ... !

[Ein deutlicher Wink mit dem Springerhuf! -rm-]



06. Eintritte. Austritte. Willkommen, Freunde!

Es gibt Zeiten, in denen bewegt sich einfach nichts. Zum Glück gilt
das sowohl für die Eintritte wie auch für die Austritte: Es gibt keine.



07. Ralf Mulde: Die Mannschaftskämpfe des DESC

Gleichsam <bei Durchsicht meiner Bücher> wurde ich an mir selbst
irre: Hatte ich etwa eine, die letzte Partie des sonderbar verlaufenden
Wettbewerbs mit dem tschechischen Mapejk einzutragen vergessen?
Die konnten doch wohl nicht immer noch ... oder etwas doch? Meine
mail an Martin Herbert ergab: Doch, die konnten.

Allerdings teilte er mir mit, dass sein Gegner in Kuba nun im nächsten
Zug zwingend matt sei. Warum der dann nicht aufgab, erschließt sich
niemandem und ist vielleicht nur mit einem dem Klima geschuldeten
Temperaments-Unterschied zu erklären. Das Ganze wird also satt mit
23.0 – 17.0 für uns enden; eine Wiederholung ist von uns nicht geplant.

Gegen die SCCA ist noch nicht allzuviel passiert. Das erste Remis
wurde vereinbart und bald werden wir die ersten Informationen
sammeln, wie es an den einzelnen Brettern aktuell aussieht. Wir sind
hier immerhin an 15 Brettern gleichzeitig zugange, was beiden Clubs
einen gewissen organisatorischen Aufwand abverlangte. Aktuelles
findet sich immer zuerst unter
http://www.desc-online.de/treffpunkt/forum/yabb/YaBB.cgi?board=geV4R2t;action=display;num=1231952665

Gegen den IECC aus den USA haben wir unsere Führung, die schon in
den ersten Wochen entstand, ruhig und sicher halten können. Es steht
jetzt 14.0 – 12.0 für uns und es gibt einige Bretter, an denen es nicht so
schlecht für uns aussieht. Nachdem der eingewechselte Team-Captain
des DESC unlängst auch einen Sieg einfahren konnte, waltete auf der
Seite des IECC Captains Conrad Goodman erstmal Funkstille.

Auf Vermittlung des international mit vielfältigen Kontakten gesegneten
Jörg Kracht bahnen sich gerade zwei weitere, kleinere Wettkämpfe an;
der eine mit Nicaragua und der andere mit Algerien. In beiden Fällen
aber sind die Einzelheiten (Anzahl der Bretter etc.) noch nicht einmal
andiskutiert worden. Die Organisation der VM2009 hat eben auch auf
unserer Seite zusätzlich ein paar Kräfte gebunden.



08. Josef Schmitz: Das Schweizer System ... ohne Bankschließfach

Für die wenigen, die mit dem Gardeschweizer noch nicht so vertraut
sind, hier ein kleiner Leitfaden. Eigentlich hatte die Redaktion den
(fast) neuen Turnierleiter der Gardeschweizer <nur> um eine kleine
Erläuterung des ungewöhnlichen Namens dieser Turnierform gebeten;
herausgekommen ist ein brillanter Essay, in dem vor allem das
<Schweizer System> im Mittelpunkt steht. -rm-

Der putzige Name leitet sich tatsächlich von der <Schweizergarde>
ab, die seit dem Mittelalter für die Sicherheit und Verteidigung des
Papstes und der Vatikanstadt tätig ist.

Das Schweizer System ist uns aus dem Schach geläufig, kann aber
auch zum Beispiel im Pétanque, Go oder Bridge, also prinzipiell in
allen Zwei - Personen- oder Zweier-Mannschaften-Turnieren (etwas
modifiziert) eingesetzt werden. Es wird angewendet, wenn es wegen
der großen Teilnehmeranzahl schon allein aus Zeitgründen nicht
möglich sein wird, wie im Rundenturnier <jeder gegen jeden> spielen
zu lassen.

In jeder Runde sollen Spieler (oder Teams) gegeneinander antreten,
die im bisherigen Turnierverlauf vergleichbare Ergebnisse (gleich
viele Punkte) erzielt hatten, wobei jedoch ausgeschlossen wird, dass
zwei Spieler bzw. Teams zweimal aufeinandertreffen. Reihenfolgen
und Gegner des Aufeinandertreffens ergeben sich also erst während
des Turnierverlaufs. Auf diesem Wege ist die Aussagekraft für die
Rangliste einzelner Partien deutlich größer, als wenn Partien zufällig
gelost werden würden.

Diese Turnierform findet man gerade bei Schach-Turnieren: Im
Schach sind Unentschieden sehr häufig [nicht wahr, Herr Kramnik?
 -rm-], so dass ein k.-o.-Turnier zunächst recht problematisch zu sein
scheint [dazu unten Thomas Urlau! -rm-], denn jede einzelne Runde
müsste über die Distanz von mehreren Partien ausgetragen werden
(und selbst dann muss kein Sieger feststehen).

Obendrein sollen Turniere nicht nur einen Sieger bestimmen, sondern
oft auch für andere Teilnehmer im Spiel um Platzierungen interessant
bleiben. Weil ein Schachspiel jedoch nur drei mögliche Ausgänge
(Sieg, Unentschieden oder Niederlage) kennt, sind Punktgleichheiten
bei Turnieren nach dem Schweizer System unvermeidbar.

Warum Schweizer System?

