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Newsletter-Archiv



Newsletter-Archiv des DESC

Newsletter 2008-12-08

Newsletter des DESC ... Nr. 49 / 2008, Montag, 08. Dez. 2008

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01. Robert Klein: Der DESC wählt ... und wo bleibt Deine Stimme?
02. Frank Wagner: Mit MiniMax Schach zum Eisverkäufer (3)
03. Friedrich Irmer: Aktuelles (?) aus der Einzelspielerpyramide
04. Ralf Mulde: Die DESC Meisterschaft wartet nur auf Dich !
05. Heinz Hansen: Viererturnier V0306: Werner Krammer siegt!
06. Austritte und Eintritte – Willkommen !
07. Lars Milde: Gardeschweizer mit neuen Ergebnissen
08. Michael Schirmer: Siegerturnier STS079 „hat fertig“
09. Thomas Urlau: Siebener-Turnier SE 170 auch fertig
10. Hans Krebs: Dreier-Turnier D0555: Burghard Rusack siegt! 
11. Ralf Mulde: Der DESC uns seine Mannschaften 
12. Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt „da draußen“

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Leider nicht zu ändernder Redaktions-Schluss ist Sonntag um 20:00 h. 
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01. Robert Klein: Der DESC wählt ... und wo bleibt Deine Stimme?

Nur 48 Stunden nach Eröffnung des Wahllokales hatten schon 81 
stimmberechtigte Mitglieder ihr Voting abgegeben. 

Leider erfolgten in den darauffolgenden 72 Stunden nur noch 12 
Stimmabgaben :-( 

Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 11,29%. 

=> Leute, das können wir doch besser ! Es sollte doch möglich sein, 
eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen als die Volksparteien an 
Stimmen. Mir schwebt da eine Wahlbeteiligung von mindestens 30% 
vor. 

Also, ran an die Urne und gewählt! Es geht um wichtige Entscheidungen 
und es ist schließlich Euer DESC. 

Robert Klein, Wahlkommission 



02. Frank Wagner: Mit MiniMax Schach zum Eisverkäufer

wie versprochen geht es weiter... Heute soll es um das MiniMax-
Prinzip gehen: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Minimax-Algorithmus .

Dazu machen wir einen kleinen Ausflug nach Irgendwo. Hauptsache, 
warm und sonnig und mit Strand ... und mit 2 Eisverkäufern. Wir 
nennen sie  Luigi und Rinaldo. 

Luigistartet mit seinem transportablen Stand am linken Anfang des 
1 km langen Strandes. Rinaldo startet ganz rechts.

Aufgrund der Lauferei wird sich die Strandbevölkerung sicherlich in
2 Lager spalten: der eine Teil, der zu Luigi latscht und der andere, der 
zu Rinaldo rennt. Leicht einsichtig: beide Teile sind gleich groß. Der 
Marktanteil von Luigi beträgt also 50%.

Luigi - nicht dumm - denkt sich: "Da ist mehr drin" und marschiert auf 
die 200m-Marke. Weil Rinaldo noch bei 0 steht, würde Luigi seinen 
Marktanteil damit auf 60% erhöhen: für die 200m und dazu noch für 
(1km-200m):2. Wer mitgerechnet hat: Bei der 400m-Marke wären 
sogar 70% drin.

Rinaldo sieht das und reagiert ... Und kurze Zeit später stehen Luigi
und Rinaldo Rücken an Rücken bei der 500m-Marke. Beide haben 
jetzt also wieder 50% Marktanteil.

Frage: Wie können wir ein Programm dazu bringen, für Luigi die 
optimale Strategie (hier: Stand bei der 500m-Marke) zu errechnen?? 
Hier greift das MiniMax-Prinzip:

- Man ermittle die einzelnen Varianten in Abhängigkeit der Varianten
des Gegners und bewerte sie.
- Für die Bewertung einer Strategie nehme man die kleinste Wertung
(optimale Gegenwehr).
=> Man wähle die Strategie, die bei optimaler Gegenwehr die beste ist.

Beiliegende Abbildung zeigt die Kalkulation für unser Beispiel.
http://www.desc-online.de/images/eisverkaeufer.png 
... und beim Schachcomputer ist es nicht anders. - - - MfG FW 




03. Friedrich Irmer: Aktuelles (?) aus der Einzelspielerpyramide

Egal, wann ich meinen Newsletterbeitrag abschicke - er ist nie aktuell.
(Das liegt an diesem fiesen Redaktionsschluss und dem noch fieseren 
Redakteur ... -rm-) 
Nach der Abgabe des letzten Newsletterbeitrags kamen postwendend 
noch folgende zwei Herausforderungen herein: 

P2008.110 Marcel Kessler (Ebene 11) fordert Jürgen Gburek auf 
Ebene 7 heraus.
Und P2008.108 Hans Krebs (Ebene 11) versucht sich etwas weniger 
nach oben strebend an Joachim Lindner nur auf Ebene 10.
Beide Partien beginnen damit am 14.12.08.

Am Montag kam dann noch die Partie P2008.109 Manfred Klein 
(Ebene 10) gegen Udo Dietrich (Ebene 7) hinzu. Diese Partie beginnt 
am 15.12.08.

(Falls sich jetzt jemand wundern sollte, warum die Partienummern nicht 
aufsteigend sind, die Partienummmern werden erst nach der Annahme 
der Herausforderung durch den Gegner vergeben.)

Und schließlich beginnt noch offiziell am 19.12.08 die Partie P2008.111 
zwischen Karin Martins (Ebene 11) und Jürgen Hitzegrad (Ebene 10).

Passend zur Partienummer (Schnapszahl - obwohl er das noch nicht 
wissen konnte), kommentierte Jürgen die Herausforderung mit den 
Worten:
"falsche Zeit, falscher Gegner und ganz falscher Eröffnungszug".

Bei den Punkten 1 und 2 konnte ich ja ganz einfach abhelfen, indem 
ich den "korrekten" Partieheader übermittelte.