Das <Schweizer System> wird im Schach und bei ähnlichen
Wettkämpfen benutzt, um Paarungen festzulegen. Das erste Mal
wurde sie bei einem Schachturnier in Zürich am 15. Juni 1895
verwendet. Als Erfinder wird Julius Müller genannt.

Das <Schweizer System> wird vor allem bei Turnieren mit großem
Teilnehmerfeld angewendet, weil aus zeitlichen Gründen nicht <Jeder
gegen Jeden> spielen kann. In der ersten Runde spielen die nach
Rating sortierten Teilnehmer gewöhnlich mit der oberen Hälfte gegen
die untere. Danach spielen die Teilnehmer gegeneinander, die gleich
viele Punkte aufweisen, ohne dass im Turnierverlauf zwei Spieler
mehrfach aufeinander treffen dürfen.

Gibt es für einen Spieler keinen Kontrahenten mit gleich vielen
Punkten, wird er der nächsten Gruppe zugeteilt. Zusätzlich soll
möglichst jeder Spieler möglichst gleich oft Schwarz bzw. Weiß
erhalten. Innerhalb einer Punktgruppe werden außerdem die Spieler
nach der Setzliste, d. h. nach Spielstärke, sortiert und es treffen
möglichst die Spieler aus der oberen Hälfte auf die Spieler aus der
unteren Hälfte.

Durch dieses System gibt es in jeder Runde interessante Partien, weil
fast jede Partie einen direkten Platzierungskampf zwischen zwei
ähnlich starken Spielern darstellt; aus diesem Grund ist es eben auch
nicht nötig, <Jeden gegen Jeden> spielen zu lassen. Allerdings hat das
<Schweizer System> den Nachteil, nur an der Spitze und am Ende der
Tabelle gut zu differenzieren. Im Mittelfeld sind unterschiedliche
Platzierungen in der Regel wenig aussagekräftig.

Bei Punktegleichstand nach Turnierende entscheidet bei Turnieren
nach dem Schweizer System meistens die Buchholz-Wertung darüber,
welcher Spieler besser platziert ist. Weil die Buchholz-Wertung den
Nachteil hat, dass die Wertung oft vom Zufall (es werden die Spieler
benachteiligt, die ein Freilos bekommen haben oder die gegen einen
Spieler antreten mussten, der später vom Turnier zurückgetreten ist)
oder den Leistungen Dritter abhängt (es kann passieren, dass Ergebnisse
aus dem Mittelfeld über die Reihenfolge an der Spitze entscheiden),
gibt es alternative Wertungsverfahren. So kann etwa einfach der Rating -
Durchschnitt der Gegner als Maßstab benutzt werden oder, wie im
<Sum of progress> (Fortschrittswertung) System, der Spieler belohnt
werden der  von Anfang an vorne mitspielte.

Gleiche Punktzahl und dann?

Weisen nach einer Runde mehr als zwei Spieler die gleiche Punktzahl
auf, gibt es mehrere Systeme, die jeweils für die nächste Runde
anzusetzenden Paarungen zu bestimmen.
a) Zunächst wird man versuchen, über den  quantitative Ausgleich der
Weiß- und Schwarzpartien einige Paarungen auszuschließen.
b) Man kann auch einfach auslosen, was aber natürlich dem Zufall
großen Raum gibt, so dass die Ergebnisse leicht Verzerrungen erleiden
könnten.
c) Man kann auch die in der Rangliste direkt benachbarten Teilnehmer
gegeneinander losen: Es wird jeweils der erste der Rangliste gegen den
zweiten, der dritte gegen den vierten usw. gesetzt. Gewinnt nun in jeder
Paarung der nominell stärkere Teilnehmer, so führen nach acht Runden
und 512 Teilnehmern die Nummer 1 und 257 des Ausgangsfeldes das
Turnier gemeinsam an , ohne dass aber die Nummer 257 gegen einen
nominell stärkeren Teilnehmer gespielt hat.
Dieses Verfahren sorgt schon in den ersten Runden für interessante
Paarungen, allerdings auf Kosten der Genauigkeit der Endtabelle.

d) Paarung über Hälftenbildung: Die Teilnehmer mit jeweils gleicher
Punktzahl werden zum Beispiel nach ihrer Spielstärke / Rating in zwei
Hälften geteilt. Dann wird bevorzugt der erste der oberen Hälfte gegen
den ersten der unteren Hälfte usw. gepaart. Nach acht Runden führen in
dem Beispiel die Nummer 1 und 2 des Ausgangsfeldes ohne dass sie
gegeneinander gespielt haben. Dieses System fördert eine Trennung
guter und schlechter Spieler und vernachlässigt die genaue Bestimmung
der Rangfolge der guten Spieler untereinander.

Das so genannte beschleunigte System liegt zwischen diesen beiden
Punkten, statt Hälften werden allerdings Viertel gebildet und das erste
gegen das zweite und das dritte gegen das vierte Viertel gepaart.

Bewertung

Das Schweizer System liefert durchaus akkurate Resultate in den
oberen Rängen (Platz 1, Platz 2), ebenso in den untersten (letzter,
vorletzter); die Rangordnung im Mittelfeld ist jedoch stark vom
Zufall abhängig. Um einen eindeutigen Sieger zu ermitteln, benötigt
man nach dem Schweizer System im allgemeinen gleich viele Runden
wie nach dem K.-o.-System; es werden zumeist auch mindestens so
viele Runden gespielt. Im Gegensatz zum K.-o.-System bedeutet eine
einmalige Niederlage jedoch nicht das Ausscheiden aus dem Turnier.

Werden in einem Turnier mit n Teilnehmern n-1 (gerades n) bzw. n
(ungerades n) Runden gespielt, so geht das Schweizer System in ein
Rundenturnier <Jeder gegen jeden> über: Je mehr Runden gespielt
werden, desto genauer wird theoretisch die durchgehende Reihung.
Jedoch kann es in der zweiten Hälfte eines solchen <Rundenturniers>
passieren, dass eine neue Runde nicht mehr ausgelost werden kann,
ohne dass zwei Spieler zweimal aufeinander treffen.

Die Bedeutung der letzten Runden für die Platzierung am Ende ist sehr
hoch, dabei fallen viele Entscheidungen meist nicht mehr im direkten
Vergleich, sondern im "Fernduell".

Josef Schmitz, Turnierleiter, Josef@desc-online.de



09. Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt <da draußen>

Wenn in einer Partiekommentierung ein Satz auftaucht wie dieser
< ... versetzt dem hin und her taumelnden schwarzen Wanderkönig
den präfinalen Todesstoß. ...>, ahnt der erfahrene Leser einmal mehr
den köstlichen Dr.Helmut Pfleger in der WELT am Werk:

<Der Jugendweltmeister Arik Braun konnte in einem dramatischen
Finale die deutsche Meisterschaft in Saarbrücken gewinnen, nachdem
er seinen Nationalmannschaftskameraden David Baramidse in der
Schlussrunde besiegte. In der vorletzten Runde war ihm schon ein
fantastischer Angriffssieg gegen Großmeister Rainer Buhmann
gelungen, wobei er nach mehreren Opfern und einem wilden
Königstreiben den feindlichen König schließlich in der Brettmitte
mattsetzte.

Braun – Buhmann, Caro-Kann, Panow-Angriff

1.c4 c6 2.e4 d5 3.exd5 Sf6!?

{Nach 4.dxc6 Sxc6 erhielte Schwarz gute Kompensation für den
geopferten Bauern.}

4.d4 cxd5 5.Sc3 e6 6.Sf3 Lb4 7.cxd5 Sxd5 8.Ld2 Sd7?! 9.Ld3 Sd7-f6
10.0-0 Le7 11.Se5 0-0 12.Lg5 Ld7 13.Df3 Lc6 14.Dh3

{Das droht 15.Sxd5 Lxd5 16.Lxf6 Lxf6 17.Dxh7 matt.}

14. ... g6 15.Tad1 Tc8 16.Tfe1 Sh5 17.Lh6 Sdf4

{Aber ja nicht 17...Te8? 18.Sxf7! Kxf7 19.Dxe6 matt.}

18.Dg4 Sxd3?! {Besser war 18...f5! 19.Sxc6 fxg4 20.Sxd8 Tf8xd8.}

19.Txd3  {Mit der ekelhaften Drohung 20.Dxh5! gxh5 21.Tg3+.}

19. ... Sg7 20.Df4 Ld5 21.Th3 g5!?

{Diese Lockerung des Bauernschildes war wegen der Drohung
22.Lxg7 Kxg7 23.Dh6+ nebst Matt erzwungen.}

22.Dd2 f6 23.Dd3!

{Das leitet unter Opfern einen herrlichen Mattangriff ein.}

23. ... fxe5 24.Lxg7 e4 25.Sxe4 Kxg7

{Nach dem vorherigen Springeropfer zerren nun ein weiteres Turm-
und Springeropfer den schwarzen König gewaltsam ins Freie, wo ihn
schließlich die kleine weiße Reststreitmacht mithilfe von zwei kleinen
Bäuerlein mattsetzt.}

26.Txh7+! Kxh7

{Auch 26...Kg8 half wegen 27.Sd6! Tf6 (27...Dxd6 28.Dg6 matt)
28.Dh3 Dxd6 29.Th8+ Kf7 30.Dh7 matt nicht.}

27.Sxg5++ {Doppelschach!} 27. ... Kh6 28.Dh7+ Kxg5 29.Dg7+ Kh5
30.g4+ Kh4 31.Dh6+ Kxg4 32.h3+!

{Dieser Schutzbauer des weißen (!) Königs versetzt dem hin und her
taumelnden schwarzen Wanderkönig den präfinalen Todesstoß.}

32. ... Kf5 33.Te5 matt.

{Man kann verstehen, dass Großmeister Klaus Bischoff, der Dritter
wurde, Arik Braun als äußerst gefährlichen Kombinatoriker ansieht.
http://www.welt.de/wams_print/article3337847/Matt-im-freien-Feld.html#reqNL }


Seltsamerweise war in den ganz großen Turniersälen dieser Welt in
dieser Woche nicht ganz so viel los. Das Mini-Turnier in Linares ist
ja eher in einer Telefonzelle als auf großem Parkett unterzubringen,
das zählt also nicht; außerdem beginnt gerade eine Europameistersch.
und den Frauen ist eingefallen, dass sie ja eigentlich auch ganz prima
einen Grand Prix ausspielen könnten, wofür sich anscheinend sogar
eine Finanzierung gefunden hat. Von beidem werden wir kommende
Woche ein paar Züge sehen können. Hier erst noch etwas anderes:

Minasian – Aleksandrov, Aeroflot Open 2009 (8.12), 2009, A05
1.Nf3 Nf6 2.g3 b5 3.Bg2 Bb7 4.Na3 a6 5.c4 b4 6.Nc2 e6 7.0–0 c5
8.a3 bxa3 9.bxa3 Be7 10.d3 0–0 11.Rb1 Bc6 12.Bd2 d6 13.Qe1 Ba4
14.Ne3 Nc6 15.Nd1 Na7 16.Ba5 Qc8 17.Nc3 Bc6 18.e4 Nd7 19.d4 cxd4
20.Nxd4 Ne5 21.c5 dxc5 22.Nxc6 Naxc6 23.Na4 Rb8 24.Bb6 Nd4
25.f4 Nc4 26.e5 Nb5 27.Ba5 Qd7 28.Bc3 Nxc3 29.Nxc3 Qd4+
30.Kh1 Ne3 31.Rxb8 Rxb8 32.Rf3 Nxg2 33.Kxg2 Rb3 34.a4 c4
35.Qf2 Qxf2+ 36.Kxf2 Rb2+ 37.Ne2 Bb4 38.f5 exf5 39.Rxf5 Bd2
40.e6 fxe6 41.Rc5 c3 42.Kf3 Rb4 43.a5 Ra4 44.Nf4 Ra2 45.Nd3 c2 0–1

Ehlvest – Vitiugov, Aeroflot Open 2009 Moskau (6.7), 2009, A13
1.c4 Nf6 2.Nf3 e6 3.g3 d5 4.Bg2 dxc4 5.Qa4+ c6 6.Qxc4 b5 7.Qb3 Bb7
8.0–0 Nbd7 9.d4 a6 10.Ne5 Nxe5 11.dxe5 Nd7 12.Nc3 Nxe5 13.Ne4 c5
14.Qc3 Ng6 15.Be3 Qc7 16.Nxc5 Bxg2 17.Kxg2 Be7 18.Rac1 0–0
19.Nd3 Qxc3 20.Rxc3 Bf6 21.Rc5 Ne7 22.g4  remis

Minasian – Smirin, Aeroflot Open 2009 (3.18), 2009, A29
1.g3 e5 2.c4 Nf6 3.Bg2 d5 4.cxd5 Nxd5 5.Nc3 Nb6 6.Nf3 Nc6
7.0–0 Be7 8.d3 0–0 9.Be3 Re8 10.Rc1 Bf8 11.Ne4 Nd4 12.Nc5 Nxf3+
13.Bxf3 c6 14.Qb3 Bxc5 15.Bxc5 Be6 16.Qa3 Qd7 17.e4 Bg4
18.Bxg4 Qxg4 19.f4 Nd7 20.Bd6 exf4 21.Rxf4 Qe6 22.Rcf1 f6
23.h4 Kh8 24.d4 a5 25.Re1 Nb6 26.Bc5 Nc4 27.Qc3 b6 28.b3 bxc5
29.bxc4 cxd4 30.Qxd4 h6 31.Qc3 a4 32.Rf5 a3 33.Qb4 Reb8
34.Qc3 Ra4 35.Rc1 Rbb4 36.Ra5 Qxe4 37.Re1 Rb1 0–1

Makropoulou (2262) – Nalbandian (2471)
25e Open de Cappelle la Grand (3), 02.03.2009, B03
1.e4 Nf6 2.e5 Nd5 3.d4 d6 4.c4 Nb6 5.exd6 exd6 6.Nc3 Nc6 7.h3 Bf5
8.Be3 Be7 9.Nf3 0–0 10.Rc1 Bf6 11.b3 Re8 12.Be2 d5 13.c5 Nc8
14.0–0 h6 15.Re1 N8e7 16.a3 Be4 17.g4 Ng6 18.b4 a6 19.Qd2 Qd7
20.Rcd1 Rad8 21.Nh2 Nh4 22.a4 Bg2 23.b5 axb5 24.axb5 Na5
25.Bxh6 Nb3 26.Qf4 Be4 27.Nxe4 Rxe4 28.Qg3 Nxd4 29.Rxd4 Bxd4
30.Qxh4 gxh6 31.Nf3 Bg7 32.Nd2 Qe7 0–1

Zhigalko – Milov, Aeroflot Open 2009 Moskau (1.8), 2009, B06
1.e4 d6 2.d4 g6 3.g3 Bg7 4.Bg2 c5 5.c3 Qa5 6.Nd2 cxd4 7.Nb3 Qb6
8.cxd4 a5 9.Ne2 a4 10.Nd2 Nc6 11.Nf3 Bg4 12.Be3 Qa5+ 13.Kf1 Nf6
14.h3 Bd7 15.Nd2 0–0 16.a3 Qd8 17.Kg1 h5 18.Rc1 Nh7 19.Kh2 h4
20.g4 e5 21.Nc4 Ra6 22.d5 Ne7 23.Nc3 b5 24.Nd2 f5 25.f3 Kh8
26.Bf1 Qe8 27.Qe2 Qb8 28.Nxb5 fxe4 29.Nc7 Rb6 30.Bxb6 Qxb6
31.Nxe4 Bh6 32.Rc3 Nf5 33.Ne6 Bxe6 34.dxe6 Nd4 35.Qf2 d5
36.e7 Re8 37.g5 Nxg5 38.Nxg5 Bxg5 39.Rg1 Qf6 40.Rc7 Rxe7
41.Rxe7 Qxe7 42.Rg4 Qf6 43.Kg2 Kg7 44.Bd3 Ne6 45.Rxa4 Nf4+
46.Rxf4 Bxf4 47.a4 Qg5+ 48.Kf1 Be3 49.Qg2 Qf6 50.Ke2 Bg5
51.Qg4 Kh6 52.Qc8 e4 53.fxe4 Qxb2+ 54.Kf1 Qf6+ 55.Ke2 Qb2+
56.Kf1 Qf6+  remis