Als Abhilfe zum 3. Punkt mochte ich ihm hier als Beispiel, dass man 
auf 1.e4 nicht mit e5 antwortet, die Partie zwischen Roesch und 
Schlage zeigen, die bereits 1910 in Hamburg, im Hauptturnier B des 
DSB-Kongresses gespielt wurde:

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.Qe2 b5 6.Bb3 Be7 7.c3 O-O 
8.O-O d5 9.exd5 Nxd5 10.Nxe5 Nf4 11.Qe4 Nxe5 12.Qxa8 Qd3 
13.Bd1 Bh3 14.Qxa6 Bxg2 15.Re1 Qf3 16.Bxf3 Nxf3# 0-1

Wie jede Woche wieder für Film- und Rätselfreunde: Es ist wieder 
ein Zitat aus einem Film im Text enthalten. Welcher Film ist es diesmal? 
[Ich muss leider passen ... -rm-] 



04. Ralf Mulde: Die DESC Meisterschaft und Deine Anmeldung!

Wir haben gebeten. Wir haben gefleht. Wir haben es also jetzt im 
Guten versucht. Trotzdem hat sich doch der eine oder anderen immer 
noch nicht zur DESC Meisterschaft 2009 angemeldet. 

Gehörst Du etwa dazu ??? Warte nicht länger! Lasse es nicht zum 
Äußersten kommen! Melde Dich an! JETZT ! 

Für das Meisterturnier haben wir diesen Link für Dich vorbereitet: 
http://www.desc-online.de/st/meisterschaft/2009/set.htm 

und für das Hauptturnier ist dieser hier für Dich geschaffen worden: 
http://www.desc-online.de/st/meisterschaft/2009/hauptturnier.htm 

Alles zur Qualifikation ist dort natürlich ganz genau beschrieben.  

Bevor Du es vergisst: 

=> Anmeldeschluss ist am 05.01.2009, Turnierstart am 15.01.2009 !

Wir freuen uns auf Deine Teilnahme! 



05. Heinz Hansen: Viererturnier V0306: Werner Krammer siegt! 

Das Vierer-Turnier V0306 ist mit folgendem Ergebnis beendet worden:

1. Werner Krammer ...... 6,0 Punkte
2. Wolfgang Grimm ...... 3,0 Punkte
2. Rustam Yangibayev ... 3,0 Punkte
4. Daniel Fassing ...... 0,0 Punkte

Schachfreund Werner Krammer gratuliere ich recht herzlich zum 
Turniersieg. Bedanken möchte ich mich bei allen für den reibungslosen 
Turnierablauf :-) Ich hoffe, dass ich Euch bei einem weiteren Vierer 
wieder begrüßen darf. Allen noch viel Erfolg und Spaß bei den Partien 
hier beim DESC. - - Gruß Heinz Hansen



06. Austritte und Eintritte – Willkommen !

Ich glaube, es war der brandaktuelle Iwantschuk / Doping – Artikel 
der FAZ, den ich im letzten Newsletter noch ein paar Sekunden vor 
dem Absenden unterbringen wollte (hat geklappt!), der mich schlicht
vergessen ließ: 

Die Eintritte / Austritte – Rubrik ist ja noch gar nicht ausgefüllt! 

Vielleicht fordert aber auch einfach nur das fortgreisende Alter oder 
auch das lange Jahr seinen Tribut ... wie auch immer, hier sind die 
Meldungen aus nunmehr zwei Wochen ... und siehe da, es gibt nur 
eine einzige, leider schlechte Nachricht: 

Christian Willsan ist aus dem DESC ausgetreten. Ersatz für ihn in 
Form von Eintritten wurde noch nicht gefunden. Das liegt an der Zeit: 
Kurz nach dem Jahreswechsel kommt dann die Mitgliederschwemme! 

Immerhin begehrte ein Weltmeister per Eintrittserklärung in den 
DESC Einlass in unseren Verein: Mirko Czentovic. Weil es sich hier
aber um eine der Hauptfiguren in Stefan Zweigs allseits bekannter 
„Schachnovelle“ handelt, fragten die Zuständigen lieber doch noch 
mal nach ... bisher ohne Erfolg. Vielleicht hält er noch Rücksprache
bei seinem damaligen Gegenüber, dem „Dr. B.“. 



07. Lars Milde: Gardeschweizer mit neuen Ergebnissen 

Hier ist die Ergebnisliste der 4. Runde – es ist vollbracht! 

GS011.23 ... Milde, Lars - Mayer, Roger .............. 0-1
GS011.24 ... Haluschka, Rainer - Hirscheider, Helmut.. 0-1
GS011.25 ... Dorer, Manfred - Hobert, Markus ......... remis
GS011.26 ... Bekemann, Uwe - Mareischen, Pius ........ 0-1
GS011.27 ... Pabinger, Peter - Trautz, Rainer ........ 1-0
GS011.28 ... Schneider, Dietmar - Hruschka, Walter ... 1-0 



08. Michael Schirmer: Siegerturnier STS079 „hat fertig“

Das STS079 ist jetzt beendet. Sieger ist: UDO TOTORAT! 

Herzlichen Glückwunsch, Udo :-)

Euch allen aber ein herzliches Dankeschön für den weitgehend 
komplikationslosen Verlauf ... PRIMA ;-)

Ich würde mich freuen, Euch alle bald wieder (und immer öfter!!) 
bei den Siegerturnieren begrüßen zu können!

Bis dahin wünsche ich euch noch viel Spaß und spannende Partien!

Herzlichst Michael Schirmer 

PS: Erwähnte ich schon, dass im STS087 noch Plätze frei sind? ;-)



09. Thomas Urlau: Zschoch & Raessler siegen gemeinsam, SE170

Das Turnier SE170 wurde beendet. Es gibt zwei Sieger. Es sind die
Schachfreunde Zschoch und Raessler. Herzlichen Glückwunsch!  
Ihr beiden habt das Recht, Euch durch diesen Sieg zum Siegerturnier 
anzumelden. 

Mein Dank für die reibungslose Zusammenarbeit gilt allen Mitspielern
und wünsche schon jetzt ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins 
Jahr 2009.
 
1. Zschoch, Eberhard ... 5.5 Pkt. ... 12.75 Son.Berg.
1. Raessler, Arndt ..... 5.5 Pkt. ... 12.75 Son.Berg.
3 Ebisch, Joachim ...... 4.0 Pkt. 
4. Vetter, Udo ......... 2.0 Pkt. ... 2.00  Son.Berg.
4. Rey, Dieter ......... 2.0 Pkt. ... 2.00  Son.Berg.
4. Brennecke,Willi ..... 2.0 Pkt. ... 2.00  Son.Berg.
7. Nittschalk,Karl ..... 0.0 Pkt.