WenYang – Akobian, Aeroflot Open 2009 Moskau (1.32), 2009, B07
1.e4 d6 2.d4 Nf6 3.Nc3 c6 4.g3 e5 5.Nge2 Qc7 6.a4 Nbd7 7.Bg2 Be7
8.0–0 0–0 9.h3 b6 10.Be3 Re8 11.Qd2 a6 12.g4 Nf8 13.Ng3 Ne6
14.Nce2 Bb7 15.d5 cxd5 16.exd5 Nf8 17.f4 exf4 18.Nxf4 Ng6
19.Bd4 Nd7 20.Nfh5 Nde5 21.Ra3 b5 22.Nf5 Bf8 23.Rc3 Qd7
24.Qf2 Kh8 25.a5 Rac8 26.Rg3 b4 27.Kh2 f6 28.g5 fxg5 29.Rxg5 Qf7
30.Qg3 Qg8 31.Ne3  remis

Nepomniachtchi – Yudin, Aeroflot Open 2009 (8.14), 2009, B07
1.e4 d6 2.d4 Nf6 3.Nc3 g6 4.h3 Bg7 5.Be3 c6 6.g4 b5 7.Bg2 Bb7
8.g5 Nfd7 9.h4 e5 10.d5 b4 11.dxc6 Nxc6 12.Nb5 0–0 13.Qxd6 Nb6
14.0–0–0 Nd4 15.Qxb4 Rc8 16.Nxd4 exd4 17.Bxd4 Qc7 18.c3 Bxd4
19.Rxd4 Qf4+ 20.Kc2 Qxf2+ 21.Rd2 Qg3 22.b3 Rfd8 23.c4 Qe3
24.Rh3 Qxg1 25.Kb2 Ba6 26.Rh1 Qe3 27.Rxd8+ Rxd8 28.Rc1 Nxc4+
29.bxc4 Qg3 30.Qa5 Rb8+ 31.Ka1 Qxg2 32.Rb1 Rxb1+ 33.Kxb1 Qf1+
34.Kb2 Qe2+ 35.Ka3 Qd3+ 36.Kb2 Qd4+ 37.Ka3 Bxc4 38.Qb4 Kg7
39.e5 Qe3+ 40.Ka4 Bxa2 41.e6 Qb3+ 0–1

Yudin – Milov, Aeroflot Open 2009 Moskau (3.27), 2009, B08
1.e4 g6 2.d4 Bg7 3.Nc3 d6 4.Be3 a6 5.a4 Nc6 6.h3 Nf6 7.Nf3 0–0
8.Be2 e5 9.dxe5 dxe5 10.0–0 h6 11.Qc1 Kh7 12.Bc5 Rg8 13.Rd1 Qe8
14.Qe3 b6 15.Ba3 Ra7 16.Rd2 Be6 17.Nd5 Nh5 18.a5 Nxa5
19.Nxc7 Rxc7 20.Qxb6 Nc4 21.Qxc7 Nxd2 22.Nxd2 Qa4 23.Bg4 Rc8
24.Qb7 Rxc2 25.Bxe6 fxe6 26.Nf3 Qb5 27.Qf7 Qc6 28.Nxe5 Qxe4
29.Nd7 Qf5 30.Nf8+ Kh8 31.Nxg6+ Kh7 32.Nf8+ Kh8 33.Qxf5 exf5
34.Ne6 Be5 35.Rd1 Bxb2 36.Bxb2+ Rxb2 37.Rd6 Kh7 38.Rxa6 Rb1+
39.Kh2 Rb2 40.f3 Rd2 41.Rc6 Ra2 42.Nd4 Nf4 43.Kg3 Nh5+
44.Kh4 Ng7 45.g3 Ra4 46.Rd6 Ne8 47.Rd7+ Kg6 48.f4 Nf6
49.Rd6 Ra7 50.Re6 Rd7 51.Nc6 Rc7 52.Ne7+ 1–0

Kurnosov – Bacrot, Aeroflot Open 2009 Moskau (5.1), 2009, B35
1.e4 c5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 g6 4.d4 cxd4 5.Nxd4 Bg7 6.Be3 Nf6
7.Bc4 Qa5 8.0–0 0–0 9.Bb3 d6 10.h3 Bd7 11.Re1 Rfc8 12.Nf3 Be8
13.Bg5 Nd7 14.Nd5 e6 15.Ne7+ Nxe7 16.Bxe7 Bxb2 17.Rb1 Bg7
18.Bxd6 Ne5 19.Bxe5 Bxe5 20.Bd5 Bc3 21.Bxb7 Bxe1 22.Qxe1 Qxa2
23.Bxc8 Rxc8 24.Ra1 Qxc2 25.Rxa7 Qc1  remis

Heberla (2500) - David (2603), Cappelle la Grand 2009 (6), C15
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.Qd3 dxe4 5.Qxe4 Nf6 6.Qh4 Nc6
7.Nf3 Ne7 8.Bd3 Nf5 9.Bxf5 exf5 10.0–0 Bxc3 11.bxc3 Ne4 12.Qxd8+
remis

Aveline (2160) - Pruess (2422), Cappelle la Grand 2009 (5), C38
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Nf3 h6 4.d4 g5 5.Bc4 d6 6.g3 Nc6 7.0–0 Bg7
8.c3 Bh3 9.Rf2 Nf6 10.Bd5 Qd7 11.gxf4 0–0–0 12.Na3 Ne7
13.Nc4 Nexd5 14.exd5 Qg4+ 15.Kh1 Ne4 16.Rc2 gxf4 17.Qd3 Rhg8
18.Qxe4 Bxd4 19.Ne3 Bxe3 0–1

Alte Eröffnungen müssen furchtbar schlecht sein, denn sonst wären sie
ja modern ... naja, wer's glaubt ... wir haben zwei Exkurse aus der
Aktualität eingestreut. Viel Spaß damit. Es geht los mit C33.

Short,Nigel (2677) - Karpow,An (2699), Buenos Aires SuperFin.2000
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Bc4 c6 4.Nc3 Nf6 5.Bb3 d5 6.exd5 cxd5 7.d4 Bd6
8.Nf3 Be6 9.O-O O-O 10.Ne5 Nc6 11.Bxf4 Rc8 12.Kh1 a6
13.Nxc6 bxc6 14.Bg5 Be7 15.Qd3 a5 16.Rae1 Nd7 17.Bxe7 Qxe7
18.Na4 Qd6 19.c3 g6 20.Bc2 Rfe8 21.Qg3 Qxg3 22.hxg3 c5
23.dxc5 Nxc5 24.Rf4 h5 25.Rd4 Kf8 26.Kg1 Re7 27.Nxc5 Rxc5
28.Re2 Bg4 29.Rxe7 Kxe7 30.Kf2 Ke6 31.Ke3 Ke5 32.a3 Bd7
33.Bd1 Rc4 34.Be2 Rxd4 35.cxd4+ Kd6 36.Kf4 f6 37.Bd3 g5+
38.Ke3 Bg4 39.Kd2 Kc6 40.Kc3 Kb6 41.b4 f5 42.Kd2 axb4
43.axb4 f4 44.gxf4 gxf4 45.Ke1 h4 46.Kf2 Kc6 47.Bf1 remis

Iwantschuk (2716) - Nikolic,Pr (2648), IECC Fin.,Antalya 2004,C33
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Bc4 Qh4+ 4.Kf1 d6 5.d4 Be6 6.Qd3 Nf6 7.Nf3 Qg4
8.Nc3 Be7 9.h3 Qg6 10.Bxf4 O-O 11.Re1 Nh5 12.Bh2 Ng3+
13.Bxg3 Qxg3 14.Ne2 Qg6 15.Nf4 Qh6 16.g3 Nd7 17.Kg2 Nb6
18.Bxe6 fxe6 19.Rhf1 c5 20.d5 Rxf4 21.gxf4 Qxf4 22.dxe6 Rf8 23.b4
Rf6 24.Qb5 Rxe6 25.bxc5 Bh4 26.Nxh4 Qxh4 27.Qb3 d5 28.cxb6 1-0

Navara (2646) – Gelfand (2720), FIDE GP Sochi 2008, C33
1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Bc4 Nf6 4.Nc3 c6 5.Bb3 d5 6.exd5 cxd5 7.Nf3 Bd6
8.d4 Nc6 9.O-O Be6 10.Ng5 O-O 11.Bxf4 h6 12.Nxe6 fxe6 13.Ne2 Na5
14.c3 Nxb3 15.Qxb3 b6 16.Rf3 Nh5 17.Raf1 Nxf4 18.Nxf4 Rxf4
19.Rxf4 Bxf4 20.Rxf4 Qg5 21.g3 Rf8 22.Rxf8+ Kxf8 23.Qc2 Qf5
24.Qe2 Ke7 25.Kg2 g5 26.g4 Qf4 27.h3 Qc1 28.a4 remis

Hickl (2552) – Jussupow,A (2636), DEM Altenkirchen 1999, C44
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.c3 d5 4.Bb5 dxe4 5.Nxe5 Qd5 6.Qa4 Qxe5
7.Bxc6+ bxc6 8.Qxc6+ Kd8 9.Qxa8 Nf6 10.Na3 Qg5 11.g3 Qh5
12.Nc4 Bc5 13.d4 exd3 14.O-O Re8 15.h4 Bxf2+ 16.Rxf2 Re1+
17.Rf1 Rxf1+ 18.Kxf1 Qd1+ 19.Kg2 Qe2+ 20.Kg1 Qe1+
21.Kg2 Qe2+ remis

Short,Nigel (2683) – Kamsky (2718), Montreal 2007, C44
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.c3 Nf6 4.d4 Nxe4 5.d5 Ne7 6.Nxe5 Ng6 7.Qf3 Nf6
8.Nxg6 hxg6 9.Be3 Be7 10.Nd2 d6 11.h3 Bg4 12.Qf4 Bd7 13.Bc4 a5
14.a4 c6 15.Ne4 Nxe4 16.Qxe4 O-O 17.O-O b5 18.Ba2 c5 19.axb5 Bxb5
20.Bc4 Bd7 21.Qc2 Bg5 22.f4 Bh4 23.Bd3 Re8 24.Bd2 Bf6 25.g4 Qb6
26.Bc4 a4 27.Kh1 Rab8 28.Qd3 Bh4 29.Rab1 Bb5 30.f5 Bxc4
31.Qxc4 Qb3 32.Qxb3 Rxb3 33.fxg6 fxg6 34.Bf4 a3 35.bxa3 Rxc3
36.Rb2 Bf6 37.Bxd6 Rxh3+ 38.Rh2 Rxa3 39.Bxc5 Rd3 40.d6 Rd5
41.Bb4 Re4 42.Rd2 Rxd2 43.Bxd2 Rd4 44.Bf4 g5 45.Bh2 remis