Mit freundlichen Gruß, Thomas Urlau




10. Hans Krebs: Dreier-Turnier D0555: Burghard Rusack siegt! 

Hallo Schachfreunde! Das Turnier D0555 wurde beendet.

Der strahlende Gewinner dieses Turniers ist Burghard Rusack!

Herzlichen Glückwunsch! 

Die entscheidende Partei war Rusack - Grimm. 
Hier konnte Sschacfreund Grimm konnte in einer Caro-Kann ähnlichen 
Partie mit seinem mutigen Damenopfer nicht durchdringen und verlor 
danach relativ schnell.

Auch allen anderen Teilnehmern möchte ich für den reibungslosen 
Ablauf dieses Turniers danken. Der Sieg dieses Turniers bewirkt die 
Qualifikation zu einem Siegerturnier, also nicht vergessen: 
ANMELDEN! - - - Hans Krebs, der Turnierleiter. 



11. Ralf Mulde: Der DESC uns seine Mannschaften

Eine Meldung, die backfrrrrrrisch auf den Tresen der Neuigkeiten 
gelegt wurde: Der DESC, Dein Verein, führt nun gegen den IECC
(Conrad Goodman, USA), mit 08. - 06.0, nachdem dieser Mensch 
vom IECC so kühn war, eins der beiden Remis-Angebote von 
Manfred Dorer abzulehnen und eben nur in das andere einzuwilligen.
Na schön. Ihr werdet schon sehen, was Ihr davon habt ...! 

Die beiden kurz mal avisierten Wettkämpfe gegen irgendwas in den
USA und / oder einen anderen in Großbritannien (das sind die mit 
dem guten Essen ...!) macht in der vorbereitung null Fortschritte, 
so dass ich hier schwarz sehe – und das, obwohl ich meine Gebühren
bei der GEZ immer zahle. 

Der gegen den brasilianischen CXV wird wohl werden, aber die Jungs
müssen erstmal ihre Spielerliste zusammenstellen, bevor ich an den
Start gehen kann, um die vom Rating her passenden Gegenspieler 
zu suchen – und zu finden. Es werden auch nur sechs Bretter sein. 



12. Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt „da draußen“

Wie wir im letzten Newsletter zum (ziemlich lächerlichen) „Doping - 
Skandal“ der Dresdner Schacholympischen Spielen kopfschüttelnd 
berichteten, wetzte GM Wassili Iwantschuk nach der entscheidenden 
Niederlage gegen GM Gata Kamsky (was das Ende aller Träume des 
Iwantschuk-Teams bedeutete) mit „Tunnelblick“ aus dem Turniersaal 
und ignorierte, im ausgreifendem Sturmschritt, den Schiedsrichter, 
der ihn zur Dopingprobe bitten wollte. 

Wir stellen uns einen älteren Herrn mit grünem Jackett und Filzhut 
(das waren die Offiziellen der Olympischen Spiele in München 1972 
– egal!) vor, der sich hier dem GM wagemutig, bereits mit mit dem
entspr. Fläschchen in der ausgestreckten Hand, in den Weg warf, um 
Iwantschuk so zur Toilette zu bitten – nicht etwa, um in der dortigen 
Abgeschiedenheit ganz im Stile eines George Michael die noch junge
Bekanntschaft zu diesem Spieler etwas anrüchig zu verstärken (was 
aber Ivantchuk vermutet haben könnte), sondern um die Dopingprobe 
zu nehmen. 

George ... äh ... Wassili ließ also den Schiri links liegen, stürmte ins 
Irgendwo und die Medaille war deshalb erstmal perdu. Den aktuellen 
Stand der Dinge zu dieser skurrilen Angelegenheit zu ermitteln, ist gar 
nicht einfach, die causa ist schon fast im FIDE - Nebel verschwunden. 
Dann aber doch ... : 

„In einem Interview http://sport.oboz.ua/news/2008/12/2/58386.htm 
kommentierte Viktor Petrov (leider auf russisch, -rm-) die Vorfälle 
im Zusammenhang mit dem Dopingskandal. “Wir haben die offizielle 
Bestätigung von der FIDE erhalten, dass Ivanchuk den Dopingtest 
nicht bestanden hat. 

Dort heißt es weiter, dass die FIDE Ivanchuk drei Monate Zeit gibt, 
in der er sich dem Test unterziehen und die Angelegenheit entschieden 
werden kann. Wir haben diese Anfrage an ihn weiter geleitet und er ist 
sich seiner Verantwortung bewusst. Ich bin überzeugt, dass dieses 
Problem rechtzeitig gelöst werden wird.” 

Hmm ... Sehr eigenartig. „Test nicht bestanden“? Also hat es doch 
einen gegeben? Und wenn er „nicht bestanden“ hat, muss es doch 
eigentlich heißen, dass der „Sportler“ gedopt hat, was ein klarer (und 
schwachsinniger) Grund sein müsste, Iwantschuk zwingend die 
Punkte und seinem Team nun leider auch die Medaille wegzunehmen.  

Wieso dann also überhaupt ein (weiterer?) Test und warum das Ganze 
eigentlich erst in drei Monaten ...? Man ahnt, dass die gesamte Affäre 
am liebsten dem gütigen Nebel des Vergessens überlassen werden soll, 
so dass alles so bleiben wird, als habe es nie einen Test gegeben. 

Was sagt eigentlich die sonst ja sehr aussagefreudige FIDE dazu? 
Alles, was sich von dem (sonst eher schwatzhaft wirkenden) FIDE - 
Chef Ilumschinov auf deren Homepage findet, ist bemerkenswert dürr: 

„Under the FIDE Anti Doping rules, the Ivanchuk case has been 
referred to the FIDE Doping Hearing Panel which has to meet within 
three months. No decision has yet been taken by any party, and 
GM Ivanchuk will be able to state his case to the FIDE Doping Hearing 
Panel.“ 
http://www.fide.com/component/content/article/1-fide-news/3579-ivanchuk-case-in-dresden 


In den „guten alten Zeiten“ (naja ...!), denen ich mich heute zuwende, 
gab es all diese lustigen Aufregungen noch nicht. Es soll heute um 
drei ausgewanderte Schachspieler gehen; der eine wanderte nach 
Deutschland aus bzw. saß hier einfach fest; die anderen beiden aber 
wollten so weit wie möglich von Deutschland weg. 

Es handelt sich um drei Großmeister, von denen jeder unter günstigeren 
Umständen vielleicht das Zeug zum Weltmeister gehabt hätte, nämlich 
um Ejfim Bogoljubow, Miguel Najdorf, und Erich Eliskases . 