Najer (2634) - Romanov (2543), Aeroflot Open Moskau 2008, C44
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.c3 d5 4.Qa4 Bd7 5.exd5 Nd4 6.Qd1 Nxf3+
7.Qxf3 f5 8.d4 e4 9.Qg3 Nf6 10.Be2 Rg8 11.c4 Bd6 12.Bf4 Qe7
13.h4 O-O-O 14.Nc3 h6 15.h5 Be8 16.Bxd6 Qxd6 17.Qxd6 Rxd6
18.Rh4 Rf8 19.Rd1 Rd7 20.Rd2 Nh7 21.Rf4 Rf6 22.Rd1 Kd8
23.g3 Rdf7 24.Kd2 Ng5 25.Rh1 Rf8 26.Nd1 c6 27.Ne3 cxd5
28.cxd5 Bd7 29.Nc4 Bb5 30.Ne3 Bd7 31.b3 b5 32.Kc3 Ke7
33.Kb2 Kd8 34.Ng2 Rd6 35.Ne3 Rdf6 36.b4 Ke7 37.Bd1 Kd6
38.Be2 Ke7 39.Bd1 Kd6 40.a3 a6 41.Be2 Bc8 42.Bd1 Bd7
43.Be2 Bc8 44.Bd1 remis

Bauer,Ch (2583) - Bacrot (2691), 83rd ch-FRA, Pau 2008, C44
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.c3 d5 4.Qa4 Qd6 5.Bb5 Bd7 6.exd5 Qxd5
7.d3 Nf6 8.O-O Be7 9.Qb3 Qxb3 10.axb3 Nb8 11.Bxd7+ Nbxd7
12.Nbd2 O-O 13.Re1 Bd6 14.b4 Rfe8 15.Nc4 a6 16.Bd2 h6 17.h3 Rad8
18.Kf1 Re6 19.Na5 Rb8 20.d4 e4 21.Nh4 c6 22.Nf5 Bc7 23.Nb3 Rd8
24.Rad1 Kh7 25.Bc1 Nd5 26.Nc5 Nxc5 27.dxc5 Rf6 28.Ne3 Nxe3+
29.Bxe3 Re6 30.Rxd8 Bxd8 31.Rd1 Bf6 32.g4 Re7 33.Bf4 Bg5
34.Bd6 Re8 35.Ke2 Kg6 36.Bc7 f5 37.Rd6+ Bf6 38.f4 exf3+
39.Kxf3 h5 40.Rd2 hxg4+ 41.hxg4 fxg4+ remis

Vom Königsläufergambit und Ponziani wieder zurück ins Heute:

Petitcunot (2396) - Kharitonov (2537), Cappelle la Gr. 2009 (5), C47
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Nc3 Nf6 4.g3 d5 5.exd5 Nxd5 6.Bg2 Nb6
7.d4 exd4 8.Nb5 Be7 9.Nfxd4 Nxd4 10.Qxd4 Qxd4 11.Nxd4 0–0
12.Bf4 c6 13.0–0–0 Bg4 14.Rd3 Bf6 15.h3 Bh5 16.g4 Bg6 17.Nf5 Rfe8
18.b3 Bxf5 19.gxf5 Rad8 20.Rxd8 Rxd8 21.c4 Nc8 22.Rd1 Rxd1+
23.Kxd1 Ne7 24.Be4 g6 25.fxg6 fxg6 26.Kc2 Kf7 27.a4 Bd4 28.f3 Ke6
29.b4 Nf5 30.a5 Be5 31.Bd2  remis

Mamedyarov – Tomashevsky, Aeroflot Open 2009 (4.2), 2009, C58
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Nf6 4.Ng5 d5 5.exd5 Na5 6.Bb5+ c6
7.dxc6 bxc6 8.Qf3 Be7 9.Bxc6+ Nxc6 10.Qxc6+ Bd7 11.Qf3 0–0
12.Nc3 Rc8 13.d3 Bc6 14.Qh3 Bd7 15.Qg3 Nh5 16.Qxe5 Bf6
17.Qd5 Rxc3 18.Ne4 Rxc2 19.Qxh5 Bxb2 20.Bxb2 Rxb2 21.0–0 Be6
22.Qe5 Rxa2 23.Rxa2 Bxa2 24.Qa1 Qxd3 25.Qxa2 Qxe4 26.Qxa7 remis

Sanchez (2461) - Ask (2225), Cappelle la Grand (5), C60
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nge7 4.0–0 Ng6 5.Nc3 Bc5 6.d3 0–0
7.Be3 Bb6 8.a4 d6 9.Nd5 h6 10.c3 Nce7 11.Nxb6 axb6 12.d4 Nc6
13.Qe2 Qe7 14.dxe5 dxe5 15.b4 Qf6 16.Nd2 Nd8 17.Rfd1 Ne6
18.g3 Ng5 19.h4 Nh3+ 20.Kg2 Nhf4+ 21.gxf4 exf4 22.Bd4 f3+
23.Nxf3 1–0