Der heute bekannteste von den dreien dürfte der zum Grandseigneur 
gereifte Miguel Najdorf gewesen sein, der in der Fremde sein Glück 
fand bzw. es zu finden und zu schmieden verstand. 

Mieczyslaw (Miguel) Najdorf wurde am 15.04.1910 in Warschau 
geboren. Er verstarb mit 87 Jahren am 5. Juli 1997.  Während der 
Schacholympiade 1939 in Buenos Aires brach mit dem deutschen 
Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg aus. Najdorf war Jude und 
deshalb war für ihn die Rückkehr nach Polen jetzt unmöglich. So 
überlebte er den Holocaust, verlor aber seine Frau, sein Kind, Vater, 
Mutter und vier Brüder in den Konzentrationslagern der Nazis.

Dr. Tartakower hatte den jungen Mann entdeckt und wurde sein erster 
Lehrer. Der weltberühmte Großmeister begeisterte den Schüler für die 
originellen Ideen des hypermodernen Schachs und mit nur 22 Jahren 
(also 1932) gelang es Najdorf angeblich, wie es aber nur Paul Werner 
Wagner erwähnt, den Wettkampf mit Weltmeister Aljechin Remis zu 
halten. Dieses Match resp. irgendeine Partie daraus ist für mich nicht 
nachweisbar; möglicherweise irrt sich PW Wagner. 

https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/1220/magazin/0092/index.html 

1940 gab er in Argentinien eine weltweit großes Aufsehen erregende 
Blindsimultanveranstaltung. Er spielte gleichzeitig gegen 45 Gegner, 
gewann 39 Partien, verlor 2 und spielte 4 remis. Später erzählte er, 
dass er gehofft habe, dass man auch in Deutschland, Polen und 
Russland darüber berichten würde, damit seine Familie von ihm 
erführe und mit ihm Kontakt aufnehmen könnte. Doch seine Hoffnung 
erfüllte sich nicht.

Im Jahr 1944 wurde Miguel Najdorf argentinischer Staatsbürger. 
Zwischen 1949 und 1975 wurde er siebenmal Argentinischer Meister. 
Er gewann außerdem 52 Internationale Turniere. 1935, 1937 und 1939
spielte er bei den Schacholympiaden für Argentinien zumeist am 
Spitzenbrett ... so findet man es hier und da. Wer etwas genauer liest, 
findet aber Najdorf auch bei den Schacholympiaden zwischen 1950 
und 1976, wobei er am argentinischen Spitzenbrett für sein Land 1950 
und 1952 Gold gewann! 
http://www.indianexpress.com/res/web/pIe/ie/daily/19970707/18850533.html 

Verständlich wird nun, dass Najdorf 1948 zu den zehn besten Spielern 
der Welt gezählt wurde. Natürlich nahm er deshalb auch am berühmten 
Turnier Zürich 1953 (Buch: David Bronstein!) teil. Starken Einfluss 
übte auf ihn der tschechische Meister Karel Opocensky aus, wie 
Najdorf betonte. 

In den vorigen Passagen habe ich vorwiegend auf einen Aufsatz von 
André Schulz für Chessbase zurückgegriffen:
http://www.chessbase.de/spotlight/spotlight.asp?id=1073 

1950 qualifizierte sich Najdorf für das Kandidatenturnier. Im gleichen 
Jahr schaffte er en passent einen neuen Rekord im Blindspiel (250 
Gegner, 226 Siege, 10 Niederlagen, 14 Remis). Zweihundertfünfzig?
Das sind die Teilnehmer eines mittelgroßen Open! 

Najdorf war ein brillanter Angriffsspieler. Nach ihm ist die populärste 
Eröffnungsvariante überhaupt benannt: 1.e4 c5 2.Nf3 d6 3 d4 cxd4 
4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 a6 , die Najdorfvariante im Sizilianer. 

Seine Partie gegen Glücksberg gilt als eine der besten Partien der 
Schachgeschichte:

Glucksberg – Najdorf, Warschau 1930
1.d4 f5 2.c4 Nf6 3.Nc3 e6 4.Nf3 d5 5.e3 c6 6.Bd3 Bd6 7.0–0 0–0 
8.Ne2 Nbd7 9.Ng5 Bxh2+ 10.Kh1 Ng4 11.f4 Qe8 12.g3 Qh5 
13.Kg2 Bg1 14.Nxg1 Qh2+ 15.Kf3 e5 16.dxe5 Ndxe5+ 17.fxe5 Nxe5+ 
18.Kf4 Ng6+ 19.Kf3 f4 20.exf4 Bg4+ 21.Kxg4 Ne5+ 22.fxe5 h5# 
matt.    0-1 

Wer den letzten Newsletter nicht mehr präsent hat, hier eine ebenso
kraftvolle Partie von Najdorf, die nur ein Jahr zuvor entstand: 

Najdorf-Shapiro, Lodz 1929
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 de4 4.Ne4 Nd7 5.Nf3 Ngf6 6.Bd3 Be7 
7.0-0 b6 8.Ne5 Bb7 9.Nf6+ gf6 10.Nf7 Kf7 11.Qh5 Kg8 12.Re1 Nf8 
13.Re6! Ne6 14.Bc4 Qd6 15.Bh6 Bf8 16.Re1 Bc8 17.Qe8
17...Bd7 18.Re6!! Re8 19.Re8+ Be6 20.Be6+ Qe6 21.Rf8#

Najdorf war nicht nur ein witziger Kommentator und unterhaltsamer 
Schreiber von Schachkolumnen in der Tageszeitung Clarin (Buenos 
Aires), sondern er galt außerdem er der seinerzeit reichste Profischach-
spieler überhaupt. Natürlich stammten seine Einkünfte nicht aus dem 
Schachspiel, sondern aus zunächst aus dem Glücksfall, sich schon in 
den 40er Jahren eine Lizenz als Alleinimporteur für nahtlose Damen-
strümpfe nach Argentinien besorgen zu können. Näheres dazu geben 
die Quellen nicht preis. 

In den 1950er Jahren verdiente Najdorf viel Geld mit Ölgeschäften in 
Venezuela, glaubt ein Autor von Wikipedia zu wissen und sozusagen 
in der Zwischenzeit war Najdorf als Repräsentant für Versicherungen 
und Finanzunternehmen tätig und wurde dabei offenbar ebenfalls recht 
auskömmlich besoldet.

Zu seinem Geburtstag am 4.April organisierte er in jedem Jahr in Mar 
del Plata ein Turnier, für das er jedesmal fast 1 Mio.US-Dollar bereit 
stellte! Insgesamt soll er aus seinem privaten Vermögen sagenhafte 
10 Mio US-Dollar für Turniere in Buenos Aires gestiftet haben. 
Zudem half er, der Pole, der sein Glück in der Fremde fand, vielen 
argentinischen Schachspielern, ihr Schach zu verbessern, indem er 
eine Reihe ausländischer Großmeister zu den Turnieren einlud.

Najdorf spielte gegen alle Weltmeister außer Steinitz und siegte gegen 
Botwinnik, Smyslow, Tal, Petrosjan und Fischer. Bis ins hohe Alter 
spielte "Don Miguel" Schach auf hohem Niveau. Als ständiger Gast 
der Schacholympiaden und WM-Kämpfe war er mit seiner charmanten 
Art beim Publikum als Partiekommentator und bei den Medien als 
Interviewpartner beliebt. 

Taimanov-Najdorf, cand. match Zürich 1953: 
1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5 7.O-O Nc6 
8.d5 Ne7 9.Ne1 Nd7 10.Be3 f5 11.f3 f4 12.Bf2 g5 13.Nf6 14.c5 Ng6 
15.Rc1 Rf7 16.Rc2 Bf8 17.cxd6 cxd6 18.Qd2 g4 19.Rfc1 g3 
20.hxg3 fxg3 21.Bxg3 Nh5 22.Bh2 Be7 23.Nb1 Bd7 24.Qe1 Bg5 
25.Nd2 Be3+ 26.Kh1 Qg5 27.Bf1 Raf8 28.Rd1 b5 29.a4 a6 
30.axb5 axb5 31.Rc7 Rg7 32.Nb3 Nh4 33.Rc2 Bh3 34.Qe2 Nxg2 
35.Bxg2 Bxg2+ 36.Qxg2 Qh4 37.Qxg7+ Kxg7 38.Rg2+ Kh8 
39.Ne1 Nf4 40.Rg3 Bf2 41.Rg4 Qh3 42.Nd2 h5 43.Rg5 
Weiß gab zugleich wegen der Antwort 43. … Rg8 auf.   0-1   

Dass Najdorf auch im Rentenalter (legen wir die deutsche Vorrente 
zugrunde) gegen die Besten der Welt bestehen konnte, sehen wir 
hier in einer herrlichen Partie gegen „den Besten vom Westen“, den 
großartigen Dänen Bent Larsen. (-rm-) 

Larsen, Bent – Najdorf, Miguel, Lugano (ol) 1968 A01
1.b3 c5 2.Bb2 e6 3.f4 d5 4.e3 Nf6 5.Nf3 Be7 6.Bb5+ Bd7 7.a4 O-O 
8.O-O Nc6 9.Qe2 a6 10.Bxc6 Bxc6 11.Ne5 Rc8 12.a5 Nd7 
13.Nxc6 Rxc6 14.d3 c4 15.bxc4 dxc4 16.d4 Nf6 17.c3 b5 
18.axb6 Qxb6 19.Ba3 Bxa3 20.Rxa3 Nd5 21.Re1 Qb7 22.Qc2 Rb6 
23.Nd2 Rb2 24.Qc1 Rb8 25.Ra5 f5 26.h3 h6 27.Kh1 Nf6 28.Re5 Ra2 
29.Rg1 Qf7 30.e4 Rbb2 31.Nxc4 Rc2 32.Qe3 Nxe4 33.d5 exd5 
34.Nb6 Rxc3 35. Qd4 Qh5 36. Qxd5+ Kh7 37.Qxa2 Rxh3+ 
38.gxh3 Qxh3+ 39.Qh2 Nf2#    0-1 

In Warschau gibt es nun das „Miguel Najdorf Schachfestival“, dem 
auch zwei Open angeschlossen sind. Kleiner Tip: Es muss ja nicht 
immer Pardubice sein ... 
http://www.poloniachess.pl/najdorf2008/index.php?lang=en 

Und eine seiner letzten Partien, gegen den in den 70er Jahren zur 
absoluten Weltklasse gehörenden Endspielhexer Ulf Andersson: 

Najdorf, Miguel (2515) – Andersson, Ulf (2560), 
E14 Buenos Aires1979, Clarin Turnier
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.e3 Bb7 5.Bd3 c5 6.O-O Be7 7.b3 O-O 
8.Bb2 cxd4 9.exd4 d5 10.Qe2 Nbd7 11.Nc3 Re8 12.Rad1 Rc8 
13.Ne5 Nf8 14.Kh1 Ng6 15.f4 Nh4 16.Rf2 Nf5 17.Bb1 Bb4 
18.Na4 Bf8 19.Nc3 Bb4 20.Na4 Bf8   remis 


Nur drei Jahre jünger als Najdorf war der dritte ganz große Spieler, 
den Österreicher nach Steinitz und Schlechter hervorbrachte: 

Erich Eliskases, der 1913 bis 1997 lebte. Es war Michael Ehn, der 
„den“ zentralen, überaus lesenswerten Aufsatz zu  Eliskases verfasste: 
Michael Ehn, http://www.schachundspiele.at/wissenschaft/eliskases.htm 

„Es ist das Schicksal vieler großer Schachmeister, die nicht um die 
WM-Krone kämpften, daß ihre Persönlichkeiten und Leistungen 
allmählich vergessen werden, bis sie zuletzt von der Geschichte völlig 
verschlungen werden. Genauso geschah es mit Erich Gottlieb Eliskases 
... seine Biographie, die eng mit den globalen politischen Ereignissen 
des 20. Jhdts. Verknüpft ist, wirft Fragen auf, die weit über seine 
Person und über das Schachspiel hinausgehen.“

Schon 1929 errang der offensichtlich überragend begabte 16-jährige 
den österreichischen Meistertitel und bei der Schacholympiade 1930 
in Hamburg schaffte „Eli“ mit 73,3% (+8=6-1) das beste Resultat 
Österreichs,  so dass sein Team Vierter werden konnte. Zunächst stand 
er im eigenen Land noch hinter Ernst Grünfeld, überflügelte ihn aber 
bald und kam (als studierter Ökonom!) in der „Wiener Schachzeitung“ 
unter. 