Smirnov – Zvjaginsev. Aeroflot Open 2009 (5.12), 2009, C63
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 f5 4.d3 fxe4 5.dxe4 Nf6 6.0–0 d6 7.Qd3 a6
8.Bxc6+ bxc6 9.Rd1 Bd7 10.Nc3 Qe7 11.Bg5 h6 12.Bxf6 Qxf6
13.Qc4 g5 14.Ne1 Qf7 15.Qb4 Bg7 remis

Karim (2407) - Delorme (2171). Cappelle la Grand (5), C68
1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Bxc6 dxc6 5.0–0 Bd6 6.d4 exd4
7.Qxd4 f6 8.Be3 Be6 9.Nbd2 Ne7 10.Qc3 Ng6 11.Nd4 Qe7
12.Nxe6 Qxe6 13.Qb3 Qxb3 14.axb3 0–0–0 15.Rfd1 Rhe8 16.f3 Bf4
17.Nf1 Bxe3+ 18.Nxe3 Nf4 19.Kf2 Ne6 20.g3 c5 21.c3 Rxd1
22.Rxd1 b6 23.f4 Nd8 24.Kf3 Nf7 25.Nf5 g6 26.Nh4 Nd6 27.Re1 Nb7
28.e5 f5 29.g4 fxg4+ 30.Kxg4 Kd7 31.Nf3 Nd8 32.Ng5 h6 33.Ne4 Ke6
34.Nf6 Re7 35.h4 Rg7 36.Rd1 h5+ 37.Kf3 Nc6 38.Ke4 Na5
39.Rd8 Nxb3 40.Re8+ Re7 41.Rxe7+ Kxe7 42.f5 Nd2+ 43.Kf4 gxf5
44.Kxf5 c6 45.Nxh5 Nc4 46.Nf4 Nxb2 47.Ng6+ Ke8 48.h5 Nc4
49.h6 Ne3+ 50.Kg5 1–0

Salvador (2476) - Petrisor (2242), Cappelle la Grand (5), D00
1.d4 Nf6 2.Nf3 g6 3.Nc3 d5 4.Bf4 Bg7 5.e3 0–0 6.Be2 c5 7.Ne5 cxd4
8.exd4 Nc6 9.0–0 Bf5 10.Nxc6 bxc6 11.Na4 Nd7 12.g4 e5
13.Bxe5 Nxe5 14.gxf5 Qg5+ 15.Kh1 Qxf5 16.Nc5 Nc4 17.b3 Nd6
18.f4 Rfe8 19.Bg4 Qf6 20.c3 Ne4 21.Nxe4 Rxe4 22.f5 Qh4 23.Bf3 Re3
24.Rc1 Rae8 25.Qd2 Rxf3 26.Rxf3 Bh6 0–1

Zum Redaktions-Schluss stöberte ich noch ein wenig und fand die
Seite des Sibirischen Schachclubs, die eine hübsche Sammlung ganz
alter Ausgaben des legendären Schachmagazin 64 aufbereitet haben.
Eine Kostprobe mit einer Eröffnung, die immer wieder totgesagt und
dann doch wundersam wiederbelebt wird, darf hier nicht fehlen:

Rauzer, V. - Iljin-Genevsky, A. [C40], Leningrad ch 1936
<newspaper "64" for FEBRUARY, 1936 by Boris Schipkov>
http://www.chessib.com/64feb36.html

1.e4 e5 2.Nf3 f5 3.Nxe5 Qf6 4.d4 d6 5.Nc4 fxe4 6.Nc3 Qg6 7.h3

{Interesting is 7. f3.}

7. ... Nf6 8. g4 Be7 9.Bg2 O-O 10.Be3 c6 11.d5 b5 12.Na5! b4
13.Ne2 c5 14.Qd2?!

{Better is 14. Nf4! Qf7 (14... Qe8 15. g5 Qb5 16. Nc6) 15. g5 Ne8
16. g6 Qf5 17. h4 with powerful initiative to White.}

14. ... Qe8 15.Nc4 {Correct is 15. a3.} 15. ... Ba6 16. b3 Nfd7 17. O-O
{Possible is 17. c3.}

17. ... Bxc4 18. bxc4 Bf6 19. Rae1?! {More precise is 19.c3 with equality.}

19. ... Nb6 20. Ng3? {Better is 20. c3 Nxc4 21. Qc2.}

20. ... Bc3 21. Qc1 Bxe1 22. Rxe1 Nxc4 23. Bf4 e3! 24. Nf5! Nd7?!

{Deserving attention is 24. ... exf2+.}

25. Bxe3 Qf7 ?

{The decisive mistake. Stronger is 25. ... Rxf5! 26. gxf5 Qh5 with a
clear edge to Black because all white pawns are weak.}

26. Bh6! {An unexpected blow. Now White has a winning attack.}

26. ... Rfe8 27. Bxg7 Qg6 28. Re7 {Also good was 28. Re6.}

28. ... Nf8 29. Qf4 {Possible was 29. Rc7.}
29. ... Ne5 30. Bxe5 dxe5 31. Qxe5 Nd7 32. Qe6+

{White wins and after 32. Rg7+ Kf8 33. Qc7.}

32. ... Qxe6 33. dxe6 Rxe7 34. Nxe7+ Kf8 35. Bxa8 Nb6
36. Nd5 Nxa8 37. f4 a5 38. Kf2 a4 39. Ke3 Nc7 40. Nxc7 c4
41. e7+ Kxe7 42. Nd5+ Kd6 43. Nxb4 {Black resigned. 1-0}

- Ralf Mulde -

Zuletzt geändert am 08.10.2011