In den 30er Jahren stieg er in die internationale Meisterklasse auf; sein 
stets gutes Abschneiden bei Olympiaden - z.B. Warschau 1935, wo er 
fast im Alleingang die österreichischen Punkte machte - und der geteilte 
Sieg mit Lajos Steiner im Trebitsch-Gedenkturnier 1936 wurde von 
vielen anderen internationalen Turnieren umrahmt, wie etwa dem 
„Grand Prix“ am Semmering. 

Eliskases übersprang auf dem Semmering zwar nicht die 50%-Marke, 
konnte aber den 21- jährigen Sieger Paul Keres und den kubanischen 
Exweltmeister José R. Capablanca in dessen Domäne, dem Endspiel,
besiegen. Der Wiener-Erich trat damit in den erlesenen Club der 
„Capablanca-Bezwinger“ ein: 

Eliskases - Capablanca [D17], Semmering (10), 08.09.1937
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nf3 Nf6 4.Nc3 dxc4 5.a4 Bf5 6.Ne5 Nbd7 
7.Nxc4 Qc7 8.g3 e5 9.dxe5 Nxe5 10.Bf4 Nfd7 11.Bg2 f6 12.0–0 Rd8 
13.Qc1 Be6 14.Nxe5 Nxe5 15.a5 a6 16.Ne4 Bb4 17.Bd2 Qe7 
18.Bxb4 Qxb4 19.Qc5 Qxc5 20.Nxc5 Bc8 21.Rfd1 Ke7 22.b3 Nf7 
23.e4 Rd6 24.Rxd6 Kxd6 25.b4 Kc7 26.Rd1 Rd8 27.Rxd8 Nxd8 
28.f4 b6 29.axb6+ Kxb6 30.Bf1 Ne6 31.Na4+ Kc7 32.Kf2 g5 
33.Ke3 gxf4+ 34.gxf4 Ng7 35.Nc5 Ne6 36.Nxe6+ Bxe6 37.Kd4 Kb6 
38.Bc4 Bg4 39.e5 fxe5+ 40.fxe5 h6 41.h4 Bh5 42.e6 Be8 43.Bd3 Kc7 
44.Kc5 Bh5 45.Bh7 Bg4 46.e7 Kd7 47.Be4 Kxe7 48.Bxc6 Be2 
49.Bb7 Kd7 50.Kb6 Kd6 51.Bxa6 Bf3 52.Ka5 Bc6 53.Bb5 Bf3 
54.Bd3 Bc6 55.Bc2 Kc7 56.Ba4 Bf3 57.b5 Kb7 58.b6 Be2 59.Bc2 Bf3 
60.Bd3 Bg2 61.Ba6+ Kc6 62.Bc8 Bf1 63.Bg4 Bd3 64.Bf3+ Kd6 
65.Bb7 Be2 66.Ba6 Bf3 67.Bf1 Bb7 68.Bh3 Ke7 69.Kb5 Kd6 
70.Bg4 Ke7 71.Kc5 Bg2 72.Bc8 Kd8 73.Ba6 Bf3 74.Kd6 Bg2 
75.Bc4 Kc8 76.Bd5 Bf1 77.Ke6 Be2 78.Kf6 Kd7 79.Kg6 h5 
80.Kg5 Kd6 81.Bf7 Kc6 82.Bxh5   1–0

Im selben Jahr fungierte „Eli“ als Sekundant Alexander Aljechins in 
dessen Retourwettkampf mit Max Euwe. Aljechin, überglücklich, 
wieder seinen Titel zurückerobert zu haben, schenkte seinem jungen 
Sekundanten eine goldene Zigarettendose (Hans Kmoch, seinem 
Sekundanten im erfolgreichen WM-Kampf gegen Ewfim Bogoljubow 
1934, soll er hingegen ein kleines Gulasch spendiert haben). 

Eliskases,Erich – Muffang,André, Warschau 1935
1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.Nf3 Nf6 4.e3 e6 5.Bxc4 a6 6.0–0 c5 7.Qe2 Nc6 
8.a3 b5 9.Ba2 Bb7 10.dxc5 Bxc5 11.b4 Be7 12.Bb2 0–0 13.Nbd2 Qb6 
14.Nb3 Rfd8 15.Rac1 Rac8 16.Nc5 Nd5 17.Rfd1 Ba8 18.Bxd5 exd5 
19.Nh4 Nb8 20.Qg4 Bf6 21.Bxf6 Qxf6 22.Ne4 Qe6 23.Nf5 g6 
24.Rxc8 Rxc8 25.Ne7+   1-0 

Gegen einen Aljechin mal eben flott die Dame (und berechtigt) opfern
zu können, ist wohl nicht vielen vergönnt gewesen: 

Eliskases - Aljechin [A81], Hastings 36/37 Hastings (3), 12.1936
1.d4 f5 2.g3 Nf6 3.Bg2 e6 4.Nh3 c5 5.d5 e5 6.Nc3 d6 7.e4 Be7 
8.f4 Ng4 9.fxe5 Nxe5 10.0–0 0–0 11.Nf4 fxe4 12.Bxe4 Bg4 
13.Qe1 Qb6 14.h3 Bd7 15.Ne6 Rxf1+ 16.Qxf1 Na6 17.Qe2 g6 
18.Bd2 Nc7 19.Rf1 Nb5 20.Qe3 Nd4 21.Qh6 Bxe6 22.dxe6 Rf8 
23.Rxf8+ Bxf8 24.Bd5 Bxh6 25.e7+ Kg7 26.e8Q Ndf3+ 27.Kg2 Nxd2 
28.Qe7+ Kh8 29.Qe8+ Kg7 30.Qe7+ Kh8    remis

In Noordwijk 1938 errang er mit dem ersten Preis (+6=3-0), nunmehr 
etwas risikofreudiger spielend, seinen größten Erfolg, noch vor 
Paul Keres und Max Euwe. Das wunderbare Remis-Endspiel gegen 
Paul Keres ging um die ganze Welt. 

Keres - Eliskases,, Noordwijk (4) 1938 [C07]
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nd2 c5 4.exd5 Qxd5 5.Ngf3 cxd4 6.Bc4 Qd8 
7.0–0 Nc6 8.Nb3 Nf6 9.Qe2 Be7 10.Rd1 0–0 11.Nbxd4 Qc7 
12.Nxc6 bxc6 13.Bg5 Bb7 14.Qe5 Qxe5 15.Nxe5 Rfd8 16.Nd7 c5 
17.Nxf6+ Bxf6 18.Bxf6 gxf6 19.f3 f5 20.Kf2 Kg7 21.Ke3 Kf6 
22.Be2 e5 23.g3 Bd5 24.b3 Be6 25.f4 Rd4 26.fxe5+ Kxe5 
27.Rxd4 cxd4+ 28.Kd2 Bd5 29.Bc4 Rc8 30.Bxd5 Kxd5 31.Re1 Kd6 
32.Re2 Rc3 33.Re8 Rf3 34.Ke2 Rc3 35.Kd1 Rf3 36.Rd8+ Ke5 
37.Rd7 Rf2 38.Rxa7 Rxh2 39.a4 Rg2 40.Rxf7 Rxg3 41.Rxh7 f4 
42.a5 f3 43.Ke1 Kf4 44.Kd2 Rg1 45.Rf7+ Ke4 46.a6 Rg2+ 
47.Kc1 d3 48.cxd3+ Ke3 49.b4 Ra2 50.b5 f2 51.d4 Kxd4 
52.Rxf2 Rxf2 53.a7 Ra2 54.b6 Kc3 55.Kb1 Ra6 56.b7 Rb6+ 
57.Kc1 Rh6    remis

Jetzt folgte eine unglaubliche Erfolgsserie: Eliskases gewann sechs 
stark besetzte Turniere, jedesmal mit klarem Vorsprung: die Deutsche 
Meisterschaft Bad Oeynhausen 1938 und 1939, Krefeld 1938, Bad 
Elster 1939, Bad Harzburg 1939 und Wien 1939 sowie den Wettkampf
gegen Ewfim Bogoljubow (zu ihm siehe unten) mit +6=11-3. 

Eliskases war nun praktisch Weltmeisterschaftskandidat und damit 
Aushängeschild des Großdeutschen Schachbundes, von dessen 
Ideologie er sich völlig vereinnahmen ließ. Sichtlich gefiel er sich in 
der Rolle des „aufrechten deutschen Mannes“, der dem „deutschen 
Kampfschach“ Weltgeltung verschaffen wollte und sich besonders 
für die „Reinheit“ der deutschen Sprache einsetzte (ein Ziel, das er 
übrigens bis an sein Lebensende verfolgte). 

Trotz dieses steilen Aufstiegs wird er als stets höflicher, angenehmer 
Mensch ohne jegliche Starallüren geschildert. Der Schachbund setzte 
höchste Hoffnungen in ihn. 

Aber die Weltgeschichte verhinderte weitere Ambitionen: Genau 
während der Schacholympiade Buenos Aires 1939, an der die 
großdeutsche Mannschaft mit zwei Österreichern Eliskases (Brett 1) 
und Albert Becker teilnahm, brach der Zweite Weltkrieg aus. Die 
meisten Spieler, darunter Eliskases und Becker, konnten und wollten 
zunächst nicht zurückkehren, und die hoffnungsvolle Schachkarriere 
des Tirolers war damit vorerst beendet, da nun für etliche Jahre die 
Sorge um das Überleben in seiner neuen Heimat dominierte. 

Warum Eliskases entweder „nicht konnte oder wollte“, erschließt
sich bei Ehm nicht; anscheinend saß der Mann doch „im Reich“ fest
im Sattel und war keineswegs unter Verfolgungsdruck, sogar schien 
er als strammer Konservativer von den Nazis wohl gelitten zu sein, 
ohne aber wohl wirklich schon zu ihnen zu gehören. 

Wirtschaftlich lief es nicht wirklich gut für Eliskases, der zwischen
Brasilien und Argentinien wechselte, um Anstellungen zu finden. Als
Schach- und Bridgelehrer und Angestellter eines Kaufhauses hielt er
sich über Wasser; für einen Mann mit seiner Ausbildung und – unter 
anderen Umständen – damit verbundenen Chancen war das ein Abstieg. 

Anton Strauss schrieb einen jedenfalls nicht vom Geist der Aufklärung
berührten Artikel in der Wiener Schachzeitung, der zwar 1997 erschien,
http://schach.wienerzeitung.at/default.aspx?id=177 , aber hoffentlich
nur ein Nachdruck aus längst vergangener Zeit ist ... gleichwohl weist
Strauss auf den wichtigen Umstand hin, dass Eliskases in Argentinien 
interniert worden war, „dies bedeutete Entwurzelung, ... Neubeginn aus 
dem Nichts. Hoffen auf glückliche Zufälle. 1941 konnte er wieder ein 
starkes Turnier (Mar del Plata) spielen ... 

Hierauf setzte er sich nach Brasilien ab, wo er fast 10 Jahre blieb. 1948 
hatte er es zu einer guten Stellung in einem Warenhaus in Porto Alegre 
gebracht. Schachlich musste es ihn nach dem Wegfall der widrigen 
Kriegsumstände nach Argentinien ziehen, wo er in den Par del Plata-
Turnieren von 1947 und 1948 seine größten Nachkriegserfolge erzielte. 

Man traute ihm sogar einen Neuaufstieg bis in "Kandidatennähe" zu. 
Eliskases, der sich 1951in Cordoba niederließ, erreichte auch tatsächlich 
das Interzonenturnier 1952. Sein Abschneiden dort mit knapp über 
fünfzig Prozent war kein Versager ...“ 

Nach dem Krieg lebte die internationale Schachkarriere des mittlerweile 
argentinischen Staatsbürgers wieder auf: Nun war er jedoch „nur noch“ 
ein solider Großmeister. Er spielte bis in die 70er Jahre mit mäßigem 
bis guten Erfolg viel in Südamerika, gewann dabei jedoch, ein toller 
Erfolg, das Zonenturnier von Mar del Plata 1951 und wurde im 
Interzonenturnier von Saltsjöbaden 1952 Zehnter. Herausragend aber 
war doch sein Sieg in Mar del Plata 1948 (+9=8-0) vor Koryphäen wie
Gideon Stahlberg, Miguel Najdorf und Laszlo Szabo. 

Eliskases - Pachman [A06]. Saltsjobaden Interzonal (15), 1952
1.Nf3 d5 2.b3 Bg4 3.Bb2 Nd7 4.d4 e6 5.Nbd2 Ngf6 6.e3 Bd6 
7.Be2 Qe7 8.Ne5 Bxe2 9.Qxe2 0–0 10.0–0 Ba3 11.Bxa3 Qxa3 
12.Nxd7 Nxd7 13.c4 dxc4 14.Nxc4 Qe7 15.Qf3 c6 16.Rfd1 Rfd8 
17.Rac1 Nb6 18.Ne5 Nd7 19.Nd3 e5 20.Qe4 Re8 21.dxe5 Nxe5 
22.Nxe5 Qxe5 23.Qxe5 Rxe5 24.Rd7 Rb8 25.Rcd1 Kf8 26.Kf1 Re7 
27.b4 Ke8 28.R7d4 f6 29.Ke2 a5 30.b5 c5 31.Rd5 Rc8 32.f3 Kf7 
33.e4 c4 34.Kd2 c3+ 35.Kc2 g6 36.g4 Ke6 37.R1d3 Rec7 38.f4 Rc4 
39.Rd7   1–0

Pachman - Eliskases [D31], Tel Aviv ol (Men) fin-A (2), 02.11.1964
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Be7 4.cxd5 exd5 5.Bf4 c6 6.e3 Bf5 7.g4 Be6 
8.h3 h5 9.gxh5 Bd6 10.Nge2 Rxh5 11.Qb3 b6 12.Rg1 Kf8 
13.0–0–0 Ne7 14.Bxd6 Qxd6 15.Nf4 Rh6 16.Nxe6+ Rxe6 17.Ne2 Nd7 
18.Nf4 Rh6 19.Bd3 Nf6 20.Rg5 c5 21.dxc5 Rc8 22.Kb1 Rxc5 
23.Rdg1 g6 24.Qa3 a5 25.Rd1 Qc6 26.Rgg1 Kg7 27.Rc1 Rh8 
28.Rxc5 Qxc5 29.Qxc5 bxc5 30.Rc1 Rc8    remis

Anders als bei vielen Spitzenspielern finde ich jedoch keine Partien, 
in denen Eliskases mit Schwarz gegen einen der „ganz Großen“ einen 
Gewinn landen konnte. Dass man mit Schwarz weniger als mit Weiß 
gewinnt, ist einleuchtend, aber ein so krasser Unterschied (man findet 
eine Menge Remisen, damit hier keine Missverständnisse aufkommen)
ist eher selten und deutet für mich darauf hin, dass Eliskases zwar wohl
das Talent gehabt hätte, in die absolute Weltelite vorzustoßen, aber dort
eben doch nie ankam; die Umstände waren gegen ihn.

Erich Eliskases ist wahrscheinlich einer der ganz wenigen Spieler, der 
in seinem Leben für drei verschiedene Länder bei Schacholympiaden 
antrat: Für Österreich (1930-35), für Deutschland (1939) und für 
Argentinien (1952, 1958, 1960 und 1964). 

An dieser Stelle sollte es bruchlos mit dem dritten Auswanderer, der 
ebenfalls immer nur an der Schwelle vor dem alles überstrahlenden 
Ruhm stand, weitergehen, mit dem ganz bewusst ins Vergessen 
gedrückten Efim Bogoljubow. Dafür reicht heute weder der Platz im 
Newletter noch die verfügbare Zeit – die des Lesers und die des 
Redakteurs. Wir vertagen uns also um eine Woche, um über diesen 
hochinteressanten und noch immer unterschätzten Schachriesen etwas
Näheres zu erfahren. 

Zur Einstimmung gehört hier aber eine Partie hin, die „Bogo“ zwar 
verlor, die aber so zauberschön ist, dass sie einfach eingefügt werden 
muss; die uns aber auch zugleich auch schon auf jenen „Begleiter“ 
hinweist, der Bogoljubow zeitlebens im Wege stehen und ihm doch 
auf manche, gewiss unerwünschte Weise ein wenig ähnlich sein sollte: 
Alexander Aljechin. 

Savielly Tartakower nannte die Partie 1926 „die schönste Partie der 
neuesten Zeit (...), wobei die Schönheit großartiger Opfer durch tiefe, 
auf dem ganzen Brett sich offenbarende Strategie ergänzt wird.“ Der 
amerikanische Schachschriftsteller Irving Chernev schrieb 1968: 
„Diese glänzende Leistung Aljechins ist das größte Meisterstück, das 
je auf dem Schachbrett geschaffen wurde.“ Auch spätere Weltmeister 
äußerten sich lobend über die Partie: Für Wassili Smyslow ist sie „ein 
Triumph des Geistes über die Materie“, Garri Kasparow vergleicht 
sie mit einem „grandiosen Gemälde“. Uns im DESC ist sie einer 
Erwähnung wert:  

http://de.wikipedia.org/wiki/Bogoljubow_%E2%80%93_Aljechin,_Hastings_1922 

Bogoljubow - Alekhine [A90], Hastings, 1922
1.d4 f5 2.c4 Nf6 3.g3 e6 4.Bg2 Bb4+ 5.Bd2 Bxd2+ 6.Nxd2 Nc6 
7.Ngf3 0–0 8.0–0 d6 9.Qb3 Kh8 10.Qc3 e5 11.e3 a5 12.b3 Qe8 
13.a3 Qh5 14.h4 Ng4 15.Ng5 Bd7 16.f3 Nf6 17.f4 e4 18.Rfd1 h6 
19.Nh3 d5 20.Nf1 Ne7 21.a4 Nc6 22.Rd2 Nb4 23.Bh1 Qe8 
24.Rg2 dxc4 25.bxc4 Bxa4 26.Nf2 Bd7 27.Nd2 b5 28.Nd1 Nd3 
29.Rxa5 b4 30.Rxa8 bxc3 31.Rxe8 c2 32.Rxf8+ Kh7 33.Nf2 c1Q+ 
34.Nf1 Ne1 35.Rh2 Qxc4 36.Rb8 Bb5 37.Rxb5 Qxb5 38.g4 Nf3+ 
39.Bxf3 exf3 40.gxf5 Qe2 41.d5 Kg8 42.h5 Kh7 43.e4 Nxe4 
44.Nxe4 Qxe4 45.d6 cxd6 46.f6 gxf6 47.Rd2 Qe2 48.Rxe2 fxe2 
49.Kf2 exf1Q+ 50.Kxf1 Kg7 51.Kf2 Kf7 52.Ke3 Ke6 53.Ke4 d5+ 0–1


- Ralf Mulde -









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Ralf Mulde

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Zuletzt geändert am 08.10.2